
Alexis Grognard (* 19. Januar 1752 in Lyon; † 4. Juni 1840 ebenda) war ein französischer Maler und Zeichner. Er war Bruder des Malers François Grognard und Großcousin des Malers Fleury François Richard.
Von 1764 bis 1768 war Alexis Grognard Schüler des Malers Donat Nonnotte, der als Direktor der École gratuite de Dessin in Lyon wirkte. 1768 schrieb er sich an der Académie royale de peinture et de sculpture ein, wo er unter Leitung des Historienmalers Joseph-Marie Vien ausgebildet wurde. 1775 folgte er Vien auf eigene Kosten nach Rom. Auf Bitten des altersbedingten Rückzugs Nonnottes kehrte Grognard im August 1778 nach Lyon zurück, um dessen Nachfolge als offizieller Maler der Stadt anzutreten. Am 29. Oktober 1778 wurde er zum „peintre ordinaire de la ville de Lyon en concurrence et survivance de Donat Nonnotte“ ernannt. Auf Druck von Königin Marie-Antoinette übertrug die Stadtverwaltung diesen Titel am 5. Januar 1779 jedoch Pehr Eberhard Cogell und erkannte Grognard den Status ab.
Nach einem weiteren Italienaufenthalt kehrte Alexis Grognard 1780 nach Lyon zurück und lehrte als Professor an der École gratuite de Dessin bis zu deren Schließung 1793 infolge der politischen Unruhen. Daraufhin begab sich Grognard nach Paris, wo er in Künstlerkreisen verkehrte, darunter mit Vien, François-Guillaume Ménageot, François-André Vincent, Joseph Chinard und Alexandre Lenoir. Im Salon 1798 stellte er ein Porträt aus (Lantara, peintre de paysages, Verbleib unbekannt). Nach seiner Rückkehr nach Lyon unterrichtete er im Grundkurs der am 3. Oktober 1806 gegründeten École spéciale des Arts du Dessin bis zu seiner Pensionierung 1821. Zu seinen Kollegen gehörten Chinard (Bildhauerei) und Pierre Révoil (Figurenzeichnen); unter seinen Schülern fanden sich Richard, Augustin Alexandre Thierriat, Jean-Claude Bonnefond, Victor Orsel, Anthelme Trimolet und Horace Antoine Fonville. Alexis Grognard blieb auch weiterhin mit der École royale des Beaux-Arts in Verbindung und kümmerte sich um die Erfüllung der testamentarischen Verfügungen seines Bruders von 1818, wonach dieser Schule jährlich ein Geldbetrag für Medaillen zur Auszeichnung leistungsstarker Studenten bereitzustellen war. Per Schenkungsurkunde vom 12. Februar 1835 überließ er der Stadt Lyon rund zwanzig größtenteils eigenhändige Werke. Unverheiratet und kinderlos geblieben, setzte Grognard seinen Großcousin Richard als Universalerben ein.

Das Œuvre umfasst Ölbilder und Zeichnungen, vorwiegend Porträts und Figurenbilder sowie historische, mythologische und religiöse Kompositionen, Genreszenen, Tier- und Landschaftsdarstellungen und Stadtansichten. Zu den erhaltenen Gemälden (alle Öl auf Leinwand) zählen: Œdipe maudissant Polynice (Bourg-en-Bresse, Musée de Brou), ein Herrenbildnis (Dijon, Musée des Beaux-Arts de Dijon), Selbstbildnis, Portr. de François G. frère de l’artiste, Cincinnatus, Portr. présumé de Benoît G. frère de l’artiste sowie zwei männliche Brustbilder (alle Lyon, Musée des Beaux-Arts Lyon) und das Portr. de Pierre Poivre (Port Louis, Mauritius, Mauritius Institute).
Der Zeichnungsbestand im Musée des Beaux-Arts de Lyon umfasst religiöse und mythologische Kompositionen, Studienköpfe, Porträts, Genreszenen, Vogelstudien, Studien archäologischer Fundstücke, Landschaften und Stadtansichten aus Italien sowie Kompositionen mit Ornamentschmuck und Kopien nach Nicolas Poussin, Raffael und Jean-Baptiste Santerre, darunter der umfangreiche Fonds Richard mit Notiz- und Skizzenbüchern sowie ein von Grognard eigenhändig aufgestelltes Inventar.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grognard, Alexis |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Maler und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1752 |
| GEBURTSORT | Lyon |
| STERBEDATUM | 4. Juni 1840 |
| STERBEORT | Lyon |