



Apulum ist ein römischer, militärisch-ziviler Siedlungskomplex im Stadtgebiet des heutigen Alba Iulia (deutsch: Karlsburg oder Weißenburg, ungarisch: Gyulafehérvár; Kreis Alba) im Südwesten der rumänischen Region Siebenbürgen. Apulum besteht aus einem Legionslager und gleich zwei Zivilsiedlungen, der Colonia Aurelia Apulensis und dem Municipium Septimium Apulense. Dadurch entstand in der Antike eine blühende, urbane Agglomeration mit den entsprechenden Infrastrukturen. Administrativ gehörte es zunächst zur Provinz Dacia, dann zur Dacia superior und schließlich zur Dacia Apulensis, die nach der Stadt benannt war. Apulum war neben Potaissa eines von insgesamt nur zwei zeitgleich in den dakischen Provinzen existierenden Legionshauptquartieren und Sitz des Statthalters. Apulum ist eine der so genannten zentralen Anlagen des Dakischen Limes. Gemeinsam mit 276 weiteren Bodendenkmälern dieses Limes wurde es im Sommer 2024 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben.
Die heutigen Bodendenkmale liegen am östlichen Ende eines Höhenrückens, der vom Trascău-Gebirge her kommend gegen den Fluss Mureș vorstößt. Apulum befindet sich im Tal dieses Flusses, das Alba Iulia mit Turda (antiker Name: Potaissa) verbindet und den westlichen Teil des Siebenbürgischen Beckens bildet. Die Agglomeration liegt an der Stelle, an der der kleine Fluss Ampoi in den Mureș einmündet. Das römische Siedlungsgebiet wird im Norden vom Tal des Ampoi, im Osten und Süden vom Mureș und im Westen vom Trascău-Gebirge und dem dahinter liegenden Siebenbürgischen Erzgebirge begrenzt.
Schon in prähistorischer Zeit war diese Gegend ein Handels- und Verkehrsknotenpunkt für das in großem Umfang in der Region gewonnene Steinsalz. Zudem gehören die östlich Apulums beginnenden Gebirgszüge zu den rohstoffreichsten Regionen Siebenbürgens, wo insbesondere Gold, Silber, Selen, Blei, Zinn und Quecksilber vorkommen. Die Standortwahl dürfte daher wohl nicht nur aus strategischen Motiven heraus, sondern auch unter ökonomischen Aspekten erfolgt sein. Durch die Nutzung der alten Transportwege sowie durch die Anlage neuer Straßen entwickelte sich Apulum zum Zentrum eines Netzwerks mit direkten Verbindungen zu dem Kastell Războieni-Cetate sowie der Stadt und dem Legionslager Potaissa im Norden, den Kastellen Feldioara und Caput Stenarum im Osten, dem Kastell Orăștioara de Sus und der Ulpia Traiana Sarmizegetusa im Süden, sowie den Kastellen Cigmău, Vețel, Ighiu, Abrud und der Bergbaustadt Alburnus Maior im Westen.
Der Name Apulum leitet sich wahrscheinlich ab von einer rund 17 km nordnordwestlich gelegenen dakischen Bergfestung namens Apoulon, die in der Zeit vom 2. Jahrhundert v. u. Z. bis ins komplette 1. Jahrhundert u. Z. existierte und zu Beginn des 2. Jahrhunderts von den Römern zerstört wurde. Sie liegt auf der Piatra Craivii, einem 1078 m hohen Berg am südöstlichen Rand des Trascău-Gebirges. Auf dem Gebiet von Apulum selbst gab es keine dakische Vorläufersiedlung, wie es bei den Römern generell nicht üblich war, sich auf vormals dakischen Plätzen niederzulassen.
Apoulon war schon in der Geographike Hyphegesis des Claudius Ptolemäus erwähnt, Apulum als Apula auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet worden.


Schon früh beschrieben und/oder sammelten Gelehrte des Renaissance-Humanismus die römischen Hinterlassenschaften Apulums. Der Erste, der in diesem Zusammenhang genannt wird, ist der noch zur Zeit der Renaissance lebende Bischof von Siebenbürgen László Geréb (1452–1502). Ihm folgte, keine Generation später und derselben Epoche angehörend, der Dichter János Megyericsei, latinisiert Johannes Mezerzius (1470–1517), der als Erster römische Inschriften aus Siebenbürgen aufzeichnete und daher als frühester Epigraphiker Apulums anzusprechen ist. Seine Aufzeichnungen blieben erhalten und gingen später in Theodor Mommsens Werk ein. Im 16. Jahrhundert beschrieb Antun Vrančić (1504–1573), der unter anderem Sekretär von Johann Zápolya war, die Funde und ihre Fundorte, während Jacques Bongars (1554–1612) Zeichnungen römischer Inschriften anfertigte. Auch István Szamosközy (1565–1612), ein Humanist und Hofhistoriker von Stephan Bocskai, gehörte dieser Zeit an. Im 17. und 18. Jahrhundert waren es Martin Opitz (1597–1639) mit seiner unvollendeten und verloren gegangenen Schrift Dacia Antiqua und der italienische Architekt der Zitadelle von Alba Iulia, Giuseppe Ariosti (1689–1766), der das Manuskript Epigrafi romane di Transilvania hinterließ, das erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts an der Universität Verona als Faksimile publiziert wurde.
Die Beschäftigung mit den römischen Hinterlassenschaften Apulums blieb im 19. Jahrhundert lange deskriptiv. Ferdinand Neigebaur erwähnte es 1851 in seinem Dacien, Aus den Ueberresten des klassischen Alterthums, mit besonderer Rücksicht auf Siebenbürgen und Karl Gooss in seiner 1876 erschienenen Chronik der archäologischen Funde Siebenbürgens. Bezüglich der Inschriften hatte bereits 1873 Theodor Mommsen in seinem epigraphischen Monumentalwerk grundlegende Arbeit geleistet. Mit Inschriften beschäftigte sich auch Károly Torma, der 1882 seine Inschriften aus Dacia, Moesia superior und Pannonia inferior vorlegte.
Als Pionier der Feldforschung in Apulum schlechthin erwies sich schließlich der archäologische Seiteneinsteiger Adalbert Cserni (ungarisch: Béla Cserni). Nachdem er sich die Grundlagen der Archäologie auf autodidaktischem Wege beigebracht hatte, nahm er Ende 1888 erste systematische Ausgrabungen im ehemaligen Statthalterpalast (Praetorium consularis) auf und grub kontinuierlich in der Stadt weiter bis Ende 1915, wenige Monate vor seinem Tode.
