Der Zeitverlag (vollständig Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG) wurde im Jahr 1969 gegründet und ist für die Herausgabe der Wochenzeitung Die Zeit verantwortlich, die seit 1946 existiert.
Am 14. Februar 1946 erhielten Gerd Bucerius, Lovis H. Lorenz, Richard Tüngel und Ewald Schmidt di Simoni von der britischen Besatzungsbehörde die Lizenz zur Herausgabe der Wochenzeitung. Am 1. Juli 1965 gründete Bucerius gemeinsam mit Richard Gruner und John Jahr senior die Gruner + Jahr, den damals zweitgrößten deutschen Pressekonzern. Am 1. Januar 1973 übertrug er seine Anteile an Gruner + Jahr der neu gegründeten Bertelsmann AG. 1969 wurde Die Zeit aus der Bertelsmann AG herausgelöst und anschließend der neue Zeitverlag gegründet.
Von 1977 bis 1982 leitete Diether Stolze den Verlag. Ab 1985 führte Bucerius' Lebensgefährtin Hilde von Lang (bis 1990 gemeinsam mit Helmut Schmidt, der seitdem Herausgeber war) die Geschäfte des Verlags.
Ab dem 1. Juli 1996 gehörte der Zeitverlag zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Mit Wirkung zum 1.Juni 2009 übernahm die von Dieter von Holtzbrinck neu gegründete Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) 50% der Anteile. Die übrigen 50% des Kapitals liegen bei der Georg von Holtzbrinck GmbH & Co KG Zeitverlag Beteiligungsgesellschaft.
1970 Veröffentlichung der farbigen TiefdruckbeilageZeit Magazin, die Gerd Bucerius gegen den Widerstand der Redaktion als erste farbige Beilage in Deutschland durchsetzte.
1977 Diether Stolze wird Verleger der Zeit, Gerd Bucerius bleibt Eigentümer
1983 Helmut Schmidt wird von Gerd Bucerius zum Herausgeber der Zeit berufen, sowie Geschäftsführer des Zeitverlags (bis 1990).
Die Zeit – das Lexikon in 20 Bänden Die Bände 1–16 bilden mit 145.000 Stichwörtern den enzyklopädischen Kern auf Basis der 15-bändigen Brockhaus Enzyklopädie mit Originalbeiträgen aus Der Zeit zu wichtigen Themen ergänzt. Die Bände 17–19 enthalten das Deutsche Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, die den Wortschatz, rund 250.000 Wörter, der gegenwärtigen drei Generationen umfasst (Eltern, Kinder, Großeltern). In Band 20 sind rund 5.000 Redewendungen und Zitate erfasst.
Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden
Junior-Lexikon in sechs Bänden
Bibliothek des Wissens in acht Sachbüchern aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Sachgebieten
Klassiker von morgen mit zehn Romanen aus dem 21. Jahrhundert
Kopfstand. Philosophieren mit Kindern in sechs Bilderbüchern und drei Mitmachheften
Große Klassik kinderleicht in 5 Bilderbüchern
Wissenschafts-Thriller in sieben Bänden
Hotels zum Verlieben
Kirsten Boie. Die Jubiläumsedition in fünf Bänden
Kleine Auszeiten in Deutschland in vier Bänden
Little People, Big Dreams in sechs Bänden
Chanson
Leseabenteuer in zehn Bänden
Oh du schöne Weihnachtszeit
Eine Auswahl von jeweils 100 bedeutenden Büchern eines Genres ist die Zeit-Bibliothek, als Buch erschienen im Suhrkamp Verlag.
Verlagsstruktur
Mit dem Zeit Weltkunst Verlag mit Sitz in Hamburg und Berlin hat der Zeitverlag eine hundertprozentige Tochter, die u.a. die Zeitschrift Weltkunst und die Zeitung Kunst und Auktionen veröffentlicht, sowie zeitweise auch Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Eine weitere der aktuell elf Tochtergesellschaften ist seit 2022 der Kommunikationsdienstleister Studio ZX sowie seit 2014 das digitale Weiterbildungsangebot Zeit Akademie. Der Verlag richtet jährlich ca. 150 Veranstaltungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung aus. Durch die Übernahme sowie Umbenennung vom Spotlight Verlag im Jahr 2018 ist die ZEIT Sprachen GmbH seitdem eine weitere Tochtergesellschaft der Verlagsgruppe, welche sich auf unterhaltsame Sprachlern-Medien und Sprachmagazine spezialisiert hat.
Auszeichnungen
Im Mai 2012 wurde die Jakob Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger, einer der renommiertesten deutschsprachigen Preise für das Zeitschriftenwesen, erstmals nicht an eine Einzelperson, sondern an die Herausgeber, Verleger, Geschäftsführer, Chefredaktion und Mitarbeiter der Zeit verliehen.
Literatur
Die Zeit. Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Zeitverlag Bucerius, Hamburg 1946ff. (Erscheint wöchentlich)
Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Göttingen 2008.
Mathias von der Heide, Christian Wagner: „Weiter rechts als die CDU“. Das erste Jahrzehnt der „Zeit“. In: Lutz Hachmeister, Friedemann Sierung (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S.165–184.
12Karl-Heinz Janssen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer:Die Zeit. Geschichte einer Wochenzeitung 1946 bis heute. Siedler, München 2006, ISBN 978-3-88680-847-2, S.236.
↑Karl-Heinz Janssen, Haug von Kuenheim, Theo Sommer:Die Zeit. Geschichte einer Wochenzeitung 1946 bis heute. Siedler, München 2006, ISBN 978-3-88680-847-2, S.236.
↑Alexander Smoltczyk:Die Zeichen der »Zeit«. In: Der Spiegel. 25.Januar 1998, ISSN2195-1349 (spiegel.de[abgerufen am 12.Oktober 2022]).