
Zusammendruck ist in der Philatelie die Bezeichnung für eine zusammenhängende Druckeinheit aus unterschiedlichen Briefmarken oder weiteren philatelistischen Druckelementen wie Leerfeldern, Reklamefeldern oder Zwischenstegen.
Der internationale, insbesondere im englischen und französischen Sprachraum verwendete Fachausdruck lautet Se-tenant. In der internationalen Philatelie bezeichnet der Begriff zwei oder mehr zusammenhängende Briefmarken mit unterschiedlichen Motiven, Wertstufen oder Farben.
Zusammendrucke entstanden insbesondere im Zusammenhang mit Markenheftchen, Markenheftchenbogen und Heftchenblättern und entwickelten sich vor allem in Deutschland zu einem eigenständigen philatelistischen Sammelgebiet mit spezieller Katalogisierung und Fachliteratur.
Der Begriff Zusammendruck wird in der philatelistischen Literatur nicht vollständig einheitlich verwendet. Im Allgemeinen bezeichnet er zusammenhängende unterschiedliche Markenbilder, Wertstufen oder Druckelemente innerhalb einer gemeinsamen Druckeinheit.
Nicht jeder zusammenhängende Markenverband stellt philatelistisch einen Zusammendruck dar. Entscheidend sind die unterschiedlichen Markenbilder, Wertstufen oder zusätzlichen Druckelemente innerhalb einer gemeinsamen philatelistischen Einheit.
Zusammendrucke können aus voneinander unabhängigen Markenmotiven bestehen oder ein durchgehendes Gesamtbild bilden. Mehrere Zusammendrucke ergeben gemeinsam häufig ein größeres zusammenhängendes Bild.
Neben unterschiedlichen Briefmarken können auch Leerfelder, Reklamefelder, Zwischenstege oder Zierfelder Bestandteil eines Zusammendrucks sein.
Im MICHEL Deutschland-Spezial werden Zusammendrucke als eigenständige philatelistische Erscheinungsform katalogisiert.
Dabei existieren unter anderem folgende Bezeichnungen:
Die Abkürzungen können im MICHEL-Katalog je nach Zusammenhang teilweise mehrdeutig verwendet werden.
Zusammendrucke treten unter anderem als Paare, Streifen, Triptychen oder größere zusammenhängende Einheiten auf. Häufig bestehen sie aus unterschiedlichen Marken eines gemeinsamen Satzes oder aus Marken mit durchgehendem Gesamtbild.
Zusammendrucke finden sich insbesondere bei Markenheftchen und Markenheftchenbogen. Diese werden häufig in größeren Druckbogen hergestellt und anschließend zu einzelnen Heftchen verarbeitet.
Davon unterschieden werden im Katalog unter anderem Zwischenstegpaare (ZS, ZW), Kehrdrucke sowie Rollenmarken.
Nicht als Zusammendrucke gelten gewöhnlich zusammenhängende identische Briefmarken, wie sie beispielsweise bei Briefmarkenrollen, gewöhnlichen Briefmarkenbogen, Kleinbogen oder Markenheftchenblättern vorkommen.
Rollenstreifen oder Kleinbogen bestehen häufig ausschließlich aus identischen Marken gleicher Wertstufe und Gestaltung. Zusammendrucke weisen dagegen typischerweise unterschiedliche Motive, Wertstufen oder zusätzliche Druckelemente auf.
Die Abgrenzung zu Zwischenstegpaaren, Kehrdrucken oder anderen zusammenhängenden Druckeinheiten ist in der philatelistischen Literatur nicht immer vollständig einheitlich.
Besondere Bedeutung erlangten Zusammendrucke durch die Einführung von Markenheftchen und Heftchenblättern. Dabei wurden unterschiedliche Wertstufen oder Markenbilder innerhalb gemeinsamer Heftchenbogen angeordnet und später zu Markenheftchen verarbeitet.
Vor allem bei Ausgaben des Deutschen Reiches, der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post der DDR entstanden zahlreiche katalogisierte Zusammendrucke.
International verbreitet sind Zusammendrucke insbesondere bei Sondermarken mit zusammenhängenden Bildmotiven oder thematischen Serien. Seit den 1960er Jahren erschienen zunehmend Ausgaben mit durchgehenden Gesamtmotiven, bei denen mehrere Marken gemeinsam ein zusammenhängendes Bild ergeben.
Zusammendrucke bilden innerhalb der Philatelie ein eigenständiges Sammelgebiet. Gesammelt werden unter anderem: