| Stadler GTW 1. Generation | |
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Der Be 2/6 501 der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI) wurde ab dem 4. Juli 1997 fahrplanmäßig eingesetzt. | |
| Hersteller: | Stadler Rail |
| Baujahr(e): | 1995–2007 |
| Achsfolge: | 2’Bo2’ |
| Spurweite: | 1435 mm, 1000 mm |
| Länge: | 30,1 – 38,66 m |
| Breite: | 2600 – 3000 mm |
| Fester Achsstand: | 1800 – 2100 mm |
| Treibraddurchmesser: | 750 – 860 mm (neu) |
| Laufraddurchmesser: | 660 – 680 mm (neu) |
| Dienstmasse: | 37 – 60 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | Elektrisch: 130 km/h Diesel: 120 km/h Meterspur: 80 km/h |
| Kurzzeitleistung: | bis 760 kW |
| Anfahrzugkraft: | 61 – 70 kN |
| Antrieb: | elektrisch oder dieselelektrisch |
| Sitzplätze: | 84 – 134 |
| Stehplätze: | 82 – 112 |
| Fußbodenhöhe: | Niederflurbereich 370 – 760 mm |
| Niederfluranteil: | > 65 % |
| Nachfolgerfahrzeug: Stadler GTW 2. Generation | |
Der GTW (für Gelenktriebwagen) von Stadler Rail ist ein Triebzug mit einem fest eingereihten zweiachsigen Antriebsmodul für den Schienenpersonennahverkehr. Die GTW der ersten Generation wurden von 1995 bis 2007 ausgeliefert.
Die GTW 2/6 mit dieselelektrischem Antrieb werden von der Deutschen Bahn als Baureihe 646 geführt.

Die Initiative zur Entwicklung des Gelenktriebwagens GTW 2/6 ging von der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI) und den Chemins de fer électriques Veveysans (CEV) aus. Die beiden Schweizer Meterspurbahnen wollten neue Fahrzeuge beschaffen, aber das zunächst von den Ateliers de constructions mécaniques de Vevey (ACMV) und Schindler Waggon angebotene Fahrzeugkonzept sprengte den finanziellen Rahmen der beiden Bahnunternehmungen. Das Pflichtenheft forderte kostengünstige und leichte Fahrzeuge mit mindestens 60 Prozent Niederfluranteil. Auf Traktionsausrüstungen auf dem Dach sollte verzichtet werden, um den Umbau der bestehenden Werkstätten zu vermeiden. Stadler entwickelte daraufhin einen Triebzug, in dem die Antriebselemente in einem zweiachsigen Antriebsmodul zusammengefasst wurden. Für den Aus- und Einbau der Komponenten im Antriebsmodul genügt ein Gabelstapler. Um Energie zu sparen und die Betriebskosten niedrig zu halten, wurde in Zusammenarbeit mit Alusuisse auf Basis der Kofferkuliwagen der Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) ein möglichst leichter Wagenkasten mit geschraubten Seitenwänden entwickelt. An diesen Fahrzeugen lässt sich leicht das Prinzip der modularen Fahrzeugentwicklung von Stadler erkennen. Sie sind im Prinzip baugleich, aber jeder Kunde hat seine Besonderheiten, z. B. bezüglich Fahrzeuglänge, Führerstände oder Kupplungseinrichtung. 1997/98 wurden die Be 2/6 501–507 der BTI und die Be 2/6 7001–7004 der CEV dem Betrieb übergeben.