Nach Csernis Tod (1916) wurde die Archäologie in Alba Iulia eher stiefmütterlich behandelt. Zunächst hatte der Krieg Priorität und danach standen die Probleme des erst 1918 gegründeten rumänischen Staats im Vordergrund. Große Teile der Museumsbestände verschwanden in Ungarn, sie wurden erst 1922 zurückgegeben, wenn auch nicht vollständig. Zeitgleich wurden die römischen Relikte massiv bedroht, so durch eine fortschreitende Überbauung des südlichen Stadtteils Partoș. Erst ab 1938, unter dem neuen Museumsdirektor Ion Berciu besserten sich die Verhältnisse wieder ein wenig. Ausgerechnet in Europas dunkelster Zeit, kurz vor dem und dann im Zweiten Weltkrieg wurden wieder archäologischen Aktivitäten aufgenommen. In der Nachkriegszeit kam es unter der neuen Regierung noch einmal zu politischen Irritationen, in deren Verlauf Berciu 1949 für ein paar Jahre inhaftiert, aber schließlich 1955 rehabilitiert wurde. Ab 1958 war er wieder am Museum tätig. In den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Tode 1986 führte er das Museum und die Archäologie Alba Iulias zu internationalem Renommee.
Richtig Fahrt nahmen die archäologischen Untersuchungen in der Stadt aber erst wieder in den 1990er Jahren auf und gewannen dann im Kontext der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrtausends noch einmal an Dynamik. In Alba Iulia selbst trieb das seit 1992 auf den Namen Muzeul Național al Unirii (Nationalmuseum der Union) lautende Institut die Forschungen voran, aber auch die Universitatea „1 Decembrie 1918” (Universität des 1. Dezembers 1918) und die Direcția Județeană pentru Cultură Alba (Kulturdirektion des Kreises Alba) waren nicht untätig. Aus anderen rumänischen Städten beteiligten sich die Universitatea Babeș-Bolyai, das Muzeul Național de Istorie a Transilvaniei (Nationalmuseum der Geschichte Siebenbürgens) und das Institutul de Arheologie și Istoria Artei (Institut für Archäologie und Kunstgeschichte), alle drei aus Cluj-Napoca; aus Bukarest das Institutul de Arheologie „Vasile Pârvan” (Archäologisches Institut „Vasile Pârvan”) und aus Timișoara das Muzeul Național al Banatului (Nationalmuseum des Banats). International vertreten waren die Universität zu Köln, das Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, das Birkbeck, University of London, die Universität Pécs, die Universität Bergen, die University of Alberta und die University of British Columbia. Namentlich zu nennen in diesem Zusammenhang sind insbesondere die Archäologen Mihai Blăjan, Ioana Bogdan-Cătăniciu, George V. Bounegru, Radu Ciobanu, Marius M. Ciută, Alexandru Diaconescu, Aurel Dragotă, Matei Drîmbărean, Constantin Inel, Vasile Moga, Gabriel Rustoiu, Viorica Rusu-Bolindeţ, Nicolae Rodean, Csaba Szabó, Radu Ota und in jüngerer Zeit vor allem Anca Timofan. Aber auch die Beteiligung der Deutschen Manuel Fiedler und Alfred Schäfer verdient Erwähnung.
Das Gebiet um Apulum war aufgrund seiner naturräumlichen und verkehrsgeographischen Vorzüge seit alters her von den Menschen geschätzt. Die frühestens Funde weisen bis in die Zeit der jungsteinzeitlichen Vinča-Kultur (5400 bis 4600/4550 v. u. Z.) zurück. Aus der jüngeren Kupfersteinzeit und der Bronzezeit (4500 bis 800 v. u. Z.) sind Fundstellen der Cotofeni-Kultur (3500 bis 2500 v. u. Z.) und der Wietenberg-Kultur (2200 bis 1500 v. u. Z.), sowie spätbronzezeitliche Funde (1300 bis 800 v. u. Z.) bekannt. Insbesondere mittel- und spätbronzezeitliche Funde wurden vor allem im Süden der Stadt, im Stadtteil Partoș gemacht. Daraus ragt ein Hortfund mit fünf goldenen Armbändern hervor, die sich heute im Ungarischen Nationalmuseum befinden. Insgesamt liegt Fundmaterial bis zur Hallstattzeit (800 bis 450 v. u. Z.) und der Latènezeit (450 v. u. Z. bis zur Zeitenwende) vor. Die spätlatènezeitliche dakische Bergfestung Apoulon wurde oben bereits erwähnt.
Die römische Besiedlung begann in trajanischer Zeit, spätestens nach dem Ende der Dakerkriege. Ihre Komplexe setzen sich im Wesentlichen aus dem Legionslager, dem Stadthalterpalast, den Städten Municipium Septimium Apulense und Colonia Aurelia Apulensis sowie mehreren Nekropolen zusammen. In ihrer Blütezeit dürfte die Siedlung insgesamt über 100 Hektar Fläche in Anspruch genommen und bis zu 20.000 Menschen beherbergt haben.
| Legionslager Apulum | |
|---|---|
| Alternativname | Apulum |
| Limes | Dakischer Limes |
| Abschnitt | Zentrale Anlagen; C / 103 |
| Datierung (Belegung) | spätestens 106/107 bis spätestens 275 |
| Typ | Legionslager |
| Einheit | Legio XIII Gemina |
| Größe | A) unbekannt B) 420 m x 440 m ≈ 18,5 ha |
| Bauweise | A) Holz-Erde-Lager B) Steinkastell |
| Erhaltungszustand | A) überbaut B) teilrekonstruiert |
| Ort | Alba Iulia |
| Geographische Lage | 46° 4′ 6,5″ N, 23° 34′ 19,5″ O |
| Höhe | 249 m |
| Vorhergehend | Kastell Orăștioara de Sus (B/100, südwestlich) |
| Anschließend | Kastell Războieni-Cetate (B/101, nordnordöstlich) Potaissa (C/104, nördlich) |
| Rückwärtig | Kastell Ighiu (N.N., nordwestlich) Kastell Abrud (A/V/20, nordwestlich) Kastell Cigmău (B/99, westsüdwestlich) |
| Vorgelagert | Caput Stenarum (A/VIII/46, südöstlich) |
Das Legionslager befindet sich auf einer der höchsten Terrassen des Mureș. Seine Untersuchungen waren nicht einfach, da das Gebiet in den auf die Römer folgenden Jahrhunderten immer wieder umgestaltet sowie überbaut wurde und es bis heute ist. Insbesondere die Errichtung der mächtigen Zitadelle Alba Carolina im Stil von Vauban zwischen 1715 und 1738, die bis heute das Aussehen der Innenstadt von Alba Iulia eindrücklich prägt, hat die römischen Reste des Legionslagers nachhaltig beeinträchtigt. Großflächige Grabungen waren kaum möglich, sondern die rumänischen Archäologen standen und stehen vor einem Flickwerk aus den Befunden kleinflächigerer Rettungsgrabungen und Sondierungen. Eine ähnliche Problematik liegt auch in manchen Bereichen der Zivilsiedlungen vor, sofern sie überbaut worden sind, was im 20. Jahrhundert noch massiv geschah.
