AOK Bayern

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
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Sozialversicherung Gesetzliche Krankenversicherung
Kassenart Allgemeine Ortskrankenkasse
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 1. Juni 1995
Zuständigkeit Bayern Bayern
Sitz München
Vorstand Irmgard Stippler (Vors.), Stephan Abele (stv.)
Verwaltungsrat Frank Firsching (Versicherte), Ivor Parvanov (Arbeitgeber)
Aufsichtsbehörde Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Versicherte 4.600.365, davon 3.619.282 Mitglieder (2025)
Haushaltsvolumen ca. 21,45 Milliarden Euro (2025)
Geschäftsstellen ca. 200
Mitarbeiter ca. 11.000
Website www.aok.de/pk/bayern

Die AOK Bayern – Die Gesundheitskasse (kurz AOK Bayern) ist ein Träger der gesetzlichen Krankenversicherung aus der Kassenart der Allgemeinen Ortskrankenkassen mit Sitz in München. Mit mehr als 4,6 Millionen Versicherten ist sie Bayerns größte Krankenkasse und die viertgrößte Deutschlands. Rund 11.000 Beschäftigte betreuen die Versicherten in etwa 200 Geschäftsstellen.

Rechtsform und Geschichte

Die AOK Bayern ist eine rechtlich selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung (siehe unten) und untersteht der Rechtsaufsicht des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Als eine von elf regionalen AOKs ist die AOK Bayern zudem Mitglied im AOK-Bundesverband, der u. a. für die gemeinsame Interessenvertretung zuständig ist.

Die AOK Bayern entstand 1995 aus dem Zusammenschluss von rund 40 selbständigen bayerischen AOKs und des damaligen AOK-Landesverbands Bayern. Zum ersten Vorstandsvorsitzenden wurde 1995 Herbert Schmaus gewählt, danach führte Helmut Platzer die AOK Bayern von 1999 bis 2018. Seit 2018 steht Irmgard Stippler an der Spitze der AOK Bayern.

Im August 2026 stellte die AOK Bayern den Gesundheitsatlas Pro vor, eine anonymisierte Auswertung von Millionen von Gesundheitsdaten auf regionaler Ebene: Die anonymen Daten sollen es Kommunen ermöglichen, gezielte Präventionsprogramme gegen häufige Krankheiten vor Ort zu entwickeln.

Versicherte und Marktstellung

Die AOK Bayern zählte 2025 insgesamt rund 4,6 Millionen Versicherte, davon rund 3,62 Millionen Mitglieder (die Differenz entfällt auf beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige im Rahmen der Familienversicherung). Auf Arbeitgeberseite betreut die Kasse rund 260.000 Firmen. Damit ist die AOK Bayern die größte Krankenkasse des Freistaats mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent innerhalb Bayerns.

Organisation und Struktur

Geschäftsstelle der AOK Bayern am Frauentorgraben in Nürnberg.
AOK-Filiale in der Bahnhofstraße in Neuendettelsau (Mittelfranken).
Geschäftsstelle der AOK Bayern in der Harderstraße, Ingolstadt.
Geschäftsstelle der AOK Bayern in der Bruderwöhrdstraße, Regensburg.

Selbstverwaltung der AOK Bayern

Seit Bestehen des Sozialversicherungssystems gestaltet eine gemeinsame Selbstverwaltung von Versicherten und Arbeitgebern die Politik der Sozialkassen. Bei den Krankenkassen geschieht das über gemeinsam gebildete Verwaltungsräte. In Sozialwahlen entscheiden Versicherte und Arbeitgeber alle sechs Jahre über ihre Vertreter in den Verwaltungsräten, die das höchste Beschlussorgan der AOK darstellen.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat der AOK Bayern hat 30 ehrenamtliche Mitglieder (15 Versicherten- und 15 Arbeitgebervertreter), verfügt über weitreichende Kontroll- und Informationsrechte und bestimmt den sozial- und unternehmenspolitischen Kurs der AOK Bayern. Die Mitglieder des Verwaltungsrats wählen den Vorstand.

Vorstand

Der Vorstand wird vom Verwaltungsrat für eine Amtszeit von bis zu sechs Jahren gewählt, um die AOK Bayern nach außen zu vertreten und eigenverantwortlich alle Beschlüsse des Verwaltungsrats umzusetzen. Der Vorstand, der aus bis zu drei Personen bestehen kann, übt seine Tätigkeit hauptamtlich aus. Seit 2018 ist Irmgard Stippler Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, ihr Stellvertreter ist Stephan Abele.

Gliederung in Direktionen

Die AOK Bayern gliedert sich in 30 Direktionen (d. h. Kassenbezirke), die alle bayerischen Städte und Gemeinden abdecken. Der Kundenservice vor Ort wird in insgesamt rund 200 Geschäftsstellen sichergestellt, kundenferne Aufgaben sind auf mehrere bayernweite Geschäftsbereiche verteilt.

