| Zurich Concerts | |
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| Livealbum von Barry Guy / Anthony Braxton with London Jazz Composers Orchestra | |
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
2LP, 2CD, Download |
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Titel (Anzahl) |
2 |
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1:34:17 | |
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Besetzung |
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Aufnahmeort(e) |
Taktlos Festival, Rote Fabrik, Zürich |
Zurich Concerts ist ein Musikalbum von Barry Guy, Anthony Braxton mit dem London Jazz Composers Orchestra. Die am 11. November 1987 und am 27. März 1988 auf dem Taktlos Festival in der Roten Fabrik in Zürich entstandenen Aufnahmen erschienen 1988 auf zwei Langspielplatten, 1995 als Doppel-CD auf Intakt Records.

Diese Doppel-CD des London Jazz Composers’ Orchestra unter der Leitung von Barry Guy enthält zwei Kompositionen, darunter eine von Guy, die die gesamte erste CD einnimmt – er dirigiert dabei und spielt den Kontrabass. Die zweite CD ist vier Werken von Anthony Braxton gewidmet, die – wie es häufig bei ihm üblich ist – durch verschiedene andere Stücke aus seinem Repertoire ergänzt werden, notierte Thom Jurek. Braxton dirigiert seine eigenen Stücke, spielt jedoch nicht selbst mit. Den Auftakt bildet das fast 40-minütige Werk von Guy, das damit beginnt, dass Steve Wick auf der Tuba einen melodischen Rahmen für den Rest der Band vorgibt, zu der unter anderem Evan Parker, Trevor Watts, Phil Wachsmann, Barre Phillips, Dave Holland, Paul Lytton, Tony Oxley, Radu Malfatti, Jon Corbett und Paul Dunmall gehören. Insgesamt sind 19 Musiker bei den Aufführungen dabei.
In Braxtons Werken stehen Dynamik und Dramatik im Vordergrund, so Thom Jurek. Wie bei einem großen Ensemble üblich, beginnt er sehr leise, um die ihm zur Verfügung stehende Klangpalette zu etablieren und das Publikum darauf einzustimmen. Er bewegt sich abschnittsweise durch die Band und leitet die Musiker dazu an, kleine, gegliederte Phrasen zu spielen, bevor er das gesamte Orchester für eine Fülle klanglicher Erkundungen öffnet.

Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und meinte, das Bemerkenswerteste an Guys „Polyhymnia“ sei das Beharren auf dem Ostinato und die Ausdehnung tonaler Sequenzen, die oft weit über die Dauer von Tonarten und Intervallen hinausgehen würden. Diese tonalen Sequenzen könnten zu einem bestimmten Zeitpunkt aus einer beliebigen Anzahl von Instrumenten bestehen und seien lediglich so notiert, dass sie dem Gespür des Dirigenten für Dynamik und Dauer folgen. Ihre dramaturgischen und sprachlichen Ausprägungen können vom jeweiligen Musiker frei gestaltet werden. Sicherlich gebe es über diesen langen Abschnitt hinweg Crescendi, doch noch wichtiger seien die Pausen, die ein Instrument klanglich – insbesondere mikrotonal – mit einem anderen gleichsetze, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.
Die Auseinandersetzung in Braxtons Kompositionen würde auf der Ebene idiomatischer Möglichkeiten stattfinden, so Jurek: „Inwieweit kann eine Gruppe von Instrumenten in einheitlicher Freiheit miteinander kommunizieren, ohne in den Abgrund des Egos und des bloßen Improvisierens abzugleiten?“ Fast eine Stunde lang würde Braxton innerhalb und außerhalb des Kontexts des Zusammenspiels untersuchen, wie sich mikro- und polytonale Universen im Zusammenhang mit dem Anschlag und der Phrasierung eines Musikers sowie dessen Improvisationsideen gegenseitig hinterfragen und erklären. In diesem Sinne gehöre dieses Werk zu Braxtons faszinierendsten Kompositionen für größere Ensembles und werde hoffentlich zu seinen nachhaltigsten zählen. Tatsächlich seien die Besucher dieser Zürcher Konzerte an diesen beiden Abenden in den Genuss der intimsten und prophetischsten Ausdrucksformen gekommen. Sie hätten zudem einen Einblick in die Grundlage erhalten, auf der freie Improvisation und neue Komposition miteinander verbunden sind.