Nach gegenwärtigem Forschungsstand wird von verschiedenen Bauphasen ausgegangen, worunter sich zwei frühe Holz-Erde-Lager befinden sollen. Der Umbau in ein Steinkastell wurde wohl schon unter Hadrian begonnen und anschließend unter Antoninus Pius vollendet. Danach erfolgten noch Reparaturphasen. Das Steinkastell hatte einen rechteckigen Grundriss und war mit seinen Seiten in die vier Himmelsrichtungen orientiert, wobei seine Prätorialfront nach Osten hin ausgerichtet war. Aufgrund der einzelnen Befunde können Abmessungen von rund 420 m mal 440 m angenommen werden, was einer bebauten Fläche von 18,5 Hektar entspricht.
Die Umwehrung des Lagers konnte an folgenden Punkten nachgewiesen werden:
Ein Nachweis für einen das Kastell umlaufenden Graben konnte bislang noch nicht identifiziert werden. Ebenfalls fehlen bisher die Nachweise für Ecktürme, während Zwischentürme nachgewiesen sind.
Im Inneren des Lagers gab es folgende Befunde:

Stammeinheit des Lagers war die Legio XIII Gemina. Sie war entweder bereits 57 v. u. Z. von Gaius Iulius Caesar im Gallischen Krieg, oder aber spätestens von Octavian 40/41 v. u. Z. im Bürgerkrieg aufgestellt worden und nach vielen Einsätzen vor ihrer Dislozierung nach Dakien in Vindobona stationiert. Sie nahm dann an den Dakerkriegen Trajans teil. Anschließend wurde sie in Apulum stationiert, aber ihre Vexillationen sind auch an anderen dakischen Standorten nachgewiesen, sei es zur Bewachung der Goldbergwerke in der Region von Alburnus Maior oder als Bautrupps bei der Errichtung von Stützpunkten für andere Einheiten, wie derjenigen des Kastells Vețel oder des Kastells Bulci. Zudem wurden Vexillationen zu Kampfeinsätzen an entfernten auswärtigen Kriegsschauplätzen abgezogen. Bereits unter Gallienus (260-268), nach einem letzten erfolgreichen Kampfeinsatz gegen die Karpen (um 257±1), begann ihr sukzessiver Abzug aus Apulum. Nach der Aufgabe der Gebiete nördlich der Donau unter Aurelian wurde sie in Ratiaria, in der neu gebildeten Provinz Dacia ripensis stationiert.
Zahlreiche epigraphische Zeugnisse sind in Apulum gefunden worden. Die Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby listet aktuell für Apulum insgesamt 1474 Einträge auf, von denen sich 439 auf die Legio XIII beziehen (Stand Januar 2025). Sehr viele dieser Inschriften beinhalten Namen von Legionären, beispielsweise Flavius Vitalis, Claudius Heraclides oder Marcus Ulpius Respectus. Die Namensnennungen, zuweilen kombiniert mit der militärischen Funktion der Namensträger und weiteren biographischen Angaben, erlauben es der Wissenschaft, unter anderem Herkunftsanalysen zu betreiben und so die personelle Zusammensetzung sowie die Struktur der Legion besser zu verstehen.
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac insgesamt 48 Fundmünzen aus dem Legionslager untersucht. Die Münzreihe verteilt sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Titus für Divus Vespasianus | 80 - 81 | 1 | Denar |
| Domitianus | 81 - 96 | 3 | Asse |
| Trajan | 98 – 117 | 4 | 2 Dupondii, 1 Sesterz, 1 Denar |
| Hadrian auch für Sabina |
117 – 138 | 8 | 3 Asse, 1 Dupondius, 2 Sesterzen, 2 Denare |
| Antoninus Pius für Faustina die Jüngere für Marcus Aurelius Caesar |
140 – 161 | 2 | 1 As, 1 Denar |
| Marcus Aurelius auch für Divus Antoninus Pius |
161 – 180 | 2 | 1 As, 1 Denar |
| Lucius Verus | 163 – 164 | 1 | As |
| Commodus für Divus Marcus Aurelius |
nach 180 | 1 | Denar |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla |
196 – 211 | 6 | Denare |
| Caracalla | 211 – 217 | 1 | As |
| Geta | 211 | 1 | Denar |
| Elagabal auch für Julia Soaemias |
218 – 222 | 5 | Denare |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222 – 235 | 8 | 1 As, 7 Denare |
| Gordian III. | 241 – 243 | 1 | Antoninian |
| Philippus Arabs | 247 – 248 | 1 | Sesterz |
| Decius | 249 – 250 | 1 | Dupondius |
| Trebonianus Gallus | 244 – 249 | 1 | Antoninian |
| nicht identifiziert | 1 | ||
| SUMME | 48 | ||
|---|---|---|---|

Das Praetorium consularis war das erste Gebäude Apulums, das wissenschaftlich-archäologisch untersucht wurde. Adalbert Cserni grub hier von 1888 bis 1907, ohne zu seiner Lebenszeit noch in Erfahrung zu bringen, mit welchem Gebäudetypus er es zu tun hatte. Er war immer davon ausgegangen, die Thermen der Stadt gefunden zu haben. Erst 1962 wurde das Gebäude von Ion Berciu und Alexandru Popa durch die gefundenen Inschriften und eine Kontrollgrabung als das identifiziert, was es ist. Viorica Rusu-Bolindeț vom Muzeul Național de Istorie a Transilvaniei nahm in den 1990er Jahren die Forschungen wieder auf. Bis heute sind die exakten Grenzen des gewaltigen Gebäudekomplexes nicht wirklich bekannt, da die Außenmauern bei den Ausgrabungen nicht überall erreicht wurden. Klar scheint zu sein, dass sie zwischen der Strada Munteniei im Norden, dem Bulevardul Ferdinand I im Osten, der Strada Drobogei im Süden und der Strada Octavian Goga im Westen verlaufen müssen, da jenseits davon Negativbefunde vorliegen. Klar ist ferner, dass der Statthalterpalast der größte geschlossene römische Gebäudekomplex Dakiens ist. Seine Größe wurde von Ioan Piso auf mindestens 40.000 bis 50.000 m² geschätzt, womit es einen Vergleich mit dem Praetorium der Colonia Claudia Ara Agrippinensium nicht zu scheuen bräuchte. Die Lage war optimal gewählt: der Palast liegt unmittelbar östlich der römischen Fernstraße, die von der Colonia Ulpia Traiana Sarmizegetusa her kommend über Apulum weiter nach Potaissa, Napoca und schließlich nach Porolissum an der Nordgrenze der Provinz führt. Seine Entfernung zum Legionslager beträgt keine 300 Meter.
