Annelsbach liegt von Tannen- und Mischwald umgeben im nördlichen Odenwald, ca. 14 km nördlich von Erbach. Das geschlossene Dorf befindet sich in einem kleinen Tal am gleichnamigen Bach im Buntsandsteingebiet des Odenwalds in einseitiger Tallage. Der Ortsteil Annelsbach besteht aus der 187,8 Hektar umfassenden Gemarkung Annelsbach.
An den Ortsteil Annelsbach grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn an die Orte Pfirschbach, Forstel und Hummetroth.
Südlich des Ortes verläuft die Landesstraße3106, von der die Kreisstraße 115 abbiegt und im Ort endet.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte Erwähnung des damals aus nur einem Bauernhof bestehenden Dorfs erfolgte im Jahre 1314. Über den damaligen OrtsnamenAnoldispach und später Onoltzbach wandelte sich der Name zum heutigen Annelsbach. Im Mittelalter war der Ort durch Eisenerzbergbau geprägt, wovon eine Bergwerksordnung aus dem Jahr 1472 zeugt. Da der Ort zusammen mit dem Breuberger Land in dieser Zeit mehrheitlich wertheimischer Besitz war, ist die Urkunde im Wertheimer Archiv überliefert. Im Jahr 1806 kam der Ort an das Großherzogtum Hessen.
Der Ort hatte im Jahre 1939 insgesamt 50 Einwohner und gehörte zum damaligen Landkreis Erbach.
Zum 1. November 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Annelsbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Höchst im Odenwald eingemeindet. Für Annelsbach sowie für die übrigen im Zuge der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Höchst i. Odw. wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Annelsbach angehört(e):
ab 1969: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde Höchst im Odenwald
ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Höchst im Odenwald
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Annelsbach 171 Einwohner. Darunter waren 21 (12,3%) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 72 waren zwischen 18 und 49, 45 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 69 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 21 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 48 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
1730: 8 wehrfähige Männer
Im Jahr 1961 wurden 49 evangelische (70,00%) und 20 katholische (28,57%) Christen gezählt.
Annelsbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2025
Jahr
Einwohner
1829
86
1834
82
1840
76
1846
72
1852
77
1858
79
1864
81
1871
81
1875
77
1885
70
1895
62
1905
65
1910
62
1925
61
1939
50
1946
81
1950
86
1956
76
1961
70
1967
71
1970
86
1980
?
1990
?
2000
?
2005
170
2010
171
2011
180
2015
194
2020
176
2025
187
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS; Gemeinde Höchst im Odw.: 2005-2015; 2016-2025; Zensus 2011
Politik
Für Annelsbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lichtenberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 48,63%. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der CDU und ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen. Der Ortsbeirat wählte Gundi Giegerich-Sanne (Grüne) zur Ortsvorsteherin.
Regelmäßige Veranstaltungen
Jedes Jahr im August veranstaltet der Verkehrs- und Verschönerungsverein Annelsbach e.V. das Annelsbacher Sommerfest.
Persönlichkeiten
Johann Friedrich König (1772–1832), in Annelsbach geborener Landwirt, Politiker und Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
Literatur
Lothar Lammer (Hrsg.): Annelsbacher Dorfchronik. 2. überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, hg. im Auftrag des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Annelsbach e.V., Annelsbach 2003.
Lothar Lammer: Annelsbach. In: Verein für Heimatgeschichte Höchst im Odenwald (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte von Höchst im Odenwald. Höchst im Odenwald 2006, S.329–332.
↑Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.
↑Friedrich Mössinger: Bergwerke und Eisenhämmer im Odenwald. Heppenheim 1957, S.34–38 (Schriften für Heimatkunde und Heimatpflege im Starkenburger Raum 21/22).
12Hauptsatzung.(PDF;278kB)§5.In:Webauftritt.Gemeinde Höchst i. Odw.,abgerufen im Januar 2025.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, OCLC894925483, S.43ff. (Google Buch).
↑
Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1.April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr.8, S.121ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 11,2MB]).