
Zaccaria Zacchi (* 6. Mai 1473 in Arezzo; † 1544 in Rom), auch Zaccaria da Volterra genannt, war ein italienischer Bildhauer, Terrakottabildner, Maler und Hydrauliker. Nach Einschätzung der neueren kunsthistorischen Literatur (AKL) hat sich die Forschung zur italienischen Skulptur des Cinquecento (u. a. John Pope-Hennessy, Giovanni Mariacher, Joachim Poeschke) mit Zacchi bislang nur wenig befasst. Dies wird teilweise auf seine provinzielle Herkunft sowie auf die lange Zeit geringe Wertschätzung der Terrakottaplastik zurückgeführt. Zacchis Arbeiten im Castello del Buonconsiglio in Trient gelten als Hauptwerk seines Œuvres.
Zaccaria Zacchi entstammte einer alteingesessenen, wappenführenden Familie aus Volterra. Nach der Einnahme Volterras durch Lorenzo il Magnifico im Jahr 1465 floh die Familie nach Arezzo, kehrte aber in den 1480er Jahren in ihre Heimatstadt zurück. Ein unrichtiger Eintrag im Libro dell'età des Kommunalarchivs von Volterra, demzufolge Zaccaria Zacchi im Oktober 1474 in Volterra geboren worden sei, wurde von R. S. Maffei richtiggestellt. Als gesichertes Geburtsdatum gilt der 6. Mai 1473 in Arezzo. Zacchi dürfte zu Beginn der 1490er Jahre eine Ausbildung als Maler und Bildhauer, vermutlich in Florenz, begonnen haben. Dort war er laut Vasari mit Baccio da Montelupo befreundet und arbeitete mit ihm zusammen.
Die erste urkundliche Erwähnung Zacchis stammt aus dem Jahr 1498 und betrifft die Bemalung einer Totenbahre im Kloster San Marco in Volterra. Im Jahr 1504 vollendete er eine lebensgroße Beweinungsgruppe aus Terrakotta mit Maria, Johannes und Maria Magdalena für die Kirche San Francesco in Volterra – sein erstes beurkundetes und erhaltenes Werk. In dieselbe Zeit fällt die Verkündigungsgruppe in SS. Simone e Giuda in Libbiano bei Pisa. In den Jahren 1502, 1505/06, 1512 und 1516 bekleidete Zaccaria Zacchi das Amt des Priore Cittadino von Volterra.

Eine signierte und auf das Jahr 1506 datierte Marmorgruppe (Nymphe und Faun, heute im Museum of Modern Art in New York City) deutet auf einen kurzen Romaufenthalt hin. Giorgio Vasari erwähnt diesen Aufenthalt im Zusammenhang mit einer Wachskopie der Laokoon-Gruppe durch Zacchi. Im Jahr 1506 wurde Zacchi zudem nach Volterra berufen, um ein als wundertätig geltendes Madonnenbild im Priorenpalast auszubessern. 1511/12 nahm er an einem von Piero Pitti ausgelobten Wettbewerb um ein marmornes Madonnenbildnis für den Mercato Nuovo in Florenz teil. Dabei musste er sich gegen Jacopo Sansovino, Baccio Bandinelli und Baccio da Montelupo behaupten. Um 1519 unterlag er in einem weiteren Wettbewerb, dieses Mal um eine Herkules-Statue für den Palazzo Pubblico, gegen Alfonso Lombardi. Mit einem Laokoon-Entwurf unterlag er zudem Sansovino.
Seit 1516 war Zaccaria Zacchi in Bologna ansässig, wo er 1517 eine Verkündigungsgruppe im Palazzo dei Priori restauriert haben soll. Im Jahr 1521 wurde er mit dem Doppelgrabmal der verschwägerten Geschworenen Girolamo Zanetti und Ulpiano Zani in S. Domenico beauftragt, welches jedoch nicht erhalten ist. Im Jahr 1522 erhielt er den Auftrag für einen Altar der Familie Bentivoglio in der Kirche San Giuseppe di Galliera (heute Santa Maddalena) mit einer großen Terrakottaplastik der Madonna mit Kind und Engeln. Diese war vor dem 17. März 1523 fertiggestellt, denn ab diesem Datum begann der Maler Bartolomeo Ramenghi mit der farbigen Fassung.
Im Mai 1524 wird Zaccaria Zacchi als scultore di figure in Diensten der Fabbrica di San Petronio erwähnt. Gemeinsam mit seinen Söhnen Gabriele und Giovanni arbeitete er an der Ausschmückung der beiden Seitenportale der Hauptfassade der Basilika San Petronio in Bologna und schuf dafür insgesamt zehn Kalksteinreliefs. Die erste Zahlung dafür erhielt er im Oktober 1525, die letzte im Oktober 1527.
Im Februar 1526 bestellten die Leiter der Fabbrica bei ihren wichtigsten Bildhauern sechs große Skulpturen für die Tympanone der Portale. Zaccaria Zacchi sicherte die Lieferung einer Statue des heiligen Dominikus zu, deren Ausführung sich jedoch verzögerte. Während dieser Arbeiten wurde er zudem mit einer Statue des Titelheiligen für den Klosterbrunnen von S. Michele in Bosco beauftragt, deren Vergoldung der Maler Ercolese übernahm. Im Jahr 1531 erhielt Zacchi einen weiteren Auftrag für eine Madonnenstatue aus Terrakotta für die Mönche von San Giuseppe in Galliera. Die von Bartolomeo Ramenghi bemalte Statue ist heute verschollen.
1530 oder 1531 wurde Zaccaria Zacchi an den Hof des Kardinals und Fürstbischofs Bernardo Cles in Trient berufen. Möglicherweise hatte Cles ihn anlässlich seines Aufenthalts in Bologna zur Zeit der Krönung Karls V. im Jahr 1530 kennengelernt. In Trient war Zacchi bis 1534/35 mit der Ausschmückung des Magno Palazzo im Castello del Buonconsiglio beschäftigt. Er führte unter anderem die Terrakottadekoration der Kapelle (Domus Orationis) aus und fertigte Reliefs für die Stua delle Figure an. Darüber hinaus führte er hydraulische Arbeiten für die Wasserzuleitung zu den Brunnen des Kastells aus, darunter die Fontana dei Leoni im Löwenhof. Die Zusammenarbeit mit Kardinal Cles verlief jedoch nicht ohne Spannungen. Zacchi geriet wiederholt mit den vereinbarten Fristen in Verzug, wurde deshalb zeitweise nach Rovereto versetzt und später wieder nach Trient zurückgerufen, um die begonnenen Arbeiten zu vollenden. Die letzte Zahlung für seine Tätigkeit in Trient datiert vom Januar 1535.
Im Jahr 1536 war Zaccaria Zacchi wieder in Bologna, wo er eine Statue des heiligen Dominikus für den Tabernakel der Cappella Ramazzotti in San Petronio schuf. 1538 wurde er von Papst Paul III. nach Rom berufen. Dort war er als ingegnere d'acqua für hydraulische Arbeiten zuständig, unter anderem in den Vatikanischen Gärten. Dabei behielt er seine Stellung als Architekt der Fabbrica di San Petronio bei. Zacchi starb 1544 in Rom.

Zu den gesicherten und zugeschriebenen Werken Zacchis zählen unter anderem:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zacchi, Zaccaria |
| ALTERNATIVNAMEN | Zaccaria da Volterra |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Bildhauer, Terrakottabildner, Maler und Hydrauliker |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1473 |
| GEBURTSORT | Arezzo |
| STERBEDATUM | 1544 |
| STERBEORT | Rom |