
Antal Kunder (* 17. Januar 1900 in Nagykároly, Komitat Szatmár; † 4. Dezember 1968 in Rio de Janeiro) war ein ungarischer Politiker und Minister.
Kunder absolvierte die Ludovika-Akademie in Budapest und wurde 1920 zum Leutnant der Artillerie ernannt. Anschließend studierte er bis 1924 Maschinenbau an der Palatin-Joseph-Universität und wurde Hauptmann im Ingenieurkorps.
Zur Zeit der Regierung von Gyula Gömbös wurde Kunder zum Präsidenten der Außenhandelsbehörde (Külkereskedelmi Hivatal) ernannt und wurde 1938 Staatssekretär im von Géza Bornemisza geführten Ministerium für Handel und Verkehr. Von 1938 bis 1944 war er Parlamentsabgeordneter der Partei Magyar Élet Pártja für den Wahlkreis Esztergom und war von 22. September 1938 bis 27. Oktober 1939 Minister für Handel und Verkehr in den Kabinetten von Béla Imrédy und Pál Teleki. Parallel dazu übernahm Kunder vom 15. November 1938 bis 25. Juli 1939 auch das Amt des Ministers für Industrie. Als er von März bis August 1944 erneut Industrieminister im Kabinett von Döme Sztójay wurde, war er auf dem Gebiet der industriellen Rohstoffversorgung einer der Haupttreiber für die wirtschaftliche Abhängigkeit Ungarns gegenüber dem NS-Staat.
Nach Ende des Weltkriegs wurde er vom Volksgerichtshof (Népbíróság) zum Tode verurteilt. Dies wurde jedoch später zu einer lebenslangen Haftstrafe mit Zwangsarbeit umgewandelt. 1956 kam er frei und emigrierte nach Brasilien, wo er in Rio de Janeiro bei einem Energieerzeugungsunternehmen als leitender Angestellter tätig war.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kunder, Antal |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarischer Politiker und Minister |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1900 |
| GEBURTSORT | Nagykároly, Komitat Szatmár |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 1968 |
| STERBEORT | Rio de Janeiro |