Wann genau Apulum zur Hauptstadt der Provinz und damit zum Sitz des Statthalters wurde, ist nicht ganz geklärt. Im ersten Jahrzehnt nach der Eroberung scheint noch Ulpia Traiana Sarmizegetusa diese Funktion ausgeübt zu haben, aber spätestens mit den hadrianischen Provinzreformen um 118 wurde die Residenz wohl nach Apulum verlegt. Ab diesem Zeitpunkt sind dort Pedites und Equites singulares (Gardefußsoldaten und -reiter) nachgewiesen, auf deren Schutz nur der Kaiser, seine Statthalter und Legionslegaten Anspruch hatten. Das Praetorium diente als offizieller Dienst- und Verwaltungssitz des Statthalters als höchstem Repräsentanten Roms in der Provinz und zugleich als dessen privates Wohnanwesen. Dort residierte zunächst der Legatus Augusti pro praetore trium Daciarum (Gesandter des Kaisers im Range eines Praetors für die drei dakischen Provinzen), der gleichzeitig auch militärischer Oberbefehlshaber der Truppen dieser Provinzen war. Erster Statthalter dieses Ranges war vermutlich von 119/120 bis 126/127 Gnaeus Minicius Faustinus Sextus Iulius Severus. Infolge der Markomannenkriege und der daraus ab 168 folgenden Verwaltungsreformen des Mark Aurel, verbunden mit der Stationierung einer weiteren Legion im nahen Potaissa, wurde der Statthalter in den konsularischen Rang befördert und als Consularis trium Daciarum bezeichnet. Zur Unterstützung (und Kontrolle) bekam er in jeder der drei Provinzen (Dacia inferior, Dacia Apulensis und Dacia Porolissensis) für Steuerangelegenheiten einen Finanzprokurator zur Seite gestellt und für militärische Belange unterstanden ihm die beiden Legionslegaten in Apulum und Potaissa als militärische Befehlshaber und seine Stellvertreter. Der Finanzprokurator für die Dacia Apulensis hatte seinen Dienstsitz jedoch nicht in Apulum, sondern in Sarmizegetusa. Der Statthalter, unter dem dieser Übergang vollzogen wurde, war Marcus Claudius Fronto, der dieses Amt von 168 bis 170 ausübte.

Bereits Adalbert Cserni hatte in seiner Zeit 13.000 m² des Praetoriums freigelegt und dabei 263 verschiedene Räume und sonstige Baubefunde wie Flure, Höfen, Wege, Heizungsanlagen und Abwasserkanäle ermittelt. Durch die späteren Grabungen sowie insbesondere durch die Auswertung der Altgrabungen konnten mindestens zwei Bauphasen differenziert, jedoch keine absolute Chronologie erstellt werden. Die ältere Bauphase I unterscheidet sich in ihrer Ausrichtung und ihren Strukturen deutlich von der späteren. So erscheint in ihr eine wuchtige, elliptisch verlaufende Mauer, die von Cserni noch als mögliches Amphitheater (siehe weiter unten) interpretiert worden war. Es erscheint fraglich, ob es sich bei der Bauphase I um ein direktes Vorgängergebäude des Praetoriums handelt. Alfred Schäfer ging vielmehr von einer fragmentierten und kleinteiligen Bebauung des Geländes aus, die anlässlich der Errichtung des Praetoriums großflächig niedergelegt worden sei. Sie könne aufgrund des verwendeten Baumaterials und der Funde auf jeden Fall als römerzeitlich angesprochen und in das frühe zweite Jahrhundert datiert werden. Die nachfolgende Bauphase II, deren Beginn als spättrajanisch/frühhadrianisch datiert wird, differenzierte Schäfer nicht weiter, da die Beschreibungen der von ihm ausgewerteten Altgrabungen zu summarisch seien. Eine künftige weitere Differenzierung auf der Grundlage neuer Befunde schloss er jedoch explizit nicht aus und betont, dass die Heterogenität der Anlage den Eindruck vermittelten, diese könne zu verschiedenen Zeitpunkten aus einzelnen Baugruppen entstanden sein, die erst im Laufe der Zeit zusammengewachsen wären. Viorica Rusu-Bolindeț grub von 1992 bis 2003 und von 2007 bis 2018 in bislang archäologisch unberührten Bereichen, zuletzt jeweils rund 100 m südlich und südöstlich von Csernis und westlich von Bercius und Popas Grabungsflächen. Dabei legte sie rund 850 m² frei und identifizierte drei Bauphasen, die sie grob auf die Mitte des zweiten, das Ende des zweiten und die ersten drei Viertel des dritten Jahrhunderts datierte.
Der auf den ersten Blick verwirrende Gebäudekomplex, den Cserni freilegte, weist auf den zweiten Blick durchaus eine gewisse Gliederung auf und ist bis auf den nördlichsten Gebäudeteil insgesamt streng in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Er scheint aus einem Guss errichtet worden zu sein, aber je nach der Bedeutung der einzelnen Baulichkeiten wurden unterschiedliche Qualitäten der Materialien und verschiedene Bautechniken verwendet. Beides könnte auf eine Mehrphasigkeit hinweisen, die aber im Nachhinein kaum noch geklärt werden kann. Gemeinsam ist den Mauerwerksbefunden die hauptsächliche Verwendung von regionalem Kalk- und Sandstein, während Ziegel nur relativ selten und nur in den höheren Bereichen des Aufgehenden benutzt wurden. Die Mächtigkeit des Mauerwerks variiert zwischen 35 cm und 75 cm.
Aufgrund der Uneinheitlichkeit der Raumnummerierungen Csernis nahm Schäfer eine vollständige Neuordnung vor und fasste die Räume örtlich in neun verschiedenen Baugruppen zusammen, die mit den Großbuchstaben A bis I gekennzeichnet sind.
