| Asteroid (659) Nestor | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Jupiter-Trojaner (L4) |
| Große Halbachse | 5,170 AE |
| Exzentrizität | 0,116 |
| Perihel – Aphel | 4,572 AE – 5,768 AE |
| Neigung der Bahnebene | 4,5° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 350,8° |
| Argument der Periapsis | 343,7° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 4. September 2031 |
| Siderische Umlaufperiode | 11 a 276 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 13,06 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 112,3 km ± 1,9 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 15 h 59 min |
| Absolute Helligkeit | 8,7 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
XC |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 23. März 1908 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1908 FE, 1914 WF |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(659) Nestor ist ein Asteroid aus der Gruppe der dem Jupiter vorauseilenden Trojaner, der am 23. März 1908 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 15,0 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist benannt nach Nestor, dem König von Pylos, der in seinem hohen Alter den Griechen im Trojanischen Krieg als Ratgeber diente. Die Benennung erfolgte anlässlich der Tagung der Astronomischen Gesellschaft in Breslau im Jahr 1910.
(659) Nestor war der vierte entdeckte Asteroid, die sich in einer ähnlichen Entfernung wie der Planet Jupiter um die Sonne bewegt. Für Asteroiden, die sich in einer 1:1-Bahnresonanz mit Jupiter befinden, gibt es im Dreikörperproblem Sonne–Jupiter–Asteroid mit den Lagrange-Punkten L4 und L5 zwei mögliche dynamisch stabile Aufenthaltsorte. (659) Nestor gehört zu der Gruppe, die sich als „Lager der Griechen“ in der Nähe des Librationspunkts L4 in 60° Winkelabstand vor Jupiter bewegt.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (659) Nestor, für den damals Werte von 108,9 km bzw. 0,04 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Trojaner ergab 2012 Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 112,3 km bzw. 0,04.
Spektroskopische Beobachtungen am 7. Dezember 2021 am Caucasus Mountain Observatory (CMO) des Sternberg-Instituts für Astronomie zeigten keine Anzeichen einer durch Sublimation von Wasser- und Kohlenstoffdioxid-Eis bedingten Staubaktivität bei (659) Nestor in Perihelnähe.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 24. bis 26. Januar 1988 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von etwa 15,1 h abgeleitet. Bei weiteren Beobachtungen vom 19. bis 22. August 1995 am La-Silla-Observatorium in Chile wurde die Rotationsperiode dann aber zu einem deutlich längeren Wert von 15,98 h bestimmt.
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (659) Nestor einen Wert von 15,97 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 112,1 ± 1,7 km abgeleitet. Bei einer weiteren photometrischen Durchmusterung der PTF vom 6. Januar bis 23. Februar 2014 wurden auch von (659) Nestor während vier Nächten Aufnahmen gemacht. Die daraus erstellte Lichtkurve wurde zu einer vorläufigen Rotationsperiode von 16,0 h ausgewertet.
Mit einer Analyse astrometrischer und photometrischer Daten des Gaia DR2-Katalogs im Jahr 2018 konnte mit der Methode der konvexen Inversion für den Asteroiden eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,979 h berechnet werden.
Im Jahr 2019 wurde mit einer Auswertung photometrischer Daten des Lowell-Observatoriums in Arizona und von Gaia DR2 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,97894 h berechnet.
Aus photometrischen Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona, der Catalina Sky Survey, von Gaia DR3, der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN), des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), PTF und der Zwicky Transient Facility (ZTF) sowie einer archivierten Lichtkurve von 1988 wurde in einer Untersuchung von 2023 erneut eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,97896 h berechnet.