August 1952 ADN-ZB/Horst Sturm: 11 Kollegen des Transformatorenwerkes „Karl Liebknecht“ in Berlin erklärten sich bereit, den Mitgliedern der Produktionsgenossenschaft „Thomas Müntzer“ bei der Ernte zu helfen.
Im Jahr 1253 gibt es die erste urkundliche Erwähnung Curiam Waryne. Worin stammt vom altslawischen Waryne ab. Bis 1398 gehörte der Ort Worin dem Augustinerorden. Später entwickelte sich ein Gutsbesitz am Ort, Gutsherren waren unter anderem die Familien von Beerfelde und Familie von Hohendorff, von denen zwei Epitaphe an der Dorfkirche zeugen. Worin stand durch diese Adelsfamilie lange im Zusammenhang mit dem 22 km entfernten Gut in Falkenhagen.
1805 kaufte der Amtmann des Amtes Biegen Wilhelm Karbe das Rittergut Worin für 40.000 Taler. 1864 stand Hermann Friedrich Erdmann Zachariae als Rittergutsbesitzer im Handelsregister, 1868 war dieser Schiedsmann einer Region im Kreis Lebus. Um 1880 war das kreistagsfähige Rittergut mit 444 ha Fläche ausgestattet, Eigentümer Werner Ferdinand Leberecht Zachariae. Zum Gut gehörte eine Ziegelei. Vor 1900 hatte das Gut samt Stärkefabrik und Ziegelei einer Gutsherrin, die Witwe Marie Zachariae, auch Zachariä geschrieben. Als Pächter agierte die Familie Leyser. Für 1914 ist Marie Zachariä geb. Demuth immer noch die Eigentümerin der 470 ha. davon 99 ha Forsten, Pächter Georg Leyser. Um 1930 bestand das Rittergut nunmehr mit 470 ha. Der Eigentümer hieß Georg Leyser. Hinzu gab es im Dorf ein 20 ha-Hof von Gustav Fehrmann.
1945 wird der Besitz Worin einer Familie Gerloff zugeschrieben. Das Gemüsehändlerpaar Paula und Arthur Schmidt holte 1943 die sieben Kinder der ungarisch-deutschen Familie Weber aus Berlin in ihr Haus, als diese als sogenannte Halbjuden gefährdet waren, 2018 wurden sie postum als Gerechte unter den Völkern geehrt.
Schon im Jahre 1952 wurde hier die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in der DDR gegründet. 29 Neubauern wurden zur LPG Thomas Müntzer zusammengeschlossen. 1961 wurden Alt-Rosenthal und Görlsdorf als Ortsteile mit Worin vereinigt. 1972 wurde die Polytechnische OberschulePOS Thomas Müntzer Worin eingeweiht.
Die Gemeinde Vierlinden entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Diedersdorf, Friedersdorf, Marxdorf und Worin. Ortsvorsteher von Worin ist seit 2019 Robert Hahn.
Einwohnerentwicklung
Jahr
1875
1890
1910
1925
1933
1946
1993
2000
2006
Einwohnerzahl
174
193
178
164
133
284
752
694
344
Politik
Woriner Wappen.
Wappen
Der Ortsteil Worin führt das Wappen und die Flagge der ehemaligen Gemeinde Worin als Ortsteilsymbol weiter.
Blasonierung: „Von Gold und Schwarz gespalten, vorne pfahlweise zwei flammende, von je zwei schwarzen Pfeilen schrägkreuzweise durchbohrte rote Herzen und eine rote Rose mit goldenen Butzen, hinten ein halbes goldenes Mühlrad am Spalt.“
Ortsteilflagge
Die Flagge besteht – bei Aufhängung an einem Querholz – aus zwei Längsstreifen in den Farben Schwarz – Gelb mit dem auf der Nahtstelle aufgelegten Wappen.
Woriner Kirche.Gutshaus Worin.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Worin. Dazu gehören:
Worin, In: Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Verlag Adolph Müller, Brandenburg a. H. 1856, S. 237.
↑Vgl. u. a. Georg Schmidt: Genealogische Collectaneen. 1. Heft, In: Ad. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. XV. Jahrgang, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin 1887, S. 305.
↑Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Untersuchung zur mittelalterlichen Verfassungsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung von Altmark, Neumark und Havelland. Hochschulschrift-Zugleich Diss. Univ. Marburg, Fachbereich Geschichtswissenschaft 1973, In: Mitteldeutsche Forschungen. Band. 76; Böhlau, Köln/Wien 1975, ISBN 3-412-01975-5, S. 399.
↑
Hans-Heinrich Müller: Domänen und Domänenpächter in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preussische Geschichte 1648 - 1947. Eine Anthologie. Band 1, S. 316–359, De Gruyter, Berlin 1981, ISBN 3-11-008714-6, S. 357.
↑P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell:General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S.62–63, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.
↑Paul Ellerholz, E. Kirstein, Traug. Müller, W. Gerland, Georg Volger: Handbuch des Grundbesitzes im Deutsche Reiche. I.: Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolai-R. Stricker, Berlin 1896, S. 84–85.
↑Ernst Seyfert: GüterAdreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 304–305.
↑Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20ha aufwärts. Hrsg. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Frankfurt a.O. Kreis Lebus, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 244.
12Hans Holzhaider: Stille Helden, In: Süddeutsche Zeitung, München, 1. September 2018, S. 11–13.
↑Statistisches Bundesamt-StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
↑Daten-Verwaltungsportal.de/Rechtsgrundlagen/Hauptsatzung Gemeinde Vierlinden: Wappenangaben aus der Hauptsatzung der Gemeinde Vierlinden. Abruf 16. Juni 2024.