Andris Sprūds

Andris Sprūds (2024)

Andris Sprūds (* 13. Juli 1971 in Liepāja, Lettische Sozialistische Sowjetrepublik) ist ein lettischer Politiker der Progresīvie, der unter anderem von 2023 bis 2026 Verteidigungsminister im Kabinett Siliņa war.

Leben

Andris Sprūds absolvierte ein Studium an der Central European University (CEU) in Budapest, welches er 1997 mit einem Master in mitteleuropäischer Geschichte beendete. Ein Studium der Politikwissenschaften an der Universität Lettlands schloss er 1998 mit einem weiteren Master ab.

Laufbahn als Wissenschaftler

2005 schloss er seine Promotion zum Doktor der Politikwissenschaften an der Jagiellonen-Universität in Krakau ab. Er lehrte als Professor an der Stradiņš-Universität Riga (RSU) und war auch Direktor des Lettischen Institut für Auswärtige Angelegenheiten LĀI (Latvijas Ārpolitikas institūts).

Laufbahn als Politiker

Bei der Parlamentswahl am 1. Oktober 2022 wurde Sprūds für die Liste der grün-sozialdemokratischen Progressiven (Progresīvie) zum Mitglied des Saeima, des lettischen Parlaments, gewählt. Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er in der 14. Legislaturperiode des Saeima vom 23. November 2022 bis zum 24. November 2022 Mitglied und anschließend zwischen dem 24. November 2022 und dem 20. September 2023 Vorsitzender des Ausschusses für Europäische Angelegenheiten. Darüber hinaus war er stellvertretendes Mitglied des Unterausschusses für Hochschulbildung, Wissenschaft und Humankapital (20. Dezember 2022 bis 23. September 2023), des Unterausschusses für umfassende Landesverteidigung (20. Dezember 2022 bis 23. September 2023) sowie des Unterausschusses für Umwelt, Klima und Energie (11. Januar bis 20. September 2023).

Am 15. September 2023 übernahm Andris Sprūds im Kabinett von Ministerpräsidentin Evika Siliņa den Posten des Verteidigungsministers (Aizsardzības ministrs). Aufgrund der Ministertätigkeit ruht derzeit seine Mitgliedschaft in der Saeima.

Nachdem am 25. März 2026 und mehrfach Anfang Mai Drohnen in den lettischen Luftraum eingedrungen waren, machte die Ministerpräsidentin den Verteidigungsminister dafür verantwortlich, dass es dazu kommen konnte. Sprūds trat am 10. Mai 2026 als Verteidigungsminister zurück. Als Siliņa ihn nicht durch einen anderen Politiker seiner Partei, der Progresīvie, ersetzen wollte, sondern durch Oberst Raivis Melnis, den Leiter der Abteilung für operative Planung im Generalstab der Lettischen Nationalen Streitkräfte, verließen die Progresīvie am 13. Mai die Koalition, die infolgedessen zerbrach.

Veröffentlichungen

Commons: Andris Sprūds – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Janis Laizans, Andrius Sytas: Latvian defence minister resigns after Ukrainian drones hit oil tanks. In: Reuters. 10. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026.
  2. ↑ Latvia: Prime MInisters. rulers.org, abgerufen am 22. Juni 2025.
  3. ↑ Evika Siliņa (14. Saeima). Saeima, abgerufen am 22. Juni 2025 (lettisch).
  4. ↑ Latvia: 13 September 2023. rulers.org, abgerufen am 22. Juni 2025.
  5. ↑ Latvia: Defence Ministers. rulers.org, abgerufen am 22. Juni 2025.
  6. ↑ Julian Staib, Stefan Locke, Friedrich Schmidt: Drohnen-Dilemma an der Ostflanke. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2026, S. 3.
  7. ↑ Krise wegen Drohnen. Regierungschefin in Lettland tritt zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2026, S. 6.
Personendaten
NAME Sprūds, Andris
KURZBESCHREIBUNG lettischer Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker
GEBURTSDATUM 13. Juli 1971
GEBURTSORT Liepāja, Lettische Sozialistische Sowjetrepublik