
Das Amt Teuschnitz war ein Verwaltungsgebiet des Hochstiftes Bamberg, eines reichsunmittelbaren Territoriums im Heiligen Römischen Reich. Das dem Fränkischen Reichskreis zugeordnete Hochstift Bamberg war ein geistliches Fürstentum, das bis 1802 existierte.
Das im Nordosten des Hochstiftes gelegene Amt Teuschnitz war das nördlichste bambergische Amt. Seine bambergischen Nachbarämter waren das Amt Kronach im Westen und Süden sowie das Amt Nordhalben im Südosten. Nördlich des Teuschnitzer Amtes lag das zum Fürstentum Bayreuth gehörende Amt Lauenstein und nordöstlich davon das Fürstentum Saalfeld und die Grafschaft Reuß-Ebersdorf.
Bis zum Jahr 1388 stand das Gebiet des Amtes Teuschnitz unter der Herrschaft reichsunmittelbarer Adeliger, dann ging es durch käuflichen Erwerb in den Besitz des Hochstiftes Bamberg über. Ebenso wie das benachbarte bambergische Amt Kronach wurde es um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem Oberamt aufgewertet.
Die Verwaltung des Amtes Teuschnitz bestand aus einem Oberamt, einem Vogteiamt, einem Steueramt und einem Centamt. Die Amtsleitung hatte ein Oberamtmann, der auch als Stadt-, Amts- und Centrichter fungierte. In Personalunion nahm dieser auch die Aufgaben des Vogtes und Kastners von Rothenkirchen wahr. Zum Amtspersonal gehörten noch ein Steuereinnehmer, ein Amtsknecht sowie Schultheißen in zwölf Ortschaften des Amtsbezirks. Der Verwaltungssitz des Amtes befand sich in Teuschnitz. Das hierfür genutzte Amtshaus wurde 1844 nach einem Stadtbrand abgebrochen, an dessen Stelle befindet sich heute das Rathaus der Stadt.
Das Vogteiamt Teuschnitz war eines der 54 Vogteiämter des Hochstiftes Bamberg. Sein Vogteibezirk umfasste folgende Dorfmarkungen und Ortschaften:
Das Centamt Teuschnitz war eines der 29 Centämter des Hochstiftes Bamberg. Sein Hochgerichtsbezirk umfasste den gesamten Vogteibezirk des Teuschnitzer Amtes sowie die Stadt Teuschnitz, die ein Mediat dieses Amtes war. Außerdem lag auch noch das Gebiet der hochstiftischen Verwaltung Rothenkirchen in diesem Gerichtsbezirk.
Das Steueramt Teuschnitz war eines der 46 Steuerämter des Hochstiftes Bamberg. Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehörten neben den bambergischen Kammerlehen auch die Besitzungen der Stadt Teuschnitz.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Amtes für das Hochstift Bamberg war unterdurchschnittlich und wurde daher als Amt II. Klasse (von 5) geführt. Die Steuererträge des Steueramtes betrugen im Schnitt in der Amtszeit von Peter Philipp von Dernbach (1672–1683) 2200 und in der Amtszeit von Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683–1693) 1682 fränkische Gulden pro Jahr.
Koordinaten: 50° N, 11° O