| Yesterday | |
|---|---|
| The Beatles | |
| Veröffentlichung | 6. August 1965 (Album) 13. September 1965 (US-Single) |
| Länge | 2:06 |
| Genre(s) | Pop/Ballade |
| Autor(en) | Lennon/McCartney |
| Album | Help! |
| Coverversionen | |
| 1965 | Knut Kiesewetter |
| 1966 | Cilla Black |
| 1966 | Lee Morgan |
| 1967 | Ray Charles |
| 1968 | Wynton Kelly |
Yesterday (englisch für ‚gestern‘; hier Übersetzung für ‚In der Vergangenheit‘, ‚früher‘) ist eine von Paul McCartney geschriebene Ballade, die 1965 von der Band The Beatles auf dem Album Help! veröffentlicht wurde. Das Stück, das außerhalb Großbritanniens zunächst als Single veröffentlicht wurde, ist der am häufigsten gecoverte Popsong.
Obwohl McCartney den Song allein schrieb, wird wie üblich das gemeinsame Copyright Lennon/McCartney als Autorenteam genannt.
Paul McCartney fiel die Grundmelodie nachts im Haus der Eltern seiner damaligen Freundin Jane Asher in der Londoner Wimpole Street ein. Da er glaubte, die Melodie zu kennen und eine Kryptomnesie vermeiden wollte, fragte er einen Monat lang Personen aus der Musikindustrie und seine Bandmitglieder, ob sie die Melodie kennen würden. Da keinem die Melodie bekannt war, trieb McCartney die Komposition weiter voran.
Der Musikproduzent George Martin hörte das Lied erstmals während der Frankreich-Tournee der Beatles zwischen dem 14. Januar und 4. Februar 1964, gespielt von Paul McCartney am Klavier noch unter dem Arbeitstitel Scrambled Eggs (‚Rühreier‘) bzw. dem McCartney zum besseren Merken der Melodie dienenden Platzhalter (scrambled eggs, oh my baby, how I love your legs) im Pariser Hotel George V. Eine erste Rohfassung des Texts entstand noch während der Tournee, der textliche Durchbruch gelang erst während einer Portugal-Reise ab dem 27. Mai 1965. Als McCartney mit Jane Asher mit dem Auto auf dem Weg nach Albufeira war, wo die beiden in einer von dem Gitarristen Bruce Welch angemieteten Wohnung übernachten wollten, entstand aus Scrambled Eggs der Song Yesterday.
McCartney hatte die Idee, auch eine avantgardistische elektronische Version von Yesterday aufzunehmen, er sagte dazu: „Es kam mir in den Sinn, dass der BBC Radiophonic Workshop den Backing-Track dazu machen und ich einfach zu einem elektronischen Quartett singen könnte. […]. Die Frau, die den Workshop leitete, war sehr nett, und sie hatten einen kleinen Schuppen am Ende des Gartens, wo die meiste Arbeit erledigt wurde. Ich sagte: ‚Ich stehe auf diese Art von Sachen.‘ Ich hatte viel über den BBC Radiophonic Workshop gehört […].“ Die erwähnte Frau war Delia Derbyshire, eine Pionierin der elektronischen Musik, bekannt auch durch die Titelmelodie von Doctor Who. Es blieb jedoch bei dem Arrangement von George Martin, der zuvor auch für den BBC Radiophonic Workshop gearbeitet hatte.
George Martin schlug die von ihm arrangierte Streichquartett-Begleitung vor, allerdings lehnte McCartney ein Vibrato der Streicher ab. Die für einen Popsong ungewöhnliche instrumentale Besetzung bestand aus Tony Gilbert und Sidney Sax (Violine), Kenneth Essex (Viola) und Francisco Gabarro (Violoncello); McCartney sang und begleitete sich auf einer akustischen Gitarre (Epiphone FT-79 Texan), wobei er lediglich Daumen und Zeigefinger benutzte. Das Cello begleitete die Solostimme und gibt dem Stück den Eindruck von Kammermusik. Es war die erste Aufnahme ohne die komplette Band.
