Anastasio Fontebuoni

Anastasio Fontebuoni: Madonna di Pistoia, 1621–1623. Royal Collection, London

Anastasio Fontebuoni (auch Fontibonius oder Fontibuoni; eigentlich Anastagio di Piero di Stagio; * 21. September 1571 in Florenz; † 10. Juli 1626 ebenda) war ein italienischer Maler.

Leben

Anastasio Fontebuoni war der Sohn des Malers Piero di Stagio Fontebuoni und Bruder des Malers Bartolomeo Fontebuoni. Er studierte in Florenz bei Domenico Cresti, genannt il Passignano. Zwischen 1590 und 1623 ist er in den Verzeichnissen der Florentiner Akademie (Accademia delle Arti del Disegno) nachweisbar, deren Konsul er 1594 und 1622 war. Aus seinen frühen Florentiner Jahren haben sich nur die stark beschädigten Fresken in der Kirche San Giovannino degli Scolopi erhalten: Kreuzigung des heiligen Petrus, Martyrium des heiligen Bartholomäus und Verkündigung. Um 1598/99 zog er nach Rom, wo ihm Kardinal Benedetto Giustiniani die Ausmalung der Kirche Santa Prisca übertrug (1599–1600, möglicherweise gemeinsam mit seinem Bruder Bartolomeo; Darstellung der heiligen Prisca bei den Löwen und der Translatio ihrer Reliquien). Kardinal Pompeo Arrigoni beauftragte ihn mit der Ausstattung von Santa Balbina (1623: Christus in der Glorie mit der heiligen Balbina und vier weiteren Heiligen).

Im Jahr 1604 arbeitete Fontebuoni mehrere Monate im Vatikan, was durch eine Klage seines damaligen Schülers Orazio Mondella um die Bezahlung des Lohns belegt ist. 1606 folgten eine Verkündigung Mariä für den Hochaltar von Santa Lucia in Selci und eine Muttergottes mit Kind und Heiligen für die Kirche Santi Vincenzo e Anastasio in Rignano Flaminio. Letztere zeigt eine deutliche Beeinflussung durch Andrea Commodi. Im Jahr 1607 erscheint Fontebuoni erstmals in den Verzeichnissen der Accademia di San Luca. Es folgten eine Geburt Christi und eine Anbetung der Könige in Cori (1610). Zahlreiche weitere römische Werke Fontebuonis sind nur noch urkundlich überliefert, darunter zwei Tafelbilder für San Gregorio Magno, Deckenfresken in der Sakristei von San Giacomo degli Spagnoli, Malereien im Chor von San Giovanni dei Fiorentini (1615), eine Kapellenausstattung im Palazzo Borghese am Campo Marzio (1617), Darstellungen von Persönlichkeiten des Hauses Savelli in der Galleria Borghese sowie die Decke der Sakramentskapelle in San Paolo fuori le Mura.

Nach Streitigkeiten mit den Benediktinermönchen von San Paolo kehrte Fontebuoni im Jahr 1620 endgültig nach Florenz zurück, wo zahlreiche Aufträge auf ihn warteten. Dazu zählte die Ausstattung des Casino Mediceo (1622–1623, Themen: Einnahme von Siena, Krönung von Cosimo I., Glorien von Cosimo I.). Zwischen 1620 und 1625 malte er mehrfach für Zisterzienserkirchen, darunter die Predigt des heiligen Martin in San Martino alla Palma bei Florenz sowie zwei Lünetten mit Szenen aus dem Leben von Zisterzienserheiligen für Santa Maria Maddalena de’ Pazzi, die sich heute im Palazzo Pitti befinden. Als eines seiner letzten Werke gilt Troilo Orsini bietet Caterina de’ Medici und Karl IX. seine Hilfe an (Broomhall, Fife, Sammlung Elgin).

Werk

Anastasio Fontebuoni (ligiert monogrammiert AF): Fresko in einer Lünette des Portikus der Kirche Santa Maria Maddalena de’ Pazzi, Florenz

Zu den gesicherten und zugeschriebenen Werken Fontebuonis zählen unter anderem:

Literatur

Commons: Anastasio Fontebuoni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. 2009.
  2. 1 2 3 FONTEBUONI, Anastagio - Enciclopedia. Abgerufen am 21. August 2026 (italienisch).
Personendaten
NAME Fontebuoni, Anastasio
ALTERNATIVNAMEN Fontibonius, Anastasio; Fontibuoni, Anastasio; Stagio, Anastagio di Piero di (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG italienischer Maler
GEBURTSDATUM 21. September 1571
GEBURTSORT Florenz
STERBEDATUM 10. Juli 1626
STERBEORT Florenz