
Das römisch-katholische Kloster Metten ist eine Benediktinerabtei (Abtei zum heiligen Erzengel Michael) in Metten in Niederbayern. Sie liegt in der Diözese Regensburg und gehört seit 1858 zur Bayerischen Benediktinerkongregation. Nach der Säkularisation nahm ab 1830 die Wiederbelebung der bayerischen Benediktinerklöster von Metten ihren Ausgang, ebenso die Begründung des Mönchtums in den USA.
Metten befindet sich zwischen den Ausläufern des Bayerischen Waldes und dem Donautal, nahe Deggendorf. Das Kloster betreibt das St.-Michaels-Gymnasium Metten sowie verschiedene Handwerksbetriebe (z. B. Wäscherei, Elektrizitätswerk, Schreinerei, Schlosserei, Klostergärtnerei). Durch die Verehrung des heiligen Benedikt von Nursia im Kloster Metten verbreitete sich der Benediktussegen.

Die Abtei Metten gehört zu den bayerischen Urklöstern. Sie wurde um das Jahr 766 durch den Edlen Gamelbert, Priester und Grundherr im nahen Michaelsbuch, gegründet. An der Gründung des Klosters war wohl auch der Agilolfingerherzog Tassilo III. beteiligt. Meist vermutet man, dass die ersten Mönche aus dem Kloster Reichenau kamen, doch lässt sich diese Annahme nicht sicher beweisen. Erster Abt des Klosters wurde Utto, ein Verwandter Gamelberts. Der spätere Kaiser Karl der Große, den die spätere Legende zum Stifter des Klosters stilisierte, verlieh Kloster Metten 792 königlichen Schutz und Immunität. Außerdem vermehrte er den Grundbesitz des Klosters. Der Besitz und die Rechte des Klosters wurden 837 durch Kaiser Ludwig den Frommen bestätigt. Sein Sohn, König Ludwig der Deutsche, garantierte 850 dem Kloster das Privileg der freien Abtswahl. Aufgabe der Mönche von Kloster Metten war von Anfang an die Kolonisation des Bayerischen Waldes.
Von den Ungarnstürmen des 10. Jahrhunderts war das Kloster Metten zwar weniger betroffen als die benachbarte Abtei Niederaltaich, doch traten in dieser Zeit Kanoniker (in Gemeinschaft lebende Weltpriester) an die Stelle der Mönche. Die Kanoniker wurden 1157 von Herzog Heinrich II. (Jasomirgott) nach Kloster Pfaffenmünster bei Straubing versetzt und Kloster Metten mit Benediktinern der Hirsauer Observanz personell neu ausgestattet. Nach dem Aussterben der Babenberger 1246 bemühte sich die Benediktinerabtei ohne Erfolg, die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen; schließlich fielen die Vogteirechte über das Kloster an die bayerischen Wittelsbacher. Metten wurde zum landständischen Prälatenkloster. Neben der Rodungsarbeit im Bayerischen Grenzland widmeten sich die Mönche nun verstärkt der Erziehung und dem Unterricht. Abt Andreas erlangte auf dem Konzil von Basel 1439 für sich und seine Nachfolger das Recht zum Gebrauch der Pontifikalien. Im Spätmittelalter stand das Kloster unter dem Einfluss der Kastler und Melker Reform.
Nach den Wirren des Reformationszeitalters wurde das Kloster durch den aus der Abtei St. Emmeram (Regensburg) nach Metten berufenen Abt Johannes II. Nablas geistlich und wirtschaftlich auf eine solide Grundlage gestellt. Mettener Mönche wirkten im 18. Jahrhundert nicht nur als Lehrer an der Musikschule des Klosters, sondern waren auch Mitglieder der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München und Professoren der Philosophie und Theologie in Freising und Salzburg. Bei der Säkularisation 1803 wurde der Klosterbesitz eingezogen und im Lauf der folgenden Jahre sukzessive versteigert.

