Donat Nonnotte

Donatien Nonotte – Selbstporträt. Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Châlons-en-Champagne

Donat Nonnotte (auch Donatien Nonnotte; * 10. Januar 1708 in Besançon; † 4. Februar 1785 in Lyon) war ein französischer Historien- und Bildnismaler. Er war Mitglied der Académie royale de peinture et de sculpture und gilt als der bedeutendste Porträtist Lyons des 18. Jahrhunderts.

Leben

Donat Nonnotte wurde 1718 von seinem Onkel, dem Maler Jean Nonnotte, zum Zeichnen angeregt. Zu seinen frühen Gemälden zählen Surprise de Besançon par les Huguenots (um 1725, für den Comte de Vezet, Präsidenten des Parlaments von Besançon, heute verschollen) sowie eine 1728 datierte und signierte Marienkrönung für die Kirche Sainte-Madeleine in Besançon. Im selben Jahr entstanden zwei weitere religiöse Gemälde für die Kirche Saint-Maurice in Boult (Haute-Saône). Ab 1728 hielt sich Nonnotte in Paris auf und ab 1731 dann im Atelier des Malers François Lemoyne. Nach eigenen Angaben erlernte er dort die Freskotechnik und wurde dessen bevorzugter Schüler. Gemeinsam mit Lemoyne arbeitete er an der Ausmalung der Kuppel der Marienkapelle in der Pariser Kirche Saint-Sulpice (1731) sowie am Deckenbild im Salon d’Hercule des Schlosses Versailles (1731–1736).

Donat Nonotte – Madame Nonnotte lisant, (1758).

1733 erhielt er die zweite Medaille beim Prix de quartier der École royale de peinture et de sculpture. Nach dem Suizid Lemoynes im Jahr 1737 wandte er sich von der Historien- und Porträtmalerei ab. Er erhielt Aufträge von Mitgliedern der Akademie, darunter vom Rektor Robert Le Lorrain und von Bernard Lépicié, dessen Ehefrau er als Mme Lépicié en muse porträtierte. Am 29. Oktober 1737 heiratete er die vermögende Marie-Élisabeth Bastard de la Gravière, die Modell für eines seiner bedeutendsten Bildnisse wurde (Madame Nonnotte peinte par son mari, signiert und datiert 1758, Musée des Beaux-Arts, Besançon; dort befindet sich auch sein Selbstbildnis aus demselben Jahr). 1740 wurde er agréé, 1741 Mitglied der Académie royale de peinture et de sculpture. Im Salon desselben Jahres wurden seine Porträts von Pierre d’Ulin und Sébastien Leclerc gezeigt, die sich heute beide im Schloss Versailles befinden. Ab 1741 führte er ein eigenes Atelier und bildete zahlreiche Schüler aus, darunter François-Hubert Drouais. Nonnotte beschickte zwischen 1741 und 1765 mehrfach den Pariser Salon.

Ab 1744 hielt Donat Nonnotte sich häufig in Lyon auf, wo er unter anderem einen Magistrat der Cour des monnaies (signiert und datiert 1745, Musée historique, Lyon), den Rektor des Hôpital de la Charité, François Deschamps (signiert und datiert 1747, Musée des Hospices Civils, Lyon) sowie den Erzbischof Pierre Guérin de Tencin (1751/52 bezahlt, Archives municipales, Lyon) porträtierte. Er freundete sich mit dem Maler und Architekten Jean-Antoine Morand an und wurde 1754 in die Malklasse der Académie des sciences, belles-lettres et arts in Lyon gewählt. 1759 und 1765 war er deren Direktor. Gemeinsam mit Morand gestaltete er die Ausmalung der Chapelle des Affaneurs im Lyoner Jesuitenkolleg (Mariä Heimsuchung, nicht erhalten). Im Jahr 1755 fertigte er Zeichnungen und Bozzetti für Wandgemälde in der Chapelle des Pénitents der Kirche Notre-Dame de Lorette an, die von Morand ausgeführt wurden. Mit diesem gestaltete Nonnotte 1756 auch die Feierlichkeiten zur Geburt eines Prince de Condé in Lyon mit vergänglichem Festdekor.

1757 gründete Donat Nonnotte gemeinsam mit Jean-Charles Frontier und Antoine-Michel Perrache die École de dessin in Lyon. Der Maler Nicolas-Guy Brenet wurde sein Freund. 1760 wurde er zum maître de métier pour les peintres gewählt. Ab 1762 war er offizieller Maler der Stadt Lyon und lebte im Rathaus. In diesem Jahr illustrierte er die in Lyon erschienenen Œuvres de Louise Charly, Lionnoise, dite Labé, surnommée la Belle Cordière (Stiche des befreundeten Jean Daullé) und erhielt den Auftrag für das Gemälde Moses’ Rettung aus dem Wasser (heute verschollen), das für das Couvent des Génovéfains in Lyon bestimmt war. Ab 1763 war er erster Professor und Direktor der Zeichenschule. Ab 1771 gehörte er zudem der Académie des sciences, belles-lettres et arts in Rouen an. Nachdem er 1778 erkrankt war, setzte er Alexis Grognard als stellvertretenden Direktor ein. 1780 legte er alle schulischen Ämter nieder. Donat Nonnotte starb 1785 in Lyon.

Nach Angaben mehrerer französischsprachiger Quellen war Donat Nonnotte der ältere Bruder des Jesuiten Claude-Adrien Nonnotte, der ein bekannter Gegner Voltaires war.

Werk

Donat Nonnotte – Madame de Sevré en Hébé (Madame de Sevré als Hebe, 1758). Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris

Donat Nonnottes künstlerisches Schaffen umfasst sowohl religiöse und historische Kompositionen aus seiner frühen Schaffensphase als auch, ab den 1740er Jahren überwiegend, Bildnisse. Zu seinen Porträts zählen Darstellungen von Mitgliedern der Académie royale, von Amtsträgern und Magistraten in Lyon sowie zahlreiche Bildnisse von Frauen aus dem bürgerlichen und aristokratischen Milieu. Seine Werke befinden sich unter anderem in den Museen von Besançon, Bordeaux, Dijon, Lyon und Orléans, im Musée Jacquemart-André, im Musée du Louvre, im Musée Carnavalet, im Museum der Comédie-Française sowie im Petit Palais in Paris. Zeichnungen sind in den Museen von Bordeaux und im Nationalmuseum Stockholm überliefert.

Selbstzeugnisse

Donat Nonnotte hielt zahlreiche Vorträge an der Académie des sciences, belles-lettres et arts in Lyon, deren Manuskripte dort erhalten sind. Zu seinen Vorträgen zählen ein Discours sur les progrès des arts à Lyon et sur les écoles de dessin sowie die unter dem Titel Vie de François Le Moyne (1759) verfasste Biografie seines Lehrers. Weitere Vorträge sind Discours sur les avantages du portrait et la manière de le traiter (1760) und Sur l’utilité des sciences, des lettres et des arts (1779).

Literatur

Commons: Donatien Nonotte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 10: Müller – Pinchetti. Paris 2006.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
  3. ↑ Marie-Félicie Perez: Donat Nonnotte. In: Gazette des Beaux-Arts, 6. Période. Band 86, Dezember 1975, S. 199–226.
Personendaten
NAME Nonnotte, Donat
ALTERNATIVNAMEN Nonnotte, Donatien (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französischer Historien- und Bildnismaler
GEBURTSDATUM 10. Januar 1708
GEBURTSORT Besançon
STERBEDATUM 4. Februar 1785
STERBEORT Lyon