Wolf Strache, eigentlich Dr. Wolfgang Strache (* 5. Oktober 1910 in Greifswald; † 11. August 2001 in Stuttgart) war ein deutscher Fotograf, Fotojournalist und Verleger.
Strache studierte an der Universität München Volkswirtschaftslehre und promovierte zum Dr. rer. pol. Er trat zum 1. April 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.665.722), zum September des Jahres schied er wieder aus. Von 1934 an arbeitete er als Bildjournalist vor allem zu rüstungstechnischen Themen und publizierte dazu ab 1936 in einem eigenen Verlag.
Für die 1938/39 erscheinende Zeitschrift Der Stern lieferte er durchgängig Fotoreportagen, etwa den Theaterbericht „Nur für Erwachsene“ schon in der Startausgabe der Zeitschrift im September 1938.
Einige seiner Fotos erschienen auch in der Modezeitschrift die neue linie (z. B. Ausgaben September 1939 und Dezember 1940) und DIE MODE (z.Bsp. Juli 1941).
Im Zweiten Weltkrieg diente Strache als Bildberichter bei der Propagandakompanie zur besonderen Verwendung beim Oberkommando der Luftwaffe. Daneben verlegte er Bücher, die sich mit dem Projekt Reichsautobahn befassten und asphaltierte Straßen mit großformatigen Bildformen als Symbole der progressiven Moderne in Szene setzten.
Straches bekanntestes Foto entstand nach dem Luftangriff auf Berlin am 22. November 1943. Es zeigt eine Frau, die mit einer Gasmaske auf dem Gesicht einen Kinderwagen durch eine Ruinenlandschaft schiebt; die Abbildung wurde nach dem Krieg zu einer „Ikone des Bombenkriegs“ stilisiert.
Nach 1945 führte Strache seine Doppeltätigkeit als Fotograf und Verleger weiter, vor allem mit Reisebänden und Lehrbüchern für Fotografen. Im Jahr 1948 erklärte er, seine Fotos zu Rüstungstechnologie und Autobahnprojekten vor 1945 hätten das einzig Moderne im NS-Staat präsentiert und dies sei eben die Kriegstechnologie gewesen.
Ab 1951 produzierte Strache in seinem eigenen Verlag Die schönen Bücher, dem 1953 der ergänzende Verlagsname Drei Brunnen Verlag Stuttgart beigegeben wurde, eine Buchreihe mit dem Titel „Die schönen Bücher“ über Landschaften, Kunst und Natur, insgesamt etwa 90 Bände. Von 1955 bis 1979 erschien das auch von Strache herausgegebene Jahrbuch Das deutsche Lichtbild – Jahresschau der deutschen Fotografie.
Am 18. Januar 1969, um 17.30 Uhr, kam es nach neun Jahren der Vorbereitung in Walter E. Lautenbachers privater Wohnung in der Marienstraße 3A in Stuttgart zur Gründung des Bundes Freischaffender Fotografen. Die beteiligten sechs Personen waren Walter E. Lautenbacher als Gründungsvorstandssprecher sowie Franz Lazi und Ludwig Windstosser als Gründungsvorstandsmitglieder. Beteiligt als Gründungsmitglieder waren die Fotografen Robert Häusser, Willi Moegle und Wolfgang Strache.
1979 wurde Strache der Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Strache, Wolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Strache, Wolfgang (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf, Bildjournalist und Verleger |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1910 |
| GEBURTSORT | Greifswald |
| STERBEDATUM | 11. August 2001 |
| STERBEORT | Stuttgart |