
Zineb Sedira (* 1. April 1963 in Paris) ist eine französisch-algerische Künstlerin, die mit Film, Fotografie, Installation und Performance arbeitet. Sie lebt in London und Paris; ihre Arbeiten befassen sich mit Themen wie Migration, Erinnerung, Identität und den Verflechtungen rund um das Mittelmeer. 2022 vertrat sie Frankreich auf der 59. Kunstbiennale von Venedig mit dem Projekt Les rêves n’ont pas de titre / Dreams Have No Titles. Der französische Pavillon erhielt dafür eine lobende Erwähnung (Special Mention). 2021 stand Sedira auf der Shortlist des Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Werke von ihr befinden sich unter anderem im Centre Pompidou in Paris und in der Tate in London.
Sedira wurde 1963 in Paris geboren. 1986 zog sie nach London, wo sie seither ihren Lebensmittelpunkt hat. Von 1992 bis 1995 studierte sie Critical Fine Art Practice am Central Saint Martins College, 1995 bis 1997 folgte ein MFA an der Slade School of Fine Art; 1998 bis 2003 absolvierte sie Forschungsstudien in der Fotografie am Royal College of Art in London. Neben London arbeitet sie regelmäßig in Paris und in Algerien.
2012 initiierte Sedira in Algier das Residenzprogramm aria – artist residency in algiers, um die zeitgenössische Kunstszene Algeriens durch internationale Austauschprojekte zu stärken.
Sediras multimediale Praxis verknüpft persönliche Erinnerungen mit postkolonialen und transmediterranen Geschichtserzählungen; wiederkehrende Themen sind Migration, Familiengeschichten, Oral History und kulturelle Übersetzungen. Zu ihren bekannten Arbeiten zählt die Videoinstallation Mother Tongue (2002), die sich in der Sammlung des Centre Pompidou befindet. 2010 präsentierte sie im Palais de Tokyo das Projekt Gardiennes d’images, das sich mit den Archiven des algerischen Fotografen Mohamed Kouaci beschäftigt. 2018 zeigte die Sharjah Art Foundation die Überblicksausstellung Air Affairs and Maritime NonSense, die 17 Jahre ihres Schaffens zusammenfasste.
Für den französischen Pavillon der Biennale Arte 2022 transformierte Sedira die Räume in ein Filmstudio und reflektierte die Geschichte des politischen Kinos zwischen Frankreich, Algerien und Italien. Die Präsentation erhielt von der Biennale-Jury eine Special Mention als nationale Teilnahme. 2024 zeigte die Whitechapel Gallery die britische Premiere von Dreams Have No Titles; Kritiken hoben die minutiösen Filmset-Rekonstruktionen und die Verbindung von persönlicher Biografie und kollektiver Erinnerung hervor. Sedira war und ist zudem in zahlreichen internationalen Gruppen- und Museumsausstellungen vertreten, etwa am Tate Britain, Centre Pompidou, MOCA u. a.
Zu ihren Auszeichnungen zählen der Prix SAM pour l’art contemporain (Paris, 2009) und eine Nominierung für den Prix Marcel Duchamp (2015); 2021 wurde sie – wie eingangs erwähnt – für den Deutsche Börse Photography Foundation Prize nominiert. 2024 wurde Sedira in die Liste der 100 Most Influential Africans von New African aufgenommen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sedira, Zineb |
| KURZBESCHREIBUNG | französisch-algerische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1. April 1963 |
| GEBURTSORT | Paris |