
Yves Navarre (* 24. September 1940 in Condom; † 24. Januar 1994 in Paris) war ein französischer Schriftsteller.
Nach einem Literaturstudium an der Universität Lille (Spanisch, Englisch und moderne französische Literatur) besuchte Yves Navarre die École des Hautes Études Commerciales du Nord (EDHEC) und schloss sein Studium dort im Jahr 1964 ab. Danach arbeitete er in der Werbung.
1958, im Alter von 18 Jahren, schrieb er seinen ersten Roman, der von den Verlegern abgelehnt wurde. Mehr als einem Dutzend weiterer Romane sollte es nicht besser ergehen. Erst 1971 wurde ein Manuskript von ihm zur Veröffentlichung angenommen, Lady Black, ein Roman, dessen Hauptfiguren Transvestiten sind.
Sein dritter Roman, Les Loukoums (1973), in dessen Zentrum eine geheimnisvolle Krankheit steht, die sich über New York ausbreitet, machte Yves Navarre einer breiteren Leserschaft bekannt. Von da an erschien nahezu jedes Jahr ein neuer Roman von ihm, der oft die Liebe zwischen zwei Männern zum Thema hat (Le Petit Galopin de nos corps, 1977, Portrait de Julien devant la fenêtre, 1979). Er verfasste auch Theaterstücke wie Il pleut, si on tuait papa-maman, Dialogue de sourdes, La Guerre des piscines, Lucienne de Carpentras (in welchem wir einer der Hauptfiguren aus Les Loukoums wiederbegegnen, Lucy Balfour) und Les Dernières Clientes.
In seinem Roman Le Jardin d'acclimatation wird die Geschichte eines jungen Mannes aus guter Familie erzählt, der wegen seiner Homosexualität in eine Anstalt eingewiesen und dort einer Lobotomie unterzogen wird. Dieses Buch wurde 1980 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.
Zwischen 1981 und 1989 war Yves Navarre einer der Wortführer der Homosexuellenbewegung unter Präsident François Mitterrand, doch als Autor fühlte er sich verkannt.
Von 1990 bis 1993 lebte er in Montréal in Kanada. Sein 1991 erschienener Roman Ce sont amis que vent emporte ist in dieser Stadt angesiedelt. Der Bildhauer Roch lebt mit seinem Freund, dem Tänzer David, zusammen. Erzählt wird ihr Kampf gegen Aids, an dem beide erkrankt sind.
Zurück in Frankreich, nahm sich Yves Navarre wegen Depressionen am 24. Januar 1994 mit Barbituraten das Leben.
«Zärtlichkeit tötet. Das Fehlen von Zärtlichkeit ist Mord.»
«Jeder wahre schöpferische Akt ist ein Selbstmord, bei dem keiner zusieht.»
aus: Meine Freunde, die der Wind davonträgt
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Navarre, Yves |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 24. September 1940 |
| GEBURTSORT | Condom |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1994 |
| STERBEORT | Paris |