
Der Wollepark ist eine Großwohnsiedlung in Plattenbauweise im Nordosten der Stadt Delmenhorst. Die 4- bis 15-geschossigen Wohnblocks entstanden zwischen 1969 und 1976 in der Hochzeit des sozialen Wohnungsbaus unter Federführung der Wohnbaugesellschaft Neue Heimat mit ursprünglich 1388 Wohneinheiten (davon 120 Senioren-Wohnheimplätzen) auf 20,8 Hektar Grundfläche. Das Quartier wurde mit Mitteln des Programms Soziale Stadt gefördert, heute wird der Wollepark aus Mitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt gefördert.
Die Infrastruktur im Wollepark umfasst eine Grundschule, einen Sprachheilkindergarten, ein Jugendhaus und ein Nachbarschaftszentrum der Diakonie. Letzteres befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten des Kurbads, einer Badeanstalt, welche im Juni 2011 geschlossen wurde. Wenn in Delmenhorst über den Wollepark gesprochen wird, dann ist damit in der Regel nicht die Nordwolle gemeint. Dieses Gebiet schließt jedoch auch an den Landschaftspark – dem Wollepark der Nordwolle – an und gehört zur unmittelbaren Umgebung der Mehrfamilienhäuser. In der Nordwolle befinden sich das Industriemuseum und das Jobcenter, welche innerhalb weniger Minuten vom Wollepark aus zu erreichen sind. Der namensgebende Landschaftspark, in welchem man eine große Wiese, eine Kraftsportanlage, einen Spielplatz und einen Teich vorfindet, liegt unter anderem in unmittelbarer Umgebung zu weiteren ausgebauten Spielplätzen und einem mexikanischen Restaurant.
Der Wollepark galt anfangs als sehr begehrter Wohnort. Die Wohnungen waren modern und der Stadtteil ist sehr grün und familiär. Da die Wohnungen jedoch schnell einen Sanierungsbedarf aufwiesen, welchem nicht nachgekommen wurde, entwickelte sich der Wollepark ab den 1990er Jahren zu einem sozialen Brennpunkt. Müllprobleme entstehen durch eine Überbelegung der Wohnungen, wodurch die zugewiesene Anzahl der Müllbehälter nicht ausreichen. Zudem berichten Anwohner immer wieder von Mülltouristen, welche Nachts mit Autos kommen und ihren Müll in den Wollepark werfen. Missstände in Wohnungen und der Erwerb von Teilen der Siedlung durch Immobilien-Spekulanten förderte diese Entwicklung in der Vergangenheit.
Der Wohnkomplex Wollepark wird in den vergangenen Jahren nach und nach zurückgebaut. So wurden in Folge die Gebäude ‘Am Wollepark 1-5‘ mitsamt Parkgarage (2017), ‘Westfalenstraße 8‘ (2019) sowie die Wohnblöcke ‘Am Wollepark 13 und 14‘ (2020) abgebrochen. Dies entspricht etwa 400 Wohnungen. Der Abriss der Anlagen ‘Am Wollepark 10-12‘ (insgesamt gut 100 Wohneinheiten) ist geplant, sodass einzig die Blöcke ‘Am Wollepark 7-9‘ nach ihrer Sanierung 2021 erhalten bleiben.
Koordinaten: 53° 3′ N, 8° 38′ O