Anoumakaram (auch: Anoumakaran, Anou Makaren, Anou Makarane, Anou Makren, RTA) ist ein Dorf in der Landgemeinde Dannet in Niger.
Geographie
Eine Straße in Anoumakaram (2018)
Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund 30 Kilometer südöstlich des Hauptorts Dannet der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Arlit in der Region Agadez gehört. Ein Dorf in der näheren Umgebung von Anoumakaram ist Tchitintagatt im Nordwesten.
Anoumakaram liegt in der Landschaft Irhazer am linken Ufer des gleichnamigen Trockentals Anou Makaren. Im 5000 Hektar großen Galeriewald von Anoumakaram wachsen Akazien. Er steht unter Naturschutz. Es herrscht das Klima der Sahara vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von unter 200mm.
Geschichte
Anoumakaram entstand als Siedlung für Straßenbauarbeiter der Route Tahoua–Agadez (RTA), die von 1976 bis 1980 befestigt wurde, um den Export von Uran aus Arlit und Umgebung zu ermöglichen. Hier lebten anfangs knapp 500 Arbeiter und ihre Familien vor allem aus dem Süden Nigers, denen einige Kleinhändler folgten. Nach Abschluss der Bauarbeiten verließen viele Arbeiter die Siedlung wieder. Im Ort wurde ein Stützpunkt für Straßeninstandhaltungsarbeiten eingerichtet. Anoumakaram wurde während des Tuareg-Aufstands der 1990er Jahre mehrmals von Tuareg angegriffen. Bei einem dieser Angriffe wurde der Ortsvorsteher getötet. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Nomadenkinder in Anoumakaram.
Bevölkerung
Straßenszene in Anoumakaram (2018)
Bei der Volkszählung 2012 hatte Anoumakaram 1053 Einwohner, die in 204 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 142 in 26 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 246 in 52 Haushalten.
In der Gegend von Anoumakaram leben Angehörige der Tuareg-Gruppen Ikazkazan Kel Azaraq, die als Kamelzüchter tätig sind, und Kel Agharous.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Dabous-Giraffen südöstlich von Anoumakaram sind zwei lebensgroße Darstellungen von Giraffen, die zu den Felsbildern der Sahara zählen. Ihr Alter wird auf 7000 bis 10.000 Jahre geschätzt.
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 16.Oktober 2026]).
12Emmanuel Grégoire:Touaregs du Niger. Le destin d’un mythe. Mit einem Vorwort von Edmond Bernus. Karthala, Paris 1999, ISBN 2-86537-966-3, S.97 (horizon.documentation.ird.fr[PDF; abgerufen am 16.Oktober 2026]).
↑Rahmane Idrissa:Historical Dictionary of Niger. 5. Auflage. Rowman & Littlefield, Lanham/Boulder/New York/London 2020, ISBN 978-1-5381-2014-9, S.417.
↑Arrêté n°276/MEN/DAF/2445/IV du 21 octobre 1996, portant création de cantines scolaires en milieu nomade et transhumant. Ministère de l’Education Nationale, République du Niger, 21.Oktober 1996 (web.archive.org[abgerufen am 16.Oktober 2026]).
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.29 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 15.August 2026]).
↑Aboubacar Adamou:Agadez et sa Région (=Études Nigériennes. Nr.44). Pr. de Copédith, Paris 1979, S.38.
↑Issouf Bayard, Franck Giazzi:Population et activités économiques au sein de la Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S.298.