Wolfra

Wolfra Bayrische Natursaft Kelterei GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1930
Sitz Erding, Deutschland
Leitung Tino Mocken, Felix Müller
Mitarbeiterzahl 85 (2022)
Umsatz 28 Mio. EUR (2019)
Branche Getränkehersteller
Website wolfra.de

Wolfra ist ein deutscher Getränkehersteller und eine Fruchtsaft-Marke.

Unternehmensgeschichte

Wolfra wurde 1930 in Wolfratshausen als Genossenschaft „für gärungslose Früchteverwertung“ gegründet; der Firmenname wurde aus dem Ortsnamen abgeleitet. Der Initiator, Andreas Stumpf (* 1886 in Unterspiesheim, † 1963), war nach einer Gärtnerlehre in Reutlingen seit 1911 als Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau im Landkreis Wolfratshausen und Lehrer an der Kreislandwirtschaftsschule angestellt, 1916 erhielt er für seine Verdienste um eine bessere Volksgesundheit und die Bekämpfung der „Alkoholpest“ das König-Ludwig-Kreuz.

Bei der Entwicklung der keimfreien Lagerung von Süßmost hatte Andreas Stumpf unter anderem den Ernährungswissenschaftler Maximilian Oskar Bircher-Benner in Zürich konsultiert. Im Gründungsjahr 1930 wurden 7700 Liter Süßmost verkauft, im Jahr 1939 waren es zwei Millionen Liter. Erste Produktionsstätte war der Haderbräukeller in Wolfratshausen, eine ehemalige Bierbrauerei. Später kam der Humplbräukeller hinzu.

In der NS-Zeit war Stumpf als Gegner der Partei bekannt und konnte nur mit List seine Firma retten. 1941 zog das Unternehmen nach München-Obersendling in die Baierbrunner Straße. Anfang der 1940er Jahre unterhielt Wolfra auch eine Produktionsstätte als „Böhmerwald Früchteverwertung“ in Stubenbach (heute Prášily, Tschechien), die im Oktober 1943 von Weleda übernommen wurde.

Im Jahr 1975 wurde Wolfra von der Riemerschmid-Gruppe übernommen. 1984 zog Riemerschmid mit Wolfra nach Erding. 1987 wurde Wolfra von Riemerschmid wieder getrennt; bis heute liegt der Firmensitz beider Firmen direkt nebeneinander. Das Betriebsgrundstück hat eine Größe von 45.000 m².

1991 starb der Inhaber Heinrich Riemerschmid (* 1918), der Sohn von Robert Riemerschmid. Die Familie entschloss sich zum Verkauf des Unternehmens; Riemerschmid und Wolfra standen kurz vor der Insolvenz. Wolfra wurde schließlich von Valensina gekauft, Riemerschmid ging 1996 an Underberg. Seit 2001 gehört Valensina zu Sportfit Fruchtsaft.

2018 wurden rund 3.000 Tonnen Äpfel zu 2,3 Millionen Liter Apfelsaft gekeltert; das Angebot umfasst über 50 Saftsorten.

Im März 2025 erwarb Wolfra die Mehrheit am Weinschorlenhersteller Winzz.

Produkte

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Impressum. Abgerufen am 15. Juli 2024 (deutsch).
  2. ↑ Trotz Krise: Wolfra investiert Millionen. 4. September 2022, abgerufen am 10. März 2026.
  3. 1 2 3 Wolfra Fruchtsäfte. Abgerufen am 28. Februar 2020.
  4. 1 2 3 90 Jahre Wolfra. Archiviert vom Original; abgerufen am 12. Februar 2023.
  5. ↑ Geschichte (Memento vom 10. Februar 2008 im Internet Archive)
  6. ↑ Veranstaltungen & Termine. Abgerufen am 27. Februar 2026.
  7. ↑ Redaktion: Andreas Stumpf, ein vergessener Held der fränkischen Geschichte: Wie der Apfel in die Flasche kam vom Historischen Arbeitskreis Grettstadt. In: Mainfranken News. 21. Dezember 2025, abgerufen am 27. Februar 2026.
  8. ↑ Stadtarchiv Wolfratshausen: Geschichten aus dem Archiv. Abgerufen am 27. Februar 2026.
  9. 1 2 Ende I. Abgerufen am 28. Februar 2020.
  10. ↑ Peter Selg, Susanne H. Gross, Matthias Mochner: Anthroposophie und Nationalsozialismus. Weleda und WALA – die anthroposophischen Arzneimittelfirmen 1933–1945, Basel 2024, S. 458 f.
  11. ↑ Deutsche Biographie: Riemerschmid, Heinrich - Deutsche Biographie. Abgerufen am 13. Januar 2022.
  12. ↑ 28 Millionen Liter Saft vom Fließband. Abgerufen am 13. Januar 2022.
  13. ↑ deutsch-geschichten.de; Anton Riemerschmid (Unternehmensgruppe) (Memento vom 2. Januar 2015 im Internet Archive)
  14. ↑ Thomas Klaus: Getränkeindustrie in Bayern - Wolfra übernimmt Mehrheit an Winzz. 7. Februar 2025, abgerufen am 27. Februar 2026 (deutsch).
  15. ↑ Wolfra mit Bundesehrenpreis ausgezeichnet. In: Wolfra. 31. Oktober 2023, archiviert vom Original; abgerufen am 15. Juli 2024 (deutsch).