Finanzen

Beitragssätze

Seit 1. Januar 2009 werden die Beitragssätze zur Krankenversicherung vom Gesetzgeber einheitlich vorgegeben. Seit 2015 beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 Prozent. Die AOK Bayern erhebt wie alle anderen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag. Er wurde zuletzt am 1. Januar 2025 auf 2,69 % angepasst. 2026 lag die AOK Bayern damit 0,21 % unter dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung von 2,9 %.

Haushalt

Krankenversicherung

2025 wurden für die Krankenversicherung rund 21,45 Milliarden Euro eingenommen (10,4 Prozent mehr als im Vorjahr). Von den Einnahmen für die Krankenversicherung stammten rund 18,1 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds und rund 3,1 Milliarden Euro aus dem Zusatzbeitrag.

Pflegeversicherung

Für die Pflegeversicherung wurden 2025 rund 3,82 Milliarden Euro eingenommen (8,9 Prozent mehr als im Vorjahr). Rund 2,15 Milliarden Euro wurden für die ambulante Pflege, rund 1,47 Milliarden Euro für die stationäre Pflege ausgegeben. 2025 erhielten rund 305.000 Versicherte der AOK Bayern finanzielle Leistungen aus der Pflegekasse.

Vermögen

Das Vermögen der AOK Bayern, das sich aus Verwaltungsvermögen, Rücklagen und Betriebsmitteln zusammensetzt, belief sich 2025, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend, auf rund 990 Millionen Euro.

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Vorstand der AOK Bayern. AOK Bayern, abgerufen am 20. August 2026.
  2. ↑ Der Verwaltungsrat der AOK Bayern. AOK Bayern, abgerufen am 20. August 2026.
  3. 1 2 3 Der Jahresrechnungsabschluss der AOK Bayern für das Jahr 2025. AOK Bayern, abgerufen am 20. August 2026.
  4. 1 2 3 Die AOK-Gemeinschaft. Abgerufen am 20. August 2026 (deutsch).
  5. 1 2 3 Arbeiten bei der AOK Bayern. AOK Bayern, abgerufen am 20. August 2026.
  6. 1 2 Geschäftsbericht 2025. In: AOK Bayern. AOK Bayern, S. 6, abgerufen am 20. August 2026.
  7. ↑ Lisa Marie Albrecht, Irmgard Stippler: Appell an Söder? AOK-Bayern-Chefin sieht Versäumnisse bei explodierenden Pflegekosten. In: Abendzeitung. 12. Mai 2026, abgerufen am 20. August 2026.
  8. ↑ Liste der deutschen Krankenkassen, Stichtag 1. Juli 2026. In: BzG – Beiträge zur Gesellschaftspolitik. Nr. 10/26. MC.B Verlag GmbH, 20. August 2026, ISSN 1862-0272, S. 2.
  9. ↑ Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 13/1995. (PDF) Bayerische Staatskanzlei, 21. Juni 1995, abgerufen am 20. August 2026 (Vgl. S. 203).
  10. ↑ Dietrich Mittler: Krankenkasse - Chef von AOK Bayern hört unerwartet auf. In: sueddeutsche.de. 2. November 2017, abgerufen am 1. April 2026.
  11. ↑ Irmgard Stippler u. a.: Bayerns AOK-Chefin mahnt: Bei pflegenden Angehörigen zu sparen, das kann nicht sein. In: Main-Echo. 30. Juli 2026, abgerufen am 20. August 2026.
  12. ↑ N.N.: Gesundheitsdaten für Kommunen bereitstellen – AOK-Bayern stellt Gesundheitsatlas Pro vor. In: TV Mainfranken. 12. August 2026, abgerufen am 20. August 2026.
  13. ↑ dpa: Krankheit des Alters: AOK Bayern: Risiko für Demenz nimmt ab - Zahl der Kranken zu. In: Die Zeit. 16. August 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. August 2026]).
  14. ↑ Die Selbstverwaltung der AOK Bayern. In: AOK Bayern. Abgerufen am 21. August 2026.
  15. 1 2 Vorstand. In: AOK Bayern. Abgerufen am 21. August 2026.
  16. ↑ Direktionen der AOK Bayern. AOK Bayern, abgerufen am 20. August 2026 (Übersicht der regionalen Gliederung in Direktionen im Freistaat Bayern).
  17. 1 2 Beitragssätze der AOK Bayern. AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, abgerufen am 20. August 2026 (Übersicht Sozialversicherungsbeiträge und Zusatzbeitrag).
  18. 1 2 Geschäftsbericht 2025. In: AOK Bayern. AOK Bayern, S. 7–9, abgerufen am 20. August 2026.
  19. 1 2 3 Geschäftsbericht 2025. In: AOK Bayern. AOK Bayern, S. 13–14, abgerufen am 20. August 2026.
  20. ↑ Geschäftsbericht 2025. In: AOK Bayern. AOK Bayern, S. 10, abgerufen am 20. August 2026.