Johann von Pronath, Schlossherr im nahen Offenberg, erwarb im Laufe der Jahre den größten Teil des ehemaligen Klosters und erreichte, dass das Kloster durch König Ludwig I. am 1. Juni 1830 als erstes Benediktinerkloster nach der Säkularisation wiedererrichtet wurde. Nach den schwierigen und mühevollen Jahren des Neuanfangs wurde Metten 1840 wieder zur Abtei erhoben. Aus der 1837 errichteten Lateinschule entwickelte sich im Jahre 1847 das bis in die Gegenwart bestehende Gymnasium, bis 2017 mit angeschlossenem Internat. Von Metten aus wurden 1838 das Kloster Scheyern, 1842 das Kloster Weltenburg, 1846 das Kloster Andechs und 1850 in München die Abtei St. Bonifaz wieder aufgebaut. Auch die Wiedererrichtung von Kloster Niederaltaich erfolgte 1918 von Metten aus.
Im Jahr 1846 ging P. Bonifaz Wimmer OSB von Metten nach Nordamerika, um sich hier der Seelsorge unter den katholischen deutschen Einwanderern zu widmen. Hier gründete er mit der Erzabtei St. Vincent das erste Benediktinerkloster in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Abtei Metten nahm 1858 die Wiedererrichtung der Bayerischen Benediktinerkongregation in Angriff, obwohl das alte Kloster vor der Säkularisation 1803 aus Rücksicht auf den Bischof von Regensburg einen Beitritt zur Kongregation stets abgelehnt hatte. Der Mettener Abt Utto Lang wurde zum ersten Präses der Kongregation gewählt (1858–1870).


Auf den Bau aus der Karolingerzeit folgte im 15. Jahrhundert eine gotische Hallenkirche. Von ihr hat sich der Chor erhalten. 1712 bis 1729 wurde die Kirche unter Abt Roman II. Märkl nach Plänen von Jakob Ruesch barockisiert. Der lange gotische Chor wurde verkürzt, indem man den Hauptaltar in der Mitte des Raumes erhöhte. Hinter der Altarwand fanden nun die Sakristei und der darüber liegende Mönchschor Platz. Das Kirchenschiff wurde verbreitert und zu einem vierjochigen Wandpfeilersaal umgebaut. Zwischen den beiden Zwiebeltürmen im Westen wurde ein halbrunder Vorbau mit Eingangshalle und darüber befindlicher Orgelempore errichtet. Den mit einer Halbkuppel schließenden Vorbau flankieren zwei ovale Kapellen. Das Westportal von 1724 trägt das Wappen des Klosters und des Abtes Roman II.
Das Innere wurde 1722 von Franz Josef Holzinger mit Stuck ausgestattet. Die Fresken von Wolfgang Andreas Heindl zeigen in der Vorhalle die Klostergründung, im Langhaus die Begegnung Totilas mit Benedikt von Nursia und im Chor Christus vor seiner Aussendung zum Heilswerk. Der Hochaltar von Jakob Schöpf aus dem Jahr 1713 trägt ein Gemälde von Cosmas Damian Asam, das den Erzengel Michael zeigt (um 1715). Von Asam stammt auch das Bild des Rosenkranz-Altares (um 1726–1730). Das Bild des Benedictus-Altares schuf der Münchner Hofmaler Christian Wink (1778), der im Auftrag des Klosters auch in den benachbarten Kirchen in Loh und Rettenbach tätig war. Die Bilder der übrigen Altäre stammen von dem Regensburger Maler Martin Speer (Kreuzigung, Steinigung des Stephanus, Marter des Sebastian, Schlüsselübergabe an Petrus). Die Kanzel stammt vermutlich von Franz Josef Holzinger (um 1725).
Die fünf Kirchenglocken wurden im Jahr 1948 von der Gießerei Rudolf Oberascher in München gegossen. Die große Michaelsglocke befindet sich im Nordturm, die vier kleineren im Südturm. Weil die große Glocke einen halben Ton zu hoch aus dem Guss kam, ergibt sich die ungewöhnliche Tonfolge h°-cis'-dis'-eis'-gis'.

Die Orgel der Abteikirche wurde 1989 von der Orgelbaufirma Sandtner (Dillingen) erbaut. Das rein mechanische Instrument hat 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Der Prospekt stammt noch von der Orgel von Johann Konrad Brandenstein aus dem Jahre 1726.