1990 lieferte Stadler den zweiachsigen Elektrotriebwagen Be 2/2 14 an die normalspurige Orbe-Chavornay-Bahn (OC). Das Fahrzeug weckte Interesse in Deutschland. Im Rahmen eines Konsortiums mit Alusuisse, SLM, AEG und DWA Bautzen übernahm Stadler die Federführung für die Entwicklung des Dieseltriebzugs GTW 2/6. Das Konzept des dieselelektrischen GTW entspricht weitgehend dem elektrischen. Zudem waren die Wagenkästen des Meterspur-GTW von Beginn weg für die höheren Achslasten der Normalspur ausgelegt worden und mussten für den Diesel-GTW nicht grundlegend neu konstruiert werden.
Im Herbst 1995 wurde der Prototyp in Normalspur in Leipzig präsentiert, im April 1996 Probefahrten bei der Mittelthurgaubahn (MThB) in der Schweiz unternommen und im Mai/Juni Vorführfahrten in Österreich, Slowenien und Tschechien. Trotz des Widerstands des deutschen Eisenbahn-Bundesamts konnte die MThB ab dem 8. September 1996 den Prototyp zusammen mit zwei nachbestellten Dieseltriebzügen auf der deutschen Nebenstrecke Radolfzell–Stockach einsetzen. Bei der DB-Ausschreibung war das Konsortium zunächst nicht erfolgreich.
Als die Mittelthurgaubahn (MThB) die Ausschreibung für die Seelinie Schaffhausen–Romanshorn gewonnen hatte, bestellte sie im Herbst 1996 zehn elektrische GTW RABe 2/6 für 15'000 Volt Wechselstrom. Die Triebzüge sollten gleich groß wie eine zweiteilige NPZ-Komposition sein, aber nur halb so schwer und als wichtigstes Kriterium nur halb so teuer. Zudem war der grenzüberschreitende Einsatz in der Schweiz und in Deutschland verlangt. Die preisgünstigen Fahrzeuge sind für eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt. Früher erreichten Fahrzeuge ein Alter von 40 und mehr Jahren – mit einer kostenaufwendigen Modernisation in der Mitte der Nutzungsdauer. Ab November 1998 standen die ersten zwei Züge im fahrplanmäßigen Einsatz. Die kantigen Fahrzeuge erhielten den Übernamen „Blumenkistli“. Ab Herbst 1999 nahm die MThB zu den GTW passende Steuerwagen in Betrieb, weil die Fahrgastzahlen laufend stiegen. 2021 wurden alle GTW der 1. Generation ausrangiert und anschließend abgebrochen, mit Ausnahme des 526 683, welcher vom Verein MThB-NPZ übernommen wurde und „historisch“ aufgearbeitet werden soll.

Die Linzer Lokalbahn (LILO) beschaffte in zwei Serien acht und sechs GTW, die weitgehend den Zügen der MThB entsprechen. Sie verfügen jedoch über eine Zweisystemausrüstung für 750 V Gleich- und 15 kV Wechselspannung, um die Verbindung über den Streckenabschnitt der ÖBB zum Bahnhof Linz zu ermöglichen. Die ersten acht Züge stehen seit 2000 in Betrieb, die zweite Serie folgte 2005.
Nachdem die Hessische Landesbahn (HLB) dreißig Triebwagen geordert hatte, bestellte im Jahr 1999 auch DB Regio 14 und im Folgejahr nochmals 30 Stück. Diesem schloss sich die DB-Tochter Usedomer Bäderbahn mit 14 und später 9 Exemplaren an. Diese deutschen Aufträge wurden von den Konsortialpartnern AEG und DWA Bautzen abgewickelt. Diese Fahrzeuge haben Stirnfronten aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie erlauben ein schwungvolleres Design, sind aber an bestimmte Kastenbreiten gebunden, weil neue Gussformen erhebliche Zusatzkosten verursachen würden.







Die durch die DB, die UBB und die HLB eingesetzten GTW wurden als Lizenzbau von Bombardier (Endwagen) und Adtranz (Antriebsteil) gefertigt. Bei deutschen Bahnunternehmungen sind nur GTW mit Dieselantrieb im Einsatz. Bei der DB werden die Antriebsteile als Baureihe 646 geführt, die Endwagen als 946.0 bzw. 946.5.