| Baugruppe | Beschreibung | Grundriss |
| A | Die Baugruppe A ist ein zweiflügeliger Komplex rechtwinklig zueinander verlaufender Raumfluchten in der südwestlichen Ecke des Praetoriums, der rund 30 Räume umfasst. Nach Osten hin ist er durch zwei Höfe von den Baugruppen B und D abgesetzt und im Süden durch eine mindestens 95 m lange Mauer abgeschlossen, die sich nach Osten hin fortsetzt und auch die südliche Begrenzung der Baugruppe D bildet. Die Abschlüsse nach Norden und Westen sind aufgrund der unvollständigen Freilegung nicht geklärt. Die Räume im Norden der Baugruppe (Raum 6 und Räume 101 bis 105) hatten Fußbodenbeläge in der Technik des Opus figlinum. Der südlich anschließende 72 m² große Raum 7 besaß im Osten eine Apsis und war mit einem Hypokaustum versehen; in seiner westlichen Verlängerung (Raum 79) wurden Fragmente von rotem Wandverputz gefunden, sowie ein 286 Münzen umfassender Depotfund (siehe weiter unten). Die beiden Räume scheinen mit Ihrer Ost-West-Ausrichtung den Nordflügel unterteilt zu haben. Südlich davon wird die Innenaufteilung von 27 m lang gezogenen Korridoren (Räume 74 und 76) in Nord-Südausrichtung dominiert. Da im Korridor 76 ein der Göttin Epona geweihter Altar gefunden worden war, käme auch eine Interpretation dieser Räumlichkeiten als Stallungen in Frage. Den Bereich zwischen den beiden Korridoren (Nummer 75) interpretierten Cserni und Schäfer als offenen Innenhof. Im Fußboden von Raum 67 wurde ein Depotfund aus 115 Silbermünzen entdeckt, dessen jüngste Prägungen sich auf Gallienus (260-268) datieren ließen. Der weiter südlich liegende Raum 69 diente vermutlich als Küche, dessen Einbauten 70 und 73 wohl eine Wasserstelle und einen Herd beinhalteten. | |
| B | Baugruppe, die im Norden und Süden durch Höfe begrenzt wird und im Osten an die Baugruppen C und D anschließt, zu denen ein direkter Durchgang besteht. Nach Westen hin ist sie durch den südlichen Hof und einen weiteren Zwischenhof von der Baugruppe A abgesetzt. Lediglich die Nordwestecke ist nicht ganz klar, da dort bei den Grabungen die Gebäudegrenzen nicht erreicht wurden. Der Komplex besteht aus elf Räumen. Im Norden schließt er mit einer Raumflucht ab, die von dem hypokaustierten und mit Hohlziegelwänden beheizbaren, rechteckigen Raum 1 östlich in den mit einer Apsis versehenen Raum 25 übergeht. In beiden Räumen wiesen Fragmente von Gesimsen, Stuck und bemaltem Wandputz auf eine aufwändige Gestaltung. Als Verbindung zu den südlichen Teilen der Baugruppe diente der oktogonale Raum 3, der ebenfalls mit einem Hypokaustum versehen und mit einem Bodenmosaik aus kleinen roten und schwarzen Ziegelplättchen ausgestattet war. Der sich südöstlich des Oktogons anschließende Bereich wurde nur zum Teil ausgegraben. Die quasi als geschlossener Block in Erscheinung tretenden Räume 4, 5, 11 und 12 waren allesamt mit Hypokausten und Bodenmosaiken ausgestattet. Ferner fanden sich dort Fragmente von Stuck und Freskomalereien, während der südöstliche Raum 28 nur mit einfachem Opus caementicium gestaltet war. Bei dem etwas abseits gelegenen Raum 10 scheint es sich um eine Küche gehandelt zu haben, wofür verschiedene Einbauten und Kanäle sowie Ascheschichten sprachen, aber auch die Funde von Gebrauchskeramik, Knochen und zweier Silberplatten. | |
| C | Die Baugruppe C ist ein im Gesamtensemble zentral gelegener Baukomplex, der als Thermenbereich des Statthalterpalastes angesprochen wird. Zu den Baugruppen B und D, die mit C eine architektonische Einheit bilden, bestehen direkte Zugangsverbindungen, während die Baugruppen E, F und G, die ebenfalls an die Baugruppe C anschließen, nur indirekt angebunden und durch Höfe von diesem getrennt sind. Der Komplex gliedert sich in einen blockartig angeordneten Kernbereich mit einheitlichem Laufniveau, nahezu durchgängig hypokaustierten Räumen und massiveren Mauern (Räume 14-16, 19-21, 29, 41 und 43; die eigentlichen Thermen), sowie daran angegliederte weitere Räume mit unterschiedlichen Laufniveaus und teilweise dünnerem Mauerwerk (13, 18, 22-23, 30-36, 39, 44, 113-115, 221, 229, 232, 237-239). Davon enthielt Raum 33 einen 232 Münzen umfassenden Hortfund (siehe weiter unten). Im Kernbereich sind bis auf Raum 29 alle Räume mit Hypokausten ausgestattet, die Beheizung erfolgte vermutlich hauptsächlich vom Raum 21 aus, in dem sich zwei Praefurnia, ein Wasserkessel und weitere heiztechnische Installationen befanden. Unterschiedliche Formate der Ziegelpfeiler der Suspensura von Raum 19 weisen auf eine Reparaturphase hin. Die östlich an diesen Raum anschließenden, mit Ziegelplattenfußböden ausgestatteten, kleineren Räume 18 und 229 werden als Sudatoria gedeutet. Der Boden von Raum 16 war mit einem grünen und gelben Mosaik dekoriert, die südliche Apsis enthielt vermutlich ein Wasserbecken. Aus diesem Raum stammen etliche Luxus- und Schmuckartefakte sowie Fragmente von hochwertigem Wandputz. Östlich schließt sich der kreisrunde mit Marmor ausgestattete Raum 39 an, der als Laconium gedeutet wird und vermutlich von dem südlich angrenzenden Raum 44 aus beheizt wurde. Der 42 m² große Raum 29 ist die einzige nicht beheizte Räumlichkeit des zentralen Bereichs. Er dürfte als Frigidarium angesprochen werden, insbesondere auch, weil sich südlich die Kaltwasserbecken 41 und 43 anschlossen. Deren Brauchwasser wurde nach Südosten abgeleitete und diente zur Spülung der Latrine 109. | |