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Die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Klostergebäude umschließen im Norden und Osten der Kirche mehrere Innenhöfe. Den ältesten Teil bildet das Geviert mit dem Kreuzgang an der Nordseite der Kirche. Im Obergeschoss des östlichen Flügels befindet sich der schlichte Kapitelsaal. In die renovierten Räume im Erdgeschoss des Westflügels wurde 1997 die moderne Benediktuskapelle eingebaut. Die Ausstattung der Kapelle schuf der Künstler Joseph Michael Neustifter.

Im Osten des Kreuzgangs liegt der im frühen 17. Jahrhundert entstandene dreiflügelige Konventbau mit den Zellen der Mönche. Er bildet einen Hof um den Chor der Kirche. Das zweite Obergeschoss wurde erst mit dem gestiegenen Raumbedarf des wachsenden Konventes im 19. Jahrhundert aufgesetzt. Im Erdgeschoss des Nordflügels liegt das Refektorium, das in den 1930er-Jahren umgestaltet wurde. Im Flur vor dem Refektorium fand das granitene Hochgrab des seligen Utto aus dem 14. Jahrhundert Aufstellung. Das Grabmal stand bis 1646 vor dem Hochaltar der Klosterkirche. Im Erdgeschoss des Ostflügels befindet sich die berühmte Klosterbibliothek.
Im Norden von Kreuzgang und Konventbau schließt sich in der ganzen Tiefe des Gebäudekomplexes der große Klosterhof an. Seine Anlage stammt zwar aus der Barockzeit, seine heutige repräsentative Gestalt erhielt er aber erst durch Neubauten und Aufstockungen im 19. Jahrhundert. Die Ostseite des Hofes bildet der barocke Bau mit dem Festsaal aus dem 18. Jahrhundert. Der östliche Teil des Nordflügels enthält das ehemalige Brauhaus aus der Barockzeit. Die Gebäude um den großen Klosterhof beherbergt heute das Abtei-Gymnasium. Im Hof steht der Karlsbrunnen mit einer Figur Karls des Großen aus dem 18. Jahrhundert.
Im Norden des großen Klosterhofes bilden die ehemaligen Ökonomiegebäude aus dem 17. Jahrhundert einen weiteren Hof, der heute im Osten durch die kleine Turnhalle der Schule geschlossen wird. Östlich davon liegt die große Turnhalle.
Das Prunkstück des Klosters ist die barocke Klosterbibliothek im Ostflügel des Konventbaus. Der lange zweischiffige Saal aus dem 17. Jahrhundert wurde 1722–1726 unter Abt Roman II. Märkel in einen Hauptraum mit zwei flankierenden Nebenräumen (im Verhältnis 2 : 3 : 2) unterteilt und prunkvoll ausgestattet. Der Stuck stammt wie in der Klosterkirche von Franz Josef Holzinger. Die Deckengemälde schuf Innozenz Anton Warathy, mit dem Holzinger auch bei der Ausstattung der Klosterkirche in Vornbach zusammenarbeitete.
Das Eingangsportal mit den flankierenden Allegorien von Glaube und Wissenschaft, bekrönender Christusbüste und programmatischer Inschrift deutet die Bibliothek als Tempel der (göttlichen) Weisheit. Die Gewölbe des Raumes werden von eindrucksvoll gestalteten Paaren von Atlanten im Hauptsaal bzw. Engeln in den Nebenräumen getragen. Den Deckenfresken liegt ein theologisch-dogmatisches Programm zugrunde, das gegen die Frühaufklärung Stellung bezieht: Vorrang von Glaube, Frömmigkeit und Offenbarung vor der Vernunft und den weltlichen Wissenschaften. Zugleich stehen die vierzehn Deckenfresken in programmatischem Bezug zu den (ursprünglich) darunter aufgestellten Büchern: z. B. Evangelisten als Hinweis auf Bibeltexte und Bibelkommentare, die vier abendländischen Kirchenlehrer für Texte der Kirchenväter, der heilige Benedikt beim Abfassen der Regel etc.
Die Bibliothek steht für Besichtigungen offen. Mit einem geschätzten Bestand von 200.000 Bänden aus den Bereichen Theologie, Philologie und Geschichte gehört sie heute zu den größten Klosterbibliotheken in Bayern.
