Andy Bausch

Andy Bausch (2006)

Andy Bausch (* 12. April 1959 in Düdelingen) ist ein luxemburgischer Drehbuchautor und Filmregisseur. Er ist der erste Regisseur aus Luxemburg, der den Sprung ins internationale Filmgeschäft gewagt hat. Mit dem Film Le Club des Chômeurs hat er einen der erfolgreichsten Film der kurzen luxemburgischen Filmgeschichte gedreht.

Privatleben

Andy Bausch hat insgesamt vier Kinder. Seine Frau Rike heiratete ihn 1998 in Santa Fe. Er lebte zeitweise in Hamburg und auch in Lübeck. Sein Markenzeichen sind sein Cap und seine Cowboystiefel.

Karriere

Anfang

Bausch begann 1976 mit Amateurfilmaufnahmen des Sunrise Festivals in Offenburg. Dafür nutzte er die Super-8-Kamera seines Vaters. Unter dem Impuls von Bausch wurde 1978 die Gruppe Nasty Arts gegründet. Die mit Rubbish, Vu Kanner fir Kanner und Vicious Circle ihre erste Werke mit einer Spieldauer zwischen 12 und 20 Minuten produzierten. Diese erhielten zahlreiche Preise bei nationalen Amateurfilmwettbewerben. Aus den anfangs auf Publikumsbelustigung ausgelegten Kurzfilmen mit viel Klamauk und Blödsinn wurden im Laufe der Zeit ernsthafte Problemfilme. Das lag daran, dass aus der ursprünglichen Gruppe nur noch Andy Bausch und Claude Stütz übrig geblieben waren und neue Leute mit neuen Ideen hinzugekommen waren. 1979 sorgten die Gruppe mit ihren beiden Kurzfilmen Abgrenzungen und Tote Hoffnung, welche zentrale Probleme der Jugend, nämlich Kommunikationslosigkeit und Drogen behandeln, bereits für mehr Öffentlichkeit. Nach diesen Erfolgen trennten sie sich von den Amateurwettbewerben. In der Kulturfabrik ging Bausch auf Paul Thiltges zu und erzählte ihm, dass er seinen ersten abendfüllenden Spielfilm When the Music’s Over drehen möchte. Dafür brauchte er einen Geldgeber und Thiltges, der einen festen Job und ein Lehrergehalt hatte, schien der ideale Kandidat zu sein. Paul Thiltges produzierte den Film und spielte sogar die Hauptrolle. Bausch löst Nasty Arts Anfang 1982 auf. Am 10. Dezember 1982 premierten seine Kurzfilme Stefan und Lupowitz in der Kulturfabrik.

Es folgte 1986 Bauschs zweiter Film Gwyncilla, Legend of Dark Ages, für den Paul Thiltges eine Million Luxemburgische Franc vom FoCuNa erhielt und eine Million bei der Spuerkeess aufnahm.

Filmografie (Auswahl)

Spielfilme

Kurzfilme

  • 1978: Rubbish
  • 1979: Vicious Circle
  • 1979: Vu Kanner fir Kanner
  • 1980: Abgrenzungen
  • 1980: Hoffnung
  • 1982: Stefan
  • 1982: Lupowitz
  • 1983: Die letzte Nacht
  • 1983: Cocaine Cowboy
  • 1984: One-Reel Picture Show
  • 1984: Van Drosselstein
  • 1984: … der Däiwel
  • 1996: Letters Unsent
  • 2004: Segment The Language School im Kompilationsfilm Europäische Visionen

Fernseharbeit

Fernsehfilme

Fernsehserien

  • 1993: Folge Tanz auf dem Seil aus der Serie Die Männer vom K3
  • 1994: Folge Keine Chance zu gewinnen aus der Serie Die Männer vom K3
  • 1995: Folge Brisante Geschäfte (Teil 1) aus der Serie Doppelter Einsatz
  • 1995: Folge Brisante Geschäfte (Teil 2) aus der Serie Doppelter Einsatz
  • 1995: Folge Faustpfand aus der Serie Doppelter Einsatz
  • 1995: Folge Kais kleiner Bruder aus der Serie Doppelter Einsatz
  • 1995: Folge Privatpatienten aus der Serie Doppelter Einsatz
  • 1999: Folge Verkaufte Unschuld aus der Serie Balko
  • 1999: Folge Dinojagd aus der Serie Balko
  • 1999: Folge Der Mönch mit der Todeskralle aus der Serie Balko
  • 2000: Folge Verschwundene Kinder aus der Serie HeliCops – Einsatz über Berlin
  • 2001: Folge Abschied aus der Serie Zwei Brüder

Dokumentarfilme

  • 1993: Thés dansants
  • 1998: Rockin’ Warriors
  • 2000: Electric Theater
  • 2000: The very last cha cha cha
  • 2003: L’homme au cigare
  • 2004: Monsieur Warum
  • 2005: 50 Joer Tëlee Lëtzebuerg
  • 2006: Leslie Kent, a Tale of Sex, Booze and the Blues
  • 2007: Entrée d'artistes
  • 2008: inthierryview
  • 2010: Schockela, Knätschgummi a brong Puppelcher
  • 2012: D’Belle Époque
  • 2013: D'Fifties
  • 2015: Faustino
  • 2016: Streik!
  • 2019: Lost in the 80s

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Andy Bausch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ The “naïve and stubborn” film pioneer. Abgerufen am 17. April 2024 (englisch).
  2. ↑ a brief guide to Andy Bausch. webartproject.de, archiviert vom Original am 3. August 2022; abgerufen am 17. April 2024 (englisch).
  3. ↑ Biografie. Archiviert vom Original am 25. September 2022; abgerufen am 17. April 2024.
  4. ↑ Danièle Michels: Der Mann unter der Kappe. In: MID-LIFE – Das Magazin für Aufgeschlossene. Nr. 5, 2016, S. 54–61 (archive.org).
  5. ↑ Nasty Arts – eine junge Filmgruppe. In: Tageblatt. 26. Februar 1980, abgerufen am 1. November 2026.
  6. ↑ „When the Music's over". In: d'Letzeburger Land. 27. März 1981, abgerufen am 31. Oktober 2026.
  7. 1 2 culture - Le Fabuleux destin de Paul Thiltges. Abgerufen am 1. November 2026 (französisch).
  8. ↑ Filmemacher Andy Bausch: Neubeginn nach Nasty Arts. In: Revue. 4. Dezember 1982, abgerufen am 1. November 2026.