Yashima Gakutei

Yashima Gakutei: Eine Frau beim Spielen einer großen hängenden Trommel (Tsuridaiko), aus der fünfteiligen Serie Hisakataya goban tsuzuki für den Dichterkreis Hisakataya, um 1827, japanischer Farbholzschnitt (Surimono) mit Tusche und Farbe auf Papier, 20,9 × 18,5 cm, Art Gallery of South Australia, Adelaide, Australien

Yashima Gakutei (japanisch 岳亭 春信, auch Gakutkei Gogau) war ein japanischer Holzschnittkünstler, Maler und Dichter. Er gehörte der Ukiyo-e-Schule an.

Leben

Yashima Gakutei wurde um 1786 in Edo (dem heutigen Tokio) als Maruya Onokichi geboren und nannte sich ursprünglich Sugawara Harunobu. Später führte er auch die Namen Yashima Harunobu und Yashima Sadaoka. Als Künstlernamen sind Hōkyō, Gogaku, Gakuzan, Ichirō, Kaguradō, Kōen, Nanzan, Ryōsa, Shingakudō, Shinkadō, Yōsai und Yōtei überliefert. Als Autor schrieb er unter dem Namen Horikawa Tarō.

Seine Ausbildung in der Malerei erhielt er zunächst bei Tsutsumi Shūei und später bei Toyohara Hokkei (1780–1850), der ein Schüler von Katsushika Hokusai war. Ob Gakutei selbst in direktem Kontakt zu Hokusai stand, ist nicht bekannt. Durch die Vermittlung seines Lehrers Hokkei weist sein Malstil jedoch große Ähnlichkeit mit dem von Hokusai auf. Zwischen 1829 und 1835 hielt er sich in Westjapan in der Umgebung von Osaka auf. In dieser Zeit wandte er sich auch der Landschaftsmalerei zu.

Werk

Gakutei war vor allem als Gestalter von Surimono bekannt. Dabei handelt es sich um privat in Auftrag gegebene Grafikblätter mit Gedichten. Daneben verfasste er Scherzgedichte (Kyōka). Er arbeitete für verschiedene Dichterzirkel in Edo und illustrierte außerdem eigene Gedichte mit Holzschnitten. Seine Surimono zeichnen sich durch eine sehr dichte Komposition aus, bei der Bild und Schrift aufeinander abgestimmt sind.

Wie die meisten Ukiyo-e-Künstler seiner Zeit illustrierte er Romane verschiedener Genres. Sein Interesse an Literatur zeigt sich in der Motivwahl. Er bevorzugte Figuren und Szenen aus chinesischen und japanischen Legenden, Mythen und der klassischen Literatur. So bearbeitete er beispielsweise den aus dem 16. Jahrhundert stammenden chinesischen Roman Die Reise in den Westen für ein japanisches Publikum und illustrierte diese Fassung selbst.

Während seiner Zeit in Westjapan schuf er mit der sechsteiligen Serie Tempōzan shōkei ichiran (englisch Fine Views of Tempozan) von 1834 sein repräsentativstes Landschaftswerk. Die Serie zeigt Ansichten der Parkanlage Tempōzan. Aufgrund ihrer Komposition und dramatischen Inszenierung erinnern diese Blätter an Bühnenbilder des Kabuki-Theaters. Exemplare befinden sich unter anderem im Osaka City Museum.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Yashima Gakutei: Die Tänzerin Hotoke Gozen (佛御前), aus einer dreiteiligen Surimono-Serie mit den Figuren Gijo, Giō und Hotoke Gozen, 1820er Jahre, japanischer Farbholzschnitt mit Farbe und Druckveredelung auf Papier, 20,6 × 18,2 cm, Los Angeles County Museum of Art (LACMA), Los Angeles

Arbeiten Gakuteis befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen:

Literatur

Commons: Yashima Gakutei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Khanh Trinh: Gakutei. In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 47. Saur, München/Leipzig 2005, S. 347.