| D | Die Baugruppe D schließt südlich an den Thermenkomplex an. Im Westen ist sie durch die Baugruppen B und A, im Osten durch einen großen Hof und im Süden durch die Südmauer des Praetoriumskomplexes eingegrenzt. Der Aufbau der Baugruppe wird durch den langen, beheizten Flur 55/26 vorgegeben, dessen Laufniveau 45 cm über dem der anschließenden Räume liegt. Östlich neben ihm verläuft der unbeheizte Korridor 36/88/87, der im Norden durch Raum 56 verschmälert wird. Beide Flure/Korridore sind nordsüdlich ausgerichtet. Östlich schließt sich ein Block mit zehn Zimmern an (27, 47, 49-52, 54 89-91), von denen die Hälfte mit Hypokausten ausgestattet ist (27, 50/51, 54 und 89). Längs der westlichen und südlichen Wand verläuft der Kanal 107 (nicht im Bild), der in einem Abwassersammler bei Baukomplex C mündet. In Raum 49 wurde ein Mauervorsprung identifiziert, der als Tisch gedient haben könnte. Raum 52 besitzt einen Ziegelfußboden und einen Durchgang zu dem nur teilweise ergrabenen Raum 53 (nicht im Bild). Aufwendig gestaltet ist der hypokaustierte Raum 54, der einen Mosaikfußboden besitzt und in dem sechseckige Formziegel und Bruchstücke von bemaltem Putz gefunden wurden. Am südlichen Rand des Bauklomplexes liegen die Räume 59, 92 und 93. Davon war Raum 59 beheizbar. In der Südwestecke des Raums 94 wurde ein Depot mit 255 silbernen Münzen entdeckt, die zwischen Septimius Severus (193-211) und Aurelian (270-275) geprägt worden waren. Östlich abseits und vom Grundriss her ein wenig auffällig liegt Raum 95, der über einen Boden aus Marmor verfügte und an dessen Enden jeweils ein Sockel aufgestellt war. Von Cserni wurde dieser Raum als Heiligtum interpretiert. | |
| E | Im Osten der Thermen liegt, etwas vereinzelt und nicht direkt mit den anderen Baugruppen verbunden, die Baugruppe E, deren östliche Grenze bislang nicht erreicht werden konnte. Nach Norden, Süden und Westen ist sie durch Höfe und Gassen von den anderen Baugruppen abgegrenzt. Sie besteht aus zwei rechtwinklig angeordneten Flügeln, deren nördlicher ostwestlich und deren westlicher nordsüdlich verläuft. Der nördliche Flügel umfasst die Räume 246-250 und 252, der westliche die Zimmer 226, 228, 230-232, 248 und 266. Das gesamte Gebäude liegt etwas tiefer als die anderen Baugruppen, das Mauerwerk ist mit 20 cm bis 65 cm etwas dünner und mit rötlichem Mörtel verfugt. Der mit einem Hypokaustum versehene Bereich 246/247 wurde aufgrund seiner Form und der seitlichen Bänke 247 von Cserni als mögliches Mithraeum angesprochen, dessen Zugang von Osten her über den Vorraum 249 erfolgte, in dem sich eine stehende Bronzestatue befand, von der noch ein Calceus geborgen werden konnte. Ein weiterer Kultbezirk wurde im Westflügel vermutet, da im Raum 228 ein Minerva-Altar und im Raum 232 ein Nemesis-Altar gefunden wurden. In Raum 226 befanden sich zwei rot verputzte Wasserbecken, der hypokaustierte Raum 266 besitzt nach Osten hin eine Apsis. Nach Süden hin abgeschlossen wird der Komplex durch den 20,20 m² großen Raum 232, den größten des Westflügels. | |
| F und G | Die Baugruppe G ist die kleinste Baugruppe des Statthalterpalastes. Sie wurde nicht vollständig ausgegraben, ihr westliches Ende wurde nicht erreicht. Von den restlichen Baukomplexen ist sie abgegrenzt. Lediglich mit ihrer Südostecke stößt sie an Baugruppe C an, von Baugruppe F ist sie durch eine Gasse getrennt. Sie umfasst die Räume 204-209 und 233/234. Unter einem Wasserbecken im Raum 204 begann der Kanal 202 (nicht im Bild), der den Gebäudeteil nach Norden hin entwässerte. Auch bei den Räumen 205 und 208 scheint es sich um Wasserbecken resp. Zisternen gehandelt zu haben. |
|
| H | Die Baugruppe H (Räume 257 bis 263) unterscheidet sich durch eine leicht aber doch deutlich geänderte Ausrichtung der Mauern und eine sehr deutliche räumliche Trennung von den übrigen Baukomplexen. Ihre westliche, nördliche und östliche Begrenzungen wurden archäologisch nicht erfasst. Durch breite Gassen ist sie deutlich von den Baugruppen F, G und I abgesetzt und besitzt dadurch eine isolierte Lage. Der Zugang erfolgte von Süden her über eine Treppe durch die Ädikula 257 zu Raum 258, von dem aus es über eine weitere zweistufige Treppe in den schmalen Flur 259 weitergeht. Von diesem aus können östlich die hypokaustierten Räume 261 und 262, sowie die nicht beheizbaren Räumlichkeiten 260 und 263 erreicht werden. Raum 260 ist mit einer Grundfläche von 144 m² der größte dieser Baugruppe. Seine Mauern bestehen aus Natursteinen und sein Fußboden aus kleinen, knöchelförmigen Ziegeln. Unter dem Fußboden konnten Terra-Sigillata-Schüsseln, Glasgefäße, eine Öllampe und ein bronzener Zirkel geborgen werden. Der Baukomplex wurde nach Süden hin über die Kanäle 264 und 265 (nicht im Bild) in den Hauptkanal 201 (ebenfalls nicht im Bild) entwässert. | |
| I | Die Baugruppe I (Räume 235/236, 241, 251 und 253 bis 256) grenzt östlich an die Baugruppe F an und wird im Norden durch eine breite Gasse von Baugruppe H und im Süden durch einen Hof und eine Gasse von Baugruppe E getrennt. Das vollständige nordöstliche Ende wurde bei den Ausgrabungen nicht erreicht. Beherrscht wird der Baukomplex von dem über 263 m² großen Raum 251, der nach Süden hin deutlich aus der Baugruppe herausragt. Da sein Abschluss im Süden mit säulenbesetzten Mauerverstärkungen versehen ist, interpretierte Cserni das Gebäude als Tempel. Nach jüngeren Untersuchungen könnte es sich aber eher um die Portikus einer repräsentativen Eingangshalle handeln, deren Zugang von der südlich verlaufenden Gasse aus gewährleistet gewesen wäre. Der Befund 235 in Raum 236 scheint ein großes Wasserbecken in Form eines Impluviums gewesen zu sein, das über einen nach Norden führenden Kanal (nicht im Bild) entwässert wurde. | |
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac insgesamt 862 Fundmünzen aus dem Praetorium consularis untersucht. Davon stammen 286 bzw. 232 aus zwei Depotfunden und 344 sind Einzelfunde aus allen Bereichen des Bauwerks. Die Gesamtmenge entspricht 54 % aller untersuchten Münzen aus Apulum, denen ganze 46 Münzen aus dem Legionslager entgegenstehen, was 3 % der Münzfunde entspricht und von dem deutlichen Wohlstandsunterschied zwischen den Klassen der römischen Gesellschaft zeugt. Die Münzreihen verteilen sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| republikanisch | 67 - 46 v. u. Z. | 5 | 1 Quadrans, 4 Denare |
| Tiberius für Divus Augustus | 22 - 37 | 2 | Asse |
| Nero | 68 - 69 [sic!] | 1 | Denar |
| Vitellius | 68 - 69 | 1 | Denar |
| Vespasian | 69 - 79 | 6 | 1 As, 5 Denare |
| Titus für Domitianus Caesar | 79 - 81 | 1 | Denar |
| Domitian | 81 - 96 | 7 | 2 Asse, 5 Denare |
| Nerva | 96 | 2 | 1 Sesterz, 1 Denar |
| Trajan | 98 – 117 | 19 | 3 Asse, 2 Dupondii, 3 Sesterzen, 11 Denare |
