| Asteroid (1078) Mentha | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,269 AE |
| Exzentrizität | 0,138 |
| Perihel – Aphel | 1,955 AE – 2,583 AE |
| Neigung der Bahnebene | 7,4° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 93,8° |
| Argument der Periapsis | 44,3° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 4. August 2026 |
| Siderische Umlaufperiode | 3 a 153 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 19,68 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 12,6 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,26 |
| Rotationsperiode | 3 d 13 h |
| Absolute Helligkeit | 11,6 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Karl Wilhelm Reinmuth |
| Datum der Entdeckung | 7. Dezember 1926 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1917 CB, 1924 EP, 1926 XB, 1951 CF1, 1952 LD |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(1078) Mentha ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 7. Dezember 1926 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 13,5 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 13. und 23. Februar 1917 ebenfalls in Heidelberg sowie am 3. und 9. März 1924 am Krim-Observatorium in Simejis fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt nach der Pflanzengattung der Minzen aus der Familie der Lippenblütler. Reinmuth veröffentlichte eine umfangreiche Liste neuer Namen für 66 Asteroiden zwischen (1009) und (1200). In dieser Zusammenstellung befinden sich 28 aufeinanderfolgende Namen, die von Blumen und anderen Pflanzen entlehnt sind.
Ursprünglich war diesem Asteroiden, nachdem er am 13. Februar 1917 in Heidelberg beobachtet worden war, die Nummer und der Name (864) Aase zugewiesen worden. Der französische Astronom André Patry aus Nizza fand aber 1958, dass er mit dem von Reinmuth entdeckten und in der Folge (1078) Mentha benannten Asteroiden identisch war. Das Minor Planet Center behielt daraufhin Nummer und Name (1078) Mentha für dieses Objekt bei und gab die Nummer (864) frei, die später einem anderen von Reinmuth entdeckten Asteroiden zugeteilt wurde.
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (1078) Mentha zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 13,7 km bzw. 0,18. Ein Vergleich von Daten, die von 1978 bis 2011 an der Sternwarte Ondřejov in Tschechien und am Table Mountain Observatory in Kalifornien gesammelt wurden, mit den Daten von NEOWISE ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 13,7 km bzw. 0,16. Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 15,4 km bzw. 0,13 geändert worden waren, wurden sie 2014 auf 12,6 km bzw. 0,26 korrigiert. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 13,6 km bzw. 0,31, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 31. Januar 1982 am McDonald-Observatorium in Texas. Die im Abstand von etwa einer Stunde erfassten Helligkeiten zeigten nur eine geringe Veränderung und konnten nicht weiter ausgewertet werden. Aus weiteren Beobachtungen vom 11. bis 14. Februar 1998 am Mount-Lemmon-Observatorium in Arizona wurde dann aus der aufgezeichneten lückenhaften Lichtkurve eine Rotationsperiode von 85 ± 2 h abgeleitet. Für diesen langsamen Rotator wurde auch eine Taumelbewegung als möglich angesehen.
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (1078) Mentha einen Wert von 82,9 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 11,5 ± 0,2 km abgeleitet.
Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (1078) Mentha wurde aus Messungen vom 10. bis 17. Oktober 2018 eine Rotationsperiode von 82,117 h erhalten.