Am 14. Juni 1965 wurden im Studio 2 der Londoner Abbey Road Studios zwei Takes von McCartneys Gesang und seiner Gitarrenbegleitung aufgenommen, wobei Take 2 als Grundlage für die Aufnahmen am 17. Juni 1965 diente. Am selben Tag erfolgte das Overdubbing des Streichquartetts und die Endabmischung in Mono und am 18. Juni in Stereo. Bei der Monoversion wurde im Vergleich zur Stereoversion etwas Echo unterlegt.
Formal handelt es sich um ein Reprisenformat, gebildet aus einem siebentaktigen Stollen (a), einem achttaktigen Abgesang (b) und einer zweitaktigen Coda (c) als Echowiederholung des Stollen-Endes: a a b a c. Der Stollen besteht aus einem kurzen eintaktigen Anfangsmotiv, aus dem sich ein zweitaktiger Melodiebogen entwickelt, der in den folgenden beiden Takten umgekehrt wird und in ein neues Motiv einmündet. Die Töne von Takt 2/3 des Stollens (d e f e d) und Takt 3/3 des Schlussgesangs stimmen überein.
Yesterday ist im 2⁄4-Takt geschrieben. Die von Martin und McCartney gewählte Tonart ist F-Dur, auch wenn McCartney seine Gitarre um zwei Halbtöne nach unten stimmte, sodass er die Akkordgriffe für G-Dur, der Tonart, in der er das Stück ursprünglich geschrieben hat, verwenden konnte.
Die melancholische Ballade handelt von einer beendeten Beziehung. Das Lyrische Ich hatte falsche Worte gewählt (“said something wrong”), woraufhin es verlassen wurde und sich nun nach der Vergangenheit sehnt (“long for yesterday”). Der Titel Yesterday steht hier also weniger für das „Gestern“, sondern als Synonym für die Vergangenheit.

Yesterday wurde vom Musiksender MTV und der Zeitschrift Rolling Stone zum besten Popsong seit 1963 erklärt. Auf der Rolling-Stone-Liste der 500 besten Songs aller Zeiten belegt der Titel Platz 13. Die BMI geht davon aus, dass das Stück mit über sieben Millionen Aufführungen weltweit der am meisten aufgeführte Popsong ist.
John Lennon sagte 1980 über Yesterday und den nachfolgenden Erfolg: „Nun, wir alle kennen Yesterday. Ich habe so viel Anerkennung für dieses Stück bekommen. Das ist Pauls Song und Pauls Baby – gut gemacht, wunderschön –, und ich habe mir nie gewünscht, ich hätte es geschrieben. Ich gehe in Restaurants, und die Gruppen spielen immer Yesterday. Yoko und ich haben sogar auf einer Geige eines Mannes in Spanien unterschrieben, nachdem er Yesterday für uns gespielt hatte. Er hat nicht verstanden, dass ich den Song gar nicht geschrieben habe. Aber ich denke, er hätte nicht von Tisch zu Tisch gehen können, um I Am the Walrus zu spielen.“
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen/ Monate |
|---|---|---|
| 6 (2,5 Mt.) | 2,5 Mt. | |
| 10 (1 Mt.) | 1 Mt. | |
| 1 (11 Wo.) | 11 Wo. | |
| 8 (9 Wo.) | 9 Wo. |
| Land/Region | Auszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe) |
Verkäufe |
|---|---|---|
| 45.000 | ||
| 25.000 | ||
| 30.000 | ||
| 5.000 | ||
| 60.000 | ||
| 1.800.000 | ||
| 600.000 | ||
| Insgesamt | 2.565.000 |
Hauptartikel: The Beatles/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Ab Juli 2003 kamen Plagiatsvorwürfe von verschiedenen Seiten auf. Zunächst stolperte die Fachpresse über textliche Ähnlichkeiten in der Reimstruktur zu David Whitfields Answer Me (Oktober 1953) und der Hitversion von Nat King Cole (Februar 1954; Platz 6). McCartney bestritt jede Ähnlichkeit der Stücke. Im Juli 2006 behauptete der italienische Komponist Lilli Greco, dass die Melodie vom neapolitanischen Volkslied Piccere’ che vene a dicere (etwa ‚Ich schau Dir in die Augen, Kleines‘) aus dem Jahr 1895 stamme; allerdings konnte niemand die Existenz des Liedes auf Schallplatte oder in Notenform nachweisen.