Die Einöde liegt in einem Kessel am Westhang des Auer Berges östlich des Schwimbaches, nordöstlich des Gemeindesitzes Thalmässing, südlich von Schwimbach und nordwestlich von Aue. Der Ort ist über einen Anliegerweg von der Gemeindeverbindungsstraße Schwimbach – Aue zu erreichen. Die Dorfflur von 46 Hektar ist an drei Seiten von Wald umgeben und ist nur nach Westen zum Schwimbach hin offen. Appenstetten wird vom Wanderweg 455 des Naturparks Altmühltal (Beschilderung: Ammonit und 5 auf gelbem Grund).
Ortsnamendeutung
Appenstetten, früher auch Appenstätterhof bzw. Appenstättenhof, wird gedeutet als Ansiedlung eines Appo.
Geschichte
In der Flur Appenstetter Häng(e) wurden in den 1920er Jahren von K. Hörmann, Nürnberg, mittelbronzezeitlicheHügelgräber aufgedeckt. Rätsel gaben die nicht im Verband liegenden, aber geordneten Skelettreste auf.
Eine erste gesicherte Erwähnung von Appenstetten enthält eine Urkunde des Klosters Plankstetten von 1368: Der Ritter Ulrich von Morsbach, sein Sohn Heinrich und dessen Sohn Hartunch stifteten an der St.-Johannes-Kapelle des Klosters eine tägliche Messe und gaben als Ausstattung unter anderem eine Wiese bei Appenstetten dazu. Ursprünglich stand dort nur ein Hof, der dem Domkapitel Eichstätt gehörte. 1484 vertauschte das Domkapitel den Hof unter Bischof Wilhelm von Reichenau gegen den Zehent mehrerer anderer Güter.
Am Ende des Alten Reiches, um 1800, unterstand die Einöde mit ihren beiden Halbhöfen hochgerichtlich dem Oberamt Stauf-Landeck. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft lag beim eichstättischen Pfleg- und Kastenamt Obermässing. Kirchlich gehörte die Ansiedlung zur Pfarrei Schwimbach; Schwimbach war seit 1383 im Besitz des Heilig-Geist-Spitals Nürnberg; die Reichsstadt führte 1525 die Reformation in Schwimbach ein.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bestand die Einöde aus zwei Halbhöfen; es hatte also zu einem unbekannten Zeitpunkt eine Hofteilung stattgefunden. Die Kinder besuchten die protestantische Schule in Schwimbach. 1871 wurden in Appenstetten sieben Gebäude gezählt; in den Ställen standen 19 Stück Rindvieh. Heute hat Appenstetten drei Hausnummern.
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Schwimbach und damit Appenstetten in den Markt Thalmässing im Landkreis Roth eingegliedert.
Peter Schröter: Menschliche Skelettreste aus mittelbronzezeitlichen Gräbern in Mittelfranken (Appenstetten, Gde. Schwimbach und Waizenhofen, Gde. Thalmässing, Lkr. Roth). In: Jahresmitteilungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, 1980, S. 111–118
↑Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 107
↑Trachtkreise im südlichen Hügelgräberbereich. Studien zur Beigabensitte der Mittelbronzezeit unter besonderer Berücksichtigung forschungsgeschichtlicher Aspekte, Bd. 2, Buch am Erlbach 1992, S. 101 f.; Christoph Kümmel: Ur- und frühgeschichtlicher Grabraub. Archäologische Interpretation und kulturanthropologische Erklärung, Münster 2009, S. 49 f., Anm. 150
↑C. H. de Lang: Regesta sive rerum boicarum autographa, München 1841, S. 199; Wiessner, S. 15, 140