Das Land Südtirol kaufte über die sta (Südtiroler Transportstrukturen AG) für die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn 2005 12. dieselbetriebene Gelenktriebwagen des Typs GTW 2/6 an. Nach einem schweren Zugunglück am 10. April 2010, bei dem eine defekte Bewässerungsanlage einen Murenabgang zwischen Latsch und Kastelbell gegen 09:00 Uhr morgens auslöste und einen Regionalzug der Vinschger Bahn teilverschüttete, sind heute nur noch 11 Garnituren im Einsatz. Sie werden vom privaten Unternehmen SAD Bahn betrieben und in den nächsten Jahren nach Abschluss der Elektrifizierungsarbeiten der Vinschgaubahn durch Triebfahrzeuge des Typs Alstom Coradia Stream ersetzt.
Stadler bezeichnet nach dem Vorbild der Schweizer Serienbezeichnungen die verschiedenen Varianten mit einem x/y, wobei x die Anzahl der angetriebenen Achsen angibt und y die Anzahl der Achsen insgesamt.
Die Abkürzungen der Bahnunternehmungen sind mit dem entsprechenden Abschnitt im Kapitel Kunden und Betreiber verlinkt.
| Stadler GTW – erste Generation | ||||||||
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| Bauartbezeichnung: | BTI Be 2/6 CEV Be 2/6 | MThB Bm 596 | MThB RABe 526 | LILO ET 22 | HLB 646 | DB Regio 646 | UBB 646 | |
| Nummerierung: | BTI: 501–507, 509–510 CEV: 7001–7004 | 596 601–603 | 526 680–689 | 151–164 | 101–130 | 001–030, 201–213 | 101–114, 121–129 | |
| Anzahl: | BTI: 9 + 1 Mittelteil CEV: 4 | 3 | 10 | 8 + 6 (zweite Serie) | 30 | 43 | 23 | |
| Baujahre: | 1997–1998, 2007 | 1996 | 1998 | 2000, 2005 | 1999, 2001 | 2000–2001 | 2000–2002 | |
| Achsformel: | 2’Bo2’ | |||||||
| Spurweite: | 1000 mm | 1435 mm | ||||||
| Länge über Kupplung/Puffer: | 30,100 m | 37,144 m | 37,600 m | 38,200 m | 38,660 m | |||
| Breite: | 2700 mm | 3000 mm | ||||||
| Längsdruckkraft: | 800 kN | 1500 kN | ||||||
| Achsstand Antriebsmodul: Laufdrehgestelle: | 1800 mm 1600 mm | 2000 mm 2000 mm | 2100 mm 1900 mm | 2000 mm 2000 mm | ||||
| Dienstmasse: | 37 t | 47,5 t | 57 t | 60 t | 52 t | 54 t | ||
| Höchstgeschwindigkeit: | 80 km/h | 120 km/h | 130 km/h | 120 km/h | 120 km/h | |||
| Kurzzeitleistung: | 592 kW | 760 kW | ||||||
| Dauerleistung: | 320 kW | 424 kW | 520 kW | 420 kW | ||||
| Anfahrzugkraft: | 65 kN | 61 kN | 70 kN | 62 kN | ||||
| Treibraddurchmesser (neu): Laufrad (neu): | 750 mm 660 mm | 860 mm 680 mm | ||||||
| Stromsystem: | BTI: 1200 V = CEV: 900 V = | dieselelektrisch | 15 kV, 16,7 Hz | 750 V = 15 kV, 16,7 Hz | dieselelektrisch | |||
| Dieselmotor Hersteller: Bauart: Leistung: | – | MTU Zwölfzylinder-V 550 kW | – | MTU Zwölfzylinder-V 550 kW | ||||
| Sitzplätze 1. Klasse: 2. Klasse: | – BTI: 88, CEV: 84 | – 134 | 12 106 | – 126, 118 (zweite Serie) | – 120 | 15 93 | – 126 | |
| Stehplätze (4 Pers./m²): | BTI: 92, CEV: 96 | 106 | 82 | 108, 112 (2. Serie) | 103 | 104 | 91 | |
| Fußbodenhöhe Niederflur: Hochflur: | 370 mm 845 mm | 585 mm 985 mm | 585 mm 1000 mm | 585 mm 1000 mm | 760 mm 1000 mm | 585 mm 1000 mm | ||
| Kupplungstyp: | BTI: +GF+ CEV: Ausgleichskupplung | Schraubenkupplung | Scharfenberg | |||||
| Luftfederung: | Laufdrehgestelle | |||||||
| Besonderheiten: | WC | Klimaanlage, WC | Klimaanlage, WC | |||||
| Quelle: | ||||||||