| Asteroid (1028) Lydina | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,410 AE |
| Exzentrizität | 0,102 |
| Perihel – Aphel | 3,061 AE – 3,758 AE |
| Neigung der Bahnebene | 9,4° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 62,7° |
| Argument der Periapsis | 20,8° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 5. September 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 6 a 108 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,09 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 88,5 km ± 0,8 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 11 h 41 min |
| Absolute Helligkeit | 9,3 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | Wladimir A. Albizki |
| Datum der Entdeckung | 6. November 1923 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1907 JF, 1914 JA, 1923 VF |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(1028) Lydina ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 6. November 1923 vom sowjetischen Astronomen Sergei Iwanowitsch Beljawski am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 12,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 9. Mai 1907 an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg und am 2. Mai 1914 an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Lidija Iljinitschna Albizkaja, der Ehefrau des Entdeckers.
(1028) Lydina wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1028) Lydina, für die damals Werte von 71,4 km bzw. 0,06 erhalten wurden. Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte von 66,5 km bzw. 0,07 bestimmt wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 96,8 km bzw. 0,03. Eine Auswertung von Beobachtungen, die im Dezember 2006 und Juni 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, führte 2012 zu Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 97 ± 1 km bzw. 0,03. Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 88,5 km bzw. 0,04 korrigiert. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 81,9 km bzw. 0,04 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (1028) Lydina eine taxonomische Klassifizierung als C-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 15. und 16. November 1998 am Observatório do Pico dos Dias (OPD) in Brasilien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine als unsicher angesehene Rotationsperiode von 15,69 h bestimmt, weitere Beobachtungen wurden daher als notwendig erachtet.
Neue Messungen erfolgten vom 22. November bis 8. Dezember 2011 während vier Nächten am Santana Observatory und an der Goat Mountain Astronomical Research Station (GMARS) in Kalifornien. Die dabei ermittelte Rotationsperiode von 11,680 h erwies den früheren Wert tatsächlich als Fehlauswertung. Auch kurz darauf stattfindende Beobachtungen vom 19. bis 30. Dezember 2011 während fünf Nächten am Observatorium Bassano Bresciano in Italien bestätigten die kürzere Rotationsperiode mit einem Wert von 11,674 h.
Eine weitere Messung vom 19. Dezember 2011 bis 3. Februar 2012 während fünf Nächten an zwei Standorten des Astronomischen Observatoriums Yunnan in China wurde auch zu einer Periode von 11,680 h ausgewertet. Außerdem konnten zwei alternative Positionen der Rotationsachse und die Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells abgeleitet werden.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen, eine nahe zur Ebene der Ekliptik gelegen und eine mit retrograder Rotation, sowie eine Periode von 11,6785 h berechnet.
(1028) Lydina ist namensgebendes und größtes Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 3,33–3,46 AE, eine Exzentrizität von 0,09–0,13 und eine Bahnneigung von 8,1°–8,9°. Taxonomisch handelt es sich um Asteroiden der Spektralklassen C, S und D, die mittlere Albedo liegt bei 0,05. Die Lydina-Familie umfasste im Jahr 2019 etwa 50 bekannte Mitglieder.