| Hadrian auch für Vibia Sabina auch für Lucius Aelius Caesar |
117 – 138 | 18 | 1 provinziales Aes, 9 Asse, 1 Sesterz, 7 Denare |
| Antoninus Pius auch für Diva Faustina auch für Faustina die Jüngere auch für Marcus Aurelius Caesar auch mit Mark Aurel |
138 – 161 | 55 | 3 provinziale Aes, 17 Asse, 3 Dupondii, 8 Sesterzen, 24 Denare |
| Mark Aurel auch für Divus Antoninus Pius auch für Commodus Caesar auch für Faustina die Jüngere auch für Diva Faustina auch für Annia Aurelia Galeria Lucilla |
161 – 180 | 34 | 1 provinziales Aes, 12 Asse, 3 Dupondii, 8 Sesterzen, 10 Denare |
| Lucius Verus | 163 – 169 | 2 | Denare |
| Commodus | 180 – 192 | 6 | 1 As, 1 Dupondius, 3 Sesterzen, 1 Denar |
| Didius Iulianus | 193 | 1 | Sesterz |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Carcalla Caesar auch für Caracalla Augustus auch für Geta Caesar |
193 – 211 | 22 | 1 As, 1 Sesterz, 20 Denare |
| Caracalla auch für Julia Domna |
211 – 217 | 6 | 2 provinziale Aes, 4 Denare |
| Elagabal auch für Julia Maesa |
218 – 222 | 18 | 1 provinziales Aes, 17 Denare |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222 – 235 | 32 | 4 provinziale Aes, 4 Sesterzen, 24 Denare |
| Maximinus Thrax | 235 – 238 | 4 | 2 Asse, 2 Denare |
| Gordian III. | 238 – 244 | 10 | 4 provinziale Aes, 2 Sesterzen, 4 |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa auch für Carcalla Caesar auch für Philippus Caesar |
244 – 249 | 33 | 8 Dupondii, 18 Sesterzen, 7 Antoniniane |
| Decius auch für Herennius Etruscus Caesar |
249 – 251 | 4 | Antoniniane |
| Trebonianus Gallus | 251 – 253 auch für Volusianus |
5 | Antoniniane |
| Valerian auch für Gallienus |
253 – 259 | 8 | Antoniniane |
| Gallienus | 260 – 268 | 2 | Antoniniane |
| Claudius Gothicus | 268 – 270 | 6 | 5 Antoniniane, 1 Drachme |
| Diokletian | 284 – 287 | 2 | Drachmen |
| N.N. | 313 – 316 | 1 | Follis |
| Konstantin I. auch für Crispus Caesar auch für Konstantin II. Caesar |
328 – 337 | 8 | Follis |
| Söhne Konstantins für Divus Constantinus | 337 – 340 | 1 | Heracleia |
| Konstantin II. | 337 – 340 | 1 | Thessalonica |
| Constans | 347 – 348 | 3 | Follis |
| Constantius II. auch für Constantius Gallus Caesar |
351 – 354 | 4 | Aes 3 |
| Valentinian | 364 – 375 | 2 | Aes 3 |
| Gratian | 367 – 375 | 1 | Aes 3 |
| nicht identifiziert | 11 | 6 provinziale Aes, 2 Denare, 3 Antoniniane | |
| Summe | 344 | ||
|---|---|---|---|
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla auch für Geta auch für Fulvia Plautilla |
196 – 213 [sic!] | 17 | Denare |
| Elagabal auch für Iulia Paula auch für Julia Soaemias auch für Julia Maesa |
218 – 222 | 10 | 7 Denare, 3 Antoniniane |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222 – 235 | 11 | Denare |
| Maximinus Thrax | 235 – 236 | 2 | Denare |
| Gordian III. | 238 – 244 | 66 | 1 Denar, 65 Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa auch für Philippus Caesar bzw. Philippus Augustus |
244 – 249 | 55 | Antoniniane |
| Decius auch für Divus Pius auch für Herennia Cupressenia Etruscilla auch für Herennius Etruscus auch für Hostilianus Caesar |
249 – 251 | 37 | Antoniniane |
| Trebonianus Gallus auch für Volusianus |
251 – 253 | 23 | Antoniniane |
| Aemilianus | 253 | 3 | Antoniniane |
| Valerian auch für Gallienus auch für Salonina auch für Valerianus Caesar bzw. Divus Valerianus auch für Saloninusar |
253 – 260 | 57 | Antoniniane |
| Gallienus | 260 – 268 | 5 | Antoniniane |
| SUMME | 286 | ||
|---|---|---|---|
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla auch für Geta auch für Fulvia Plautilla |
193 – 211 | 46 | Denare |
| Caracalla | 210 – 217 | 4 | Denare |
| Elagabal auch für Julia Soaemias |
218 – 222 | 9 | Denare |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222 – 235 | 33 | Denare |
| Maximius Thrax | 235 – 236 | 1 | Denar |
| Gordian III. | 238 – 244 | 22 | Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Philippus Caesar bzw. Philippus Augustus |
244 – 249 | 17 | Antoniniane |
| Decius auch für Herennia Etruscilla auch für Herennius Etruscus Caesar auch für Hostilianus Caesar |
249 – 251 | 17 | Antoniniane |
| Trebonianus Gallus auch für Volusianus |
251 – 253 | 22 | Antoniniane |
| Valerian auch für Gallienus auch für Salonina auch für Valerianus Caesar |
253 – 260 | 45 | Antoniniane |
| Gallienus auch für Salonina |
260 – 268 | 6 | Antoniniane |
| Postumus | 259 – 268 | 1 | Antoninian |
| Claudius Gothicus | 268 – 270 | 7 | Antoniniane |
| Aurelian | 270 – 275 | 2 | Antoniniane |
| Summe | 232 | ||
|---|---|---|---|
Für Apulum gilt die Besonderheit, dass sich gleich zwei, räumlich und vielleicht auch von der Entstehung her zeitlich voneinander getrennte zivile Siedlungsbereiche entwickelten, das Municipium Septimium Apulense (auch Apulum II genannt) rund um das Legionslager und das zwischen ersterem und dem Fluss Mureș im Süden liegende Municipium Aurelium Apulense, das später zur Colonia Aurelia Apulensis erhoben wurde und auch Apulum I genannt wird. Das Municipium Septimium Apulense umfasste 25 bis 30 Hektar, die Colonia Aurelia Apulensis zu ihrer Blütezeit 75 Hektar.
Rund um das Legionslager bildeten sich die Canabae legionis, die zivile Siedlung des Lagerkomplexes, in dem sich Teiles des Trosses, Angehörige der Soldaten und diverse Dienstleister, wie Händler, Handwerker, Gastwirte und Prostituierte niederließen. Diese Canabae umschlossen im Laufe der Zeit annähernd kreisförmig das gesamte Legionslager und entwickelten mehr und mehr einen urbanen Charakter. Zwischen 193 und 211 wurden der südliche Teil dieser Siedlung schließlich von Septimius Severus zum Municipium Septimium Apulense erhoben, während der östliche, nördliche und westliche Teil der Canabae weiterhin als solche bestehen blieben. In diesem weitläufigen, auch als Apulum II bezeichneten, zivilen Bereich des Apulum-Komplexes gelangen zahlreiche archäologische Entdeckungen, die den großstädtischen Charakter belegen, den diese Siedlung im Laufe der Zeit angenommen hat.
Die römischen Befunde in diesem Bereich befinden sich stellenweise über bronzezeitlichen Siedlungsresten.
