Antunovac

Antunovac (Antalfalu)
Wappen
Wappen
Antunovac (Kroatien)
Antunovac (Kroatien)
Basisdaten
Staat: Kroatien Kroatien
Koordinaten: 45° 29′ N, 18° 40′ OKoordinaten: 45° 29′ 20″ N, 18° 40′ 20″ O
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Osijek-Baranja Osijek-Baranja
Höhe:85 m. i. J.
Einwohner:2.063 (2021)
Telefonvorwahl:(+385) 031
Postleitzahl:31216
Kfz-Kennzeichen:OS
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2021)
Gemeindeart:Gemeinde
Gliederung:2 Ortschaften
Bürgermeister:Davor Tubanjski (HDZ)
Website:
Lage der Gemeinde Antunovac in der Gespanschaft Osijek-Baranja
Römisch-katholische Kirche des heiligen Antonius

Antunovac (ungarisch Antalfalu, deutsch Antonsfeld) ist eine kroatische Gemeinde mit 2063 Einwohnern (2021) nahe der kroatisch-serbischen Grenze und befindet sich in der Gespanschaft Osijek-Baranja. Administrativ gehört zur Gemeinde noch eine weitere Siedlung.

Geschichte

Auf dem Gebiet der Siedlung Antunovac befand sich das römische Militärlager und Kastell Mursa im Grenzraum des Limes Pannonicus. Die Donau bildete eine natürliche Grenze zwischen dem römischen Reich und dem an das römische Imperium angrenzenden Gebiet jenseits des Limes in Nord-, Mittel- und Südosteuropa, auch Barbaricum genannt. Im Jahr 133 erhielt das römische Kastell vom Kaiser Hadrian den Status einer Kolonie. Viele Artefakte aus der jüngeren Eisen- und Römerzeit wurden entlang der Drau gefunden. Südlich des ehemaligen Kastells befindet sich ein frühmittelalterlicher Friedhof aus dem 10. und 11. Jahrhundert. In den Gräbern fand man zahlreiche Gegenstände wie Bronzeohrringe, Schmuck und Keramikfragmente.

Zum ersten Mal wird die Siedlung im Jahr 1839 unter dem ungarischen Namen Antafalu urkundlich erwähnt. Die kroatische Bezeichnung für den Ort ist dem ehemaligen Eigentümer Ivan Kapistran Adamović gewidmet, der dieses von Sümpfen umgebene Gebiet Ende des 18. Jahrhunderts entwässern ließ. Es wurden künstlich angelegte Kanäle geschaffen die zu den Flüssen Vuka, Drau und Donau führten und somit fruchtbares Ackerland gewonnen werden konnte.

Im 18. Jahrhundert und bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte der Ort zum Komitat Virovititz und im Jahr 1918 wurde die Region ein Teil der Gespanschaft Virovitica des neu entstandenen Staates der Slowenen, Kroaten und Serben. Kurze Zeit später gehörte Antunovac zum Königreich Jugoslawien und am Ende des Zweiten Weltkrieges folgte dann die Eingliederung in die SFR Jugoslawien.

Nach der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 und dem darauffolgenden Kroatienkrieg wurde der Ort von der Jugoslawischen Volksarmee und serbischen Verbänden angegriffen und besetzt. Nach der Militäroperation Oluja im Jahr 1995 wurde im Abkommen von Erdut zwischen den Krajina-Serben und der Regierung Kroatiens die friedliche Reintegration Ostslawoniens in das souveräne Kroatien geregelt. Nach der Übergangszeit einer Verwaltung unter UN-Mandat (UNTAES) ist Antunovac seit 1998 wieder in Kroatien integriert.

Siedlungen der Gemeinde

Laut der letzten Volkszählung von 2021 hatte die Gemeinde Antunovac zusammen mit der Siedlung Ivanovac 3450 Einwohner.

Bevölkerung

Im Jahr 1857 hatte Antunovac nur 158 Einwohner und bei der Volkszählung 1910 962 Einwohner. Davon waren 48 % der Bevölkerung Ungarn, 21 % Serben, 15 % Kroaten und 14 % Deutsche. 1991 waren 77 % der Bevölkerung Kroaten, 13 % Serben, 4 % bezeichneten sich als Jugoslawen und 3 % Ungarn. Im Jahr 2011 hatte die Siedlung 2.181 Einwohner und die Gemeinde insgesamt 3.703 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 18571869188018901900191019211931194819531961197119811991200120112021
Einwohner 15834448381286296211441402218419682422265925792692228321812063

Sehenswürdigkeiten

Bildung

Kultur- und Sportvereine

Im kroatischen Vereinsregister „Registar udruga Republike Hrvatske“ sind 28 Vereine mit Sitz in Antunovac registriert (Stand: IX/2023):

Commons: Antunovac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Denkmalregisternummer: Z-6380.
  2. ↑ Stjepan Sršan, Povijest sela i Župe Ivanovac, Staatsarchiv in Osijek, RKT. župni ured Ivanovac, Općina Antunovac, Ernestinovo, Osijek 2004, ISBN 953-6446-34-0, S. 287
  3. ↑ Karten und Infos zu den Komitaten/Gespanschaften um 1910
  4. ↑ Abkommen von Erdut (Memento des Originals vom 18. April 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ - Republika Hrvatska - Državni zavod za statistiku: Naselja i stanovništvo Republike Hrvatske 1857.-2001.
  6. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 28. August 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Antunovac (Memento des Originals vom 28. November 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Župa sv. Rozalije, djevice, free-os.htnet.hr/zupaivanovac/, arhivirano 21. prosinca 2013., pristupljeno 28. studenoga 2021.
  8. ↑ Otvorena Spomen kapelica u Antunovcu, www.osijek031.com, objavljeno 3. prosinca 2010., arhivirano 6. prosinca 2010., pristupljeno 28. studenoga 2021.
  9. ↑ Blagoslov nove crkve svetog Antuna bit će 13. lipnja, www.glas-slavonije.hr, objavljeno 25. ožujka 2014., pristupljeno i arhivirano 28. studenoga 2021.
  10. ↑ Osnovna škola Antunovac, www.osantunovac.hr
  11. ↑ Vereinsregister in Kroatien