Wolfgantzen

Wolfgantzen
Wolfgantzen (Frankreich)
Wolfgantzen (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Alsace Rhin Brisach
Koordinaten 48° 2′ N, 7° 30′ OKoordinaten: 48° 2′ N, 7° 30′ O
Höhe 191–197 m
Fläche 9,38 km²
Einwohner 1.190 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 127 Einw./km²
Postleitzahl 68600
INSEE-Code
Website www.wolfgantzen.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)

Wolfgantzen (deutsch Wolfganzen) ist eine französische Gemeinde mit 1190 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Communauté de communes Alsace Rhin Brisach.

Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.

Geografie

Wolfgantzen liegt nordwestlich von Neuf-Brisach und wird von der Départementsstraße D 415 und der Museumseisenbahnlinie Colmar-Volgelsheim passiert. Die Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt, im Westen liegt ein Waldgebiet.

Geschichte

Der Ort ist nach dem Heiligen Wolfgang benannt und wurde um die erste Jahrtausendwende als Wolfgangesheim erwähnt. Der heutige Ortsname ist aus der elsässisch-alemannischen Aussprache des Ursprungsnamens abgeleitet.

Im Hochmittelalter stand Wolfganzen zunächst unter der Herrschaft der Grafen von Egisheim und im 13. und 14. Jahrhundert dann der Habsburger. Im 15. Jahrhundert fiel der Ort dann an das Haus Württemberg. Aufgrund dieser Zugehörigkeit wurde Wolfganzen 1536 im Zuge der Reformation protestantisch. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kamen die württembergischen Besitzungen im Elsass unter französische Oberhoheit. Im Unterschied zu den im Heiligen Römischen Reich verbliebenen Besitzungen mussten die Württemberger daher auch wieder den katholischen Ritus erlauben. Die örtliche Kirche, deren Ursprünge im 11. Jahrhundert datieren, wurde daraufhin von 1685 bis zum Bau einer eigenen katholischen Kirche 1877 als Simultaneum genutzt. Nach der Errichtung der protestantischen Kirche wurde sie schließlich 1881 abgerissen.

Die württembergische Herrschaft endete mit der Französischen Revolution und der damit verbundenen Einführung des Zentralismus in Frankreich. Die weitere politische Zugehörigkeit Wolfgantzens folgte der des Elsass. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte es als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr191019621968197519821990199920072014
Einwohner32936838340983682297210371037

Verkehr

Die Bahnlinie Freiburg-Colmar ist seit dem Zweiten Weltkrieg an der deutsch-französischen Grenze unterbrochen. Auf französischer Seite findet bislang nur Güterverkehr statt. Eine Reaktivierung der gesamten Strecke mit einem Haltepunkt in Wolfgantzen ist seit Jahren geplant, allerdings ist die Finanzierung bislang nicht gesichert. Als Ersatz verkehrt zwischen Breisach und Colmar mehrmals täglich die Buslinie R26 bzw. 68R026.

Der Europäische Radwanderweg Freiburg–Colmar sowie der Radweg der Grünen Straße durchqueren Wolfgantzen.

Sehenswürdigkeiten

Katholische Kirche St. Wolfgang
Protestantische Kirche, Südwestseite
Protestantische Kirche, Südostseite

Literatur

Commons: Wolfgantzen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ WOLFGANTZEN. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 31. Juli 2023 (französisch).
  2. ↑ Kreis Colmar. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. April 2023; abgerufen am 15. Februar 2026.
  3. ↑ Sophia Kaiser: Trotz Kostensenkung verzögert sich Colmarbahn zwischen Freiburg und Colmar weiter. In: Badische Zeitung. 7. August 2026, abgerufen am 11. August 2026.