Anhand des Keramikinventars lässt sich in den nachrömischen Schichten eine Siedlung des 4. bis 6. Jahrhunderts vermuten. Weitere Befunden deuten entweder auf eine Ausdehnung dieser Siedlung bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts hin oder, was wahrscheinlicher scheint, auf eine neue Siedlungsschicht, die ins 7./8. Jahrhundert datiert werden kann.
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac insgesamt 374 Fundmünzen aus dem nördlichen Zivilbereich untersucht. Dabei wurde zwischen Canabae (228 Münzen) und Municipium (146 Münzen) differenziert. Die Münzreihen verteilen sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Gaius Agrippa | 37–41 | 1 | As |
| Julisch-Claudische Dynastie | 1. Hälfte 1. Jahrh. | 1 | As |
| Nero | 64–66 | 3 | 1 As, 2 Denare |
| Vespasian auch für Titus Caesar |
69–nach [sic!] 79 | 3 | 1 As, 2 Denare |
| Titus für Divus Vespasianus | nach 79 | 2 | Denare |
| Domitian | 81–96 | 2 | Asse |
| Nerva | 96–98 | 3 | Asse |
| Trajan | 98–117 | 7 | 6 Asse, 1 Sesterz |
| Hadrian auch für Vibia Sabina auch für Lucius Aelius Caesar |
117–138 | 33 | 26 Asse, 1 Sesterz, 6 Denare |
| Antoninus Pius auch für Marcus Aurelius Caesar auch für Diva Faustina auch für Faustina die Jüngere |
138–161 | 38 | 2 provinziale Aes, 24 Asse, 3 Dupondii, 4 Sesterzen, 5 Denare |
| Mark Aurel auch für Divus Antoninus Pius auch für Commodus Caesar bzw. Augustus auch für Faustina die Jüngere bzw. Diva Faustina auch für Annia Aurelia Galeria Lucilla auch für Bruttia Crispina |
161–180 | 20 | 4 provinziale Aes, 9 Asse, 2 Dupondii, 5 Sesterzen |
| Lucius Verus | 166–167 | 1 | As |
| Mark Aurel und Lucius Verus | 161–180 | 3 | 1 As, 2 Sesterzen |
| Commodus auch für Bruttia Crispina |
180–192 | 9 | 1 As, 3 Dupondii, 5 Sesterzen |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla Augustus auch für Geta Caesar auch für Caracalla und Geta auch für Bruttia Crispina |
193–211 | 33 | 5 provinziale Aes, 2 Asse, 3 Sesterzen, 23 Denare |
| Caracalla auch für Julia Domna |
211–217 | 9 | 2 provinziale Aes, 2 Asse, 1 Dupondius, 4 Denare |
| Elagabal auch für Julia Soaemias |
218–222 | 14 | 2 Asse, 12 Denare |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222–235 | 18 | 1 provinziales Aes, 1 As, 2 Sesterzen, 14 Denare |
| Balbinus | 238 | 2 | 2 Dupondii |
| Gordian III. | 238–244 | 5 | Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa auch für Philippus Caesar |
244–249 | 15 | 2 Asse, 1 Dupondius, 2 Sesterzen, 8 Antoniniane, 2 Nominale unbestimmt |
| Valerian auch für Salonina auch für Valerianus Caesar |
254–257 | 7 | Antoniniane |
| Maximian | 295 | 1 | Antoninian |
| Licinius | 313–316 | 1 | Follis |
| Theodosius II. | 408–420 | 1 | Solidus |
| nicht identifiziert | 8 | 6 Aes, 2 Dupondii | |
| Summe | 228 | ||
|---|---|---|---|
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Marcus Antonius | 32 - 31 v. u. Z. | 1 | Denar |
| Julisch-Claudische Dynastie | 1. Hälfte 1. Jahrh. | 1 | As |
| Vespasian | 73 - 78 | 3 | 2 Asse, 1 Denar |
| Domitian | 85 - 96 | 3 | Asse |
| Nerva | 96 - 98 | 1 | As |
| Trajan | 98–117 | 10 | 5 Asse, 4 Dupondii, 1 Denar |
| Hadrian | 117–138 | 25 | 1 provinziales Aes, 17 Asse, 3 Sesterzen, 4 Denare |
| Antoninus Pius auch für Marcus Aurelius Caesar auch für Diva Faustina (I) auch für Faustina (II) |
138–161 | 23 | 10 Asse, 2 Dupondius, 3 Sesterzen, 8 Denare |
| Mark Aurel auch für Faustina (II) auch für Annia Aurelia Galeria Lucilla |
161–180 | 10 | 3 Asse, 3 Dupondii, 4 Sesterzen |
| Lucius Verus | 163–164 | 1 | As |
| Commodus | 180–192 | 1 | Sesterz |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla Caesar und Caracalla Augustus auch für Geta Caesar und Geta Augustus |
193–212 [sic!] | 20 | 3 provinziale Aes, 1 Dupondius, 16 Denare |
| Caracalla auch für Divus Severus auch für Fulvia Plautilla auch für Julia Domna |
244–249 | 3 | 1 Ass, 2 Dupondii |
| Elagabal | 218–222 | 1 | Denar |
| Severus Alexander auch für Orbiana auch für Julia Mamaea |
222–235 | 20 | 1 Aes, 3 Asse, 2 Sesterzen, 14 Denare |
| Maximinus Thrax | 235–238 | 3 | 1 As, 2 Denare |
| Gordian III. | 241–244 | 5 | {Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Philippus Caesar |
246–248 | 6 | Sesterzen |
| Decius | 249–250 | 4 | Sesterzen |
| Trebonianus Gallus | 251–253 | 1 | Aureus |
| Valerian | 253–260 | 2 | Antoniniane |
| nicht identifiziert | 2 | 1 Aes, 1 Dupondius | |
| Summe | 146 | ||
|---|---|---|---|


Apulum I liegt im Stadtteil Partoș, im Süden der Stadt Alba Iulia. Während Apulum II sich spontan und unregelmäßig aus den Canabae legionis entwickelt hat, scheint Apulum I planmäßig angelegt und ummauert worden zu sein, wenngleich es sich wohl aus einem Pagus der Colonia Ulpia Traiana Sarmizegetusa entwickelt hat, wie die Grabinschrift des Dekurionen Sentius Flaccinus zeigt. Die Stadt erstreckte sich zwischen dem Gräberfeld Dealul Furcilor im Norden und dem Fluss Mureș im Süden und besaß eine Stadtmauer, die einen langrechteckigen Grundriss aufwies. Sie erstreckte sich mindestens über 400 m mal 1000 m, was einer geschlossenen Siedlungsfläche von 40 Hektar entspricht. Nach 160 wurde sie unter Marcus Aurelius zum Municipium Aurelium Apulense ernannt und zwischen 180 und 192 unter Commodus zur Colonia Aurelia Apulensis erhoