Anton Calaminus

Leopold Petrus Anton Jakob Calaminus (* 19. März 1808 in Niedergründau; † 13. Juli 1868 in Hanau) war ein deutscher evangelischer Theologe und Historiker.

Leben

Er war der Sohn des Pfarrers Franz Ludwig Christian Calaminus († 13. April 1812) und dessen Frau, Marie Wilhelmine Karoline, geborene Heyl und hatte acht Geschwister. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Büdingen (Gymnasium seit 1822) und der Hohen Landesschule in Hanau wurde er 1826 an der kurhessischen Landesuniversität (heute: Philipps-Universität) in Marburg im Fach Theologie immatrikuliert.

Karriere

Anschließend war er ab 1830 als Erzieher des Erbgrafen Ferdinand Maximilian zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach angestellt. Dem folgte eine kirchliche Karriere. 1836 wurde er Pfarrer, Schulinspektor, Mitglied des Unterkonsistoriums und Rektor der Lateinschule in Wächtersbach. Zugleich heiratete er Karoline Luise Schaller (* 13. Dezember 1812 in Bettingen; † 20. Januar 1895 in Frankenberg), Tochter eines Pfarrers und Konsistorialrats aus Kreuzwertheim. Sie hatten elf gemeinsame Kinder.

1841 wurde er Pfarrer an der Marienkirche in Hanau, von wo aus er seit 1857 zugleich als Metropolitan (Dekan) der Pfarreiklasse (Dekanat) Büchertal wirkte. 1844 war er Gründungsmitglied und bis 1856, erneut dann von 1866 bis zu seinem Tod 1868, erster Vorsitzender des Hanauer Bezirksvereins für hessische Geschichte und Landeskunde (heute: Hanauer Geschichtsverein e.V.), hielt hier mindestens 78 wissenschaftliche Vorträge, initiierte die archäologische Tätigkeit des Vereins, insbesondere am römischen Limes, und bemühte sich um erste Maßnahmen der Denkmalpflege in Hanau und Umgebung. Maßgeblich beteiligt war er weiter an der Gründung der Stadtbibliothek Hanau.

Er hat ein umfangreiches schriftstellerisches Werk, insbesondere zur Geschichte Hanaus und seines Umlandes hinterlassen.

Gedenken

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Krauskopf, S. 290.
  2. ↑ Martin Schäfer: Anton Claminus, in Zwischen Vogelsberg und Spessart, Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen 1950, Der Landrat des Kreises Gelnhausen, Gelnhausen 1949, S. 44 f.
  3. ↑ Georg Rösch: Anton Calaminus – Pfarrer und Metropolitan in: Zwischen Vogelsberg und Spessart, Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen 1960, Der Landrat des Kreises Gelnhausen, Gelnhausen 1959, S. 14
  4. ↑ Krauskopf, S. 291 f.
  5. ↑ Krauskopf, S. 239 ff., 291
  6. ↑ Krauskopf, S. 291
  7. ↑ Der Namensgeber der Schule - Anton Calminus (Memento vom 4. Juli 2014 im Internet Archive) auf anton-calaminus-schule.de, abgerufen am 18. April 2014
  8. ↑ Ausschreibungstext des Anton Calaminus-Preises. Abgerufen am 25. Oktober 2020.
Personendaten
NAME Calaminus, Anton
ALTERNATIVNAMEN Calaminus, Leopold Petrus Anton Jakob (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Theologe und Historiker
GEBURTSDATUM 19. März 1808
GEBURTSORT Niedergründau
STERBEDATUM 13. Juli 1868
STERBEORT Hanau