Albert Arlen

Gustave Albert Arlen (* 9. Juli 1925 in Hœrdt, Bas-Rhin, Grand Est Frankreich; † 27. März 1992, in Munster, Haut-Rhin, Grand Est, Frankreich) war ein französischer Arzt, welcher für die Entwicklung von manualtherapeutischen Techniken am ersten Halswirbel dem Atlas bekannt geworden ist.

Leben und Wirken

Arlen praktizierte am Centre de Cure in Munster (Elsass/Frankreich).

Therapiemethode (Atlastherapie nach Arlen)

Er entwickelte eine biometrische Röntgen-Funktionsdiagnostik, um Fehlstellungen der Wirbelsäule zu analysieren. Seine von ihm entwickelte und nach ihm benannte Methode zur Atlastherapie ist umstritten. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Therapie ist die Beobachtung einer asymmetrischen Stellung des Atlas im Röntgenbild gegenüber den Okziputkondylen. Mit kurzen Impulsen von der Dauer von Millisekunden auf den Atlasquerfortsatz, soll über einen leichten Druck am ersten Halswirbel segmentale Dysfunktionen beseitigt und Störungen des muskulären und vegetativen Tonus verbessert werden. In welche Richtung der Impuls gesetzt werden muss, wird anhand von Röntgenaufnahmen bestimmt. Ein von Wilfried Coen entwickelter drei Zeichen-Test soll die Röntgenaufnahmen weitgehend ersetzen können. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Therapiekosten hierfür nicht. Hauptkritikpunkt ist die nicht nachgewiesene Evidenz sowie die Abgrenzung zwischen verschiedenen Therapieformen. Die Therapietechnik wird häufig bei Kindern angewendet. Sie gilt als ein ärztlicher Heileingriff im Sinne des Gesetzes. Daher dürfen ausschließlich approbierte Ärzte mit einer Ausbildung zur manuellen Medizin die Ausbildung absolvieren. Krankengymnasten, Heilpraktiker oder andere medizinische Hilfsberufe werden in dieser Methode nicht ausgebildet. Seit 1992 besteht der Verein Ärztegesellschaft für Manuelle Kinderbehandlung und Atlastherapie e.V. welcher sich der Weiterentwicklung und der Fortbildung der Therapieformen nach Arlen widmet.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Albert Arlen: Biometrische Röntgen-Funktionsdiagnostik der Halswirbelsäule. Ihr Aussagewert im zerviko-brachialen und zerviko-zephalen Syndrom. (= Schriftenreihe manuelle Medizin. Bd. 5). Verlag für Medizin Fischer, Heidelberg 1979, ISBN 3-921003-92-X.
  2. ↑ Wilfried Coenen, F. Barth, Peter Henning, W. Kemlein, S. Martin, J. Plašek et al.: Atlastherapie nach Arlen. 3-Zeichen-Test statt Röntgen. In: Manuelle Medizin. Band 53, Nr. 5, 2015, S. 330–337. doi:10.1007/s00337-015-0041-3.
  3. ↑ Arbeitsausschuss „Ärztliche Behandlung“ des: Atlastherapie nach Arlen. Zusammenfassender Bericht des Arbeitsausschusses "Ärztliche Behandlung" des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Beratungen gemäß §135 Abs. 1 SGB V. 2002.
  4. ↑ D. Krach, E. Boltshauser, G. GroßäSelbeck, J. Pietz, H-G. Schlack: Manualmedizinische Behandlung des KISS-Syndroms und Atlastherapie nach Arlen. Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. In: Manuelle Medizin. Band 43, Nr. 2, 2005, S. 100–105. doi:10.1007/s00337-005-0351-y.
  5. ↑ ÄMKA - Ärztegesellschaft für Manuelle Kinderbehandlung und Atlastherapie e.V. Abgerufen am 26. Mai 2024.
Personendaten
NAME Arlen, Albert
ALTERNATIVNAMEN Arlen, Gustave Albert (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französischer Mediziner
GEBURTSDATUM 9. Juli 1925
GEBURTSORT Hœrdt, Bas-Rhin, Grand Est Frankreich
STERBEDATUM 27. März 1992
STERBEORT Munster, Haut-Rhin, Grand Est, Frankreich