Den Zographos-Stiftung, auch Zographos-Fonds, geht auf den in Konstantinopel lebenden Bankier und Mäzen Christakis Zographos (griechisch Χρηστάκης Ζωγράφος, 1820–1898) zurück. Er stiftete 1876 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 20.000 Mark zur Förderung des Studiums der griechischen Sprache und Literatur. Mit den Zinsen aus dem Stiftungskapital wurde je nach Höhe des verfügbaren Betrages eine Arbeit auf dem Gebiet der Sprache, Literatur, des öffentlichen und Privatlebens der Griechen im Altertum oder im Mittelalter mit einem Preis prämiert, der von der philologisch-historischen Klasse der Akademie vergeben wurde.
Später wurde die Stiftung mit der Thereianos-Stiftung (gestiftet 1897) zusammengelegt, im Jahr 1963 wurden alle verbleibenden Stiftungen der philologisch-historischen Klasse nach zwei Geldentwertungen und dem Verlust des größten Teils ihres Vermögens zum Fonds zur Förderung der Geisteswissenschaften zusammengelegt.
Die Preisfragen und Preisträger wurden im Jahrbuch und in den Sitzungsberichten der Akademie veröffentlicht.
| Jahr der Auslobung | Thema | Jahr der Vergabe | Preisträger | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 1879 | „Eine auf Grund neuer kritischer Hülfsmittel veranstaltete Bearbeitung der Chronographie des Theophanes nebst Untersuchungen über die Quellen und die Fortsetzung dieses Werkes.“ | 1881 | Carl de Boor | |
| 1877, 1879 und 1881 | „Untersuchung der Excerptensammlung des Kaisers Constantin VII. Porphyrogennetos.“ | 1883 | Carl de Boor | für 1877 und 1879 nicht vergeben |
| 1881 und 1883 | „Über die griechischen Kriegsschriftsteller.“ | 1885 | Karl Konrad Müller | für 1881 nicht vergeben |
| 1886 | „Geographie und Topographie der in Bursian’ Geographie Griechenlands noch nicht behandelten hellenischen Inseln, wie Thasos, Samothrake, Imbros, Lemnos, Lesbos, Chios, Samos, Kos, Rhodos, Kypros, sei es sämtlicher oder doch einer grösseren Anzahl derselben.“ | 1889 | Eugen Oberhummer | |
| 1889 | „Herausgabe des byzantinischen Meloden Romanos, mit einer die handschriftliche Ueberlieferung, die literarhistorische Stellung und die metrische Kunst des Dichters darlegenden Einleitung.“ | 1892 | Karl Krumbacher | |
| 1892 | „Polyglotte Ausgabe der Chronik von Morea auf Grund der in verschiedenen Sprachen und Recensionen erhaltenen Texte, nebst einer Untersuchung jener Texte zu einander und über das Original der Chronik“ | 1895 | John Schmitt | |
| 1895 | „Neue textkritische Ausgabe der Werke des Historikers Prokop mit Einschluss der Geheimgeschichte auf Grund der besten Handschriften“ | 1898 | Jakob Haury | |
| 1904 | „Die meteorologischen Theorien des griechischen Altertums auf Grund der literarischen und monumentalen Überlieferung.“ | 1906 | Otto Gilbert | |
| 1904 | „Die Metrik der kirchlichen und profanen Poesie der Byzantiner.“ | 1907 | Paul Maas | |
| 1907 | „Das Plagiat in der griechischen Literatur, untersucht auf Grund der philologischen Forschung (über κλοπή und συνένωσις), der rhetorisch-ästhetischen Theorie und der literarischen Praxis des Altertums.“ | 1911 | Eduard Stemplinger | |
| 1909 | „Es soll untersucht werden, wieweit in der östlichen Hälfte des römischen Reichs neben dem Griechischen das Lateinische als Amts-, Rechts-, Heeres- und Kirchensprache verwendet wurde und welche Folgen seine Verwendung für die griechische Umgangs- und Literatursprache hatte. Die zeitliche Begrenzung der Aufgabe bleibt dem Bearbeiter überlassen.“ | nicht vergeben | ||
| 1910 | „Bearbeitung der Topographie Thessaliens“ | 1913 | Friedrich Stählin | |
| 1913 | „Die stilistischen und sonstigen Umgestaltungen, welche antike Kopisten und Bildhauerschulen mit den von ihnen wiedergegebenen oder benützten Bildwerken vorgenommen haben, sollen an möglichst zahlreichen Beispielen systematisch und zeitlich geordnet dargelegt und beurteilt werden.“ | auf Grund des Krieges nicht vergeben | ||
| 1914 | „Das Unterrichtswesen im byzantinischen Reiche vom Zeitalter Justinians bis zum 15. Jahrhundert“ | auf Grund des Krieges nicht vergeben | ||
| 1920 | „Die stilistischen und sonstigen Umgestaltungen, welche antike Kopisten und Bildhauer-Schulen mit den von ihnen wiedergegebenen oder benutzten Bildwerken vorgenommen haben, sollen in möglichst zahlreichen Beispielen systematisch und zeitlich geordnet dargelegt und beurteilt werden.“ | 1923 | Georg Lippold | |