Hummetroth liegt etwa vier Kilometer südwestlich der Kerngemeinde Höchst und 17 km nördlich von Erbach im nördlichen Odenwald im Quellgebiet des Annelsbachs, dem der Sauerwiesengraben in der Ortsmitte zufließt, knapp östlich der Wasserscheide zwischen Gersprenz und Mümling. Das offene Dorf mit unregelmäßigem Grundriss befindet sich im Granitgebiet des Odenwaldes bei einseitiger Gehängelage. Der Ortsteil Hummetroth besteht aus der 148,1 Hektar umfassenden Gemarkung Hummetroth. Die Gemarkung ist überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Nur im Osten im Bereich der steil nach Annelsbach abfallenden Bachtäler steht Wald.
Der älteste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes Humbrechtenrode seit dem Jahr 1314. In diesem Jahr verkauften die Brüder Heinrich und Arreus von Crumbach ihre Vogtei dem Kloster Höchst. In der Folge kam der Ort zur Herrschaft Breuberg und im Jahr 1806 mit der breubergischen Zent Höchst zum Großherzogtum Hessen.
Die bis dahin selbständige Gemeinde Hummetroth schloss sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 zusammen mit anderen Gemeinden freiwillig der Gemeinde Höchst im Odenwald an.
Für Hummetroth sowie für die übrigen im Zuge der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Höchst i. Odw. wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Hummetroth angehört(e):
ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde Höchst im Odenwald
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Hummetroth 474 Einwohner. Darunter waren 18 (3,8%) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 81 Einwohner unter 18 Jahren, 189 waren zwischen 18 und 49, 105 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 186 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 72 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 114 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
1730: 9 wehrfähige Männer
1961: 317 evangelische (= 93,24%), 23 katholische (= 6,76%) Einwohner
Hummetroth: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2015
Jahr
Einwohner
1829
210
1834
250
1840
267
1846
262
1852
268
1858
249
1864
260
1871
270
1875
279
1885
285
1895
302
1905
287
1910
298
1925
321
1939
312
1946
359
1950
362
1956
340
1961
340
1967
346
1970
368
1980
?
1990
?
2000
?
2005
486
2010
477
2011
474
2015
436
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS; Gemeinde Höchst im Owd.: 2005–2015; Zensus 2011
Politik
Für Hummetroth besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hummetroth) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,26%. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD und ein Mitglied der Liste „Kommunalpolitischer Arbeitskreis Höchst i. Odw.“ (KAH). Der Ortsbeirat wählte Hans Schwinn (SPD) zum Ortsvorsteher.
Wilder Mannstein, Felsgruppe unterhalb der Ortschaft, mit der eine Wilder-Mann-Sage verbunden wird.
Verkehr
Durch Hummetroth führt die Landesstraße L 3318. Sie kommt von Otzberg im Norden und führt weiter durch das Kinzigtal nach Bad König im Südosten. Südlich von Hummetroth kreuzt die L 3106, die von Brensbach im Westen nach der Kerngemeinde Höchst im Osten führt.
Karl-Heinz Winter: Dorfchronik Hummetroth. Herausgegeben vom Ortsbeirat sowie Verkehrs- und Verschönerungsverein Hummetroth, Reinheim 1992.
Karl-Heinz Winter: Hummetroth. In: Verein für Heimatgeschichte Höchst im Odenwald (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte von Höchst im Odenwald. Höchst im Odenwald 2006, S.349–352.
↑Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, OCLC894925483, S.43ff. (Google Buch).
↑
Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1.April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr.8, S.121ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 11,2MB]).