Der barocke Festsaalbau bildet den Ostflügel des großen Klosterhofes. Er wurde ab 1734 von Benedikt Schöttl und dessen Sohn Frater Albert errichtet. Wegen einer Bauunterbrechung durch den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) wurde der Ausbau jedoch erst 1759 vollendet. Der zweigeschossige Festsaal liegt im ersten Stock des Mittelpavillons. Durch die Ausrundung der Ost- und Westwand ist der Grundriss des Saales der im Spätbarock beliebten Ovalform angenähert. Große Fenster im Osten und Westen sorgen für die helle und gleichmäßige Belichtung des Saales. Der reiche Rokoko-Stuck stammt von dem Straubinger Stuckateur und Bildhauer Mathias Obermayr. Das Deckenfresko mit dem beginnenden Jüngsten Gericht und Allegorien der Tugenden wurde 1755 von Martin Speer geschaffen.
Im 19. Jahrhundert wurde der Saal in eine Kirche für das Seminar des Klosters umgewandelt. Dabei wurden die ursprünglichen Wandbilder entfernt und durch neue religiöse Bilder im Geschmack der Zeit ersetzt. Außerdem wurde im Westen eine Empore mit Orgel eingebaut. Die Restaurierung nach dem Zweiten Weltkrieg beseitigte die Veränderungen des 19. Jahrhunderts und bemühte sich um eine weitgehende Wiederherstellung des barocken Zustandes.
Bis etwa 2029 soll der derzeit ungenutzte Ökonomiehof von 1628 für die fünf Kilometer entfernte Technischen Hochschule Deggendorf umgebaut werden, die hier einen Campus für 1400 Studenten im Gesundheitsbereich aufbauen will. 2022 wurde bekannt, dass der Freistaat Bayern rund 47 Millionen Euro in das Vorhaben investiert.
Die spätere Inanspruchnahme von Kaiser Karl dem Großen als Gründer und die damit verbundene Datierung der Gründung an den Anfang des 9. Jahrhunderts bedingte auch eine Änderung der Liste der Äbte. Der Beginn der Amtszeit des ersten Abtes Utto wurde mit dem Jahr 801 angegeben und der seines „Nachfolgers“ mit dem Jahr 829. Utto von Metten ist jedoch bereits im letzten Drittel des 8. Jahrhunderts bezeugt, so in der Namensliste einer Gebetsverbrüderung genannt, die als Anhang zu den Canones der bayerischen Synode von Dingolfing (wahrscheinlich 770) überliefert ist, sowie im Salzburger Verbrüderungsbuch (im Jahr 784). Damit fehlen gesicherte Namen und Daten für die ersten Nachfolger Uttos als Abt von Metten vom Ende des 8. Jahrhunderts bis in die 830er Jahre.
Kloster Metten hatte unter Karl dem Großen das Recht der freien Abtwahl erhalten. Dies findet ein Ende mit der Übertragung Mettens als Kommende an den königlichen Hofkaplan Richer (Ruger) im Jahr 891; ihm folgen eine Reihe weiterer Kommendataräbte. Im 11. Jahrhundert entsprachen die Lebensgewohnheiten der Geistlichen in Metten nicht mehr den Vorstellungen der gleichzeitigen benediktinisch-monastischen Reformen, so dass die Überlieferung davon spricht, dass Kanoniker an die Stelle der Mönche traten. Die für diese Zeit überlieferten Namen der Klostervorsteher (vor allem nach Wippo II.) sind nur teilweise gesichert, da die spätere „benediktinische“ Hausüberlieferung daran nur wenig Interesse hatte. Die Annahme, dass Bischof Gerhard von Passau (932–946) zuvor Abt in Metten war, lässt sich mit der aus der Überlieferung rekonstruierten Liste nicht vereinbaren. Nach Gebehard fehlen Namen von Klostervorstehern bis nach der Mitte des 12. Jahrhunderts.
Auf Veranlassung von Herzog Heinrich II. Jasomirgott wurden in Kloster Metten um die Mitte des 12. Jahrhunderts Reformen durchgeführt; seit dieser Zeit ist Metten eindeutig (wieder) als Benediktinerkloster anzusehen.


Koordinaten: 48° 51′ 19,3″ N, 12° 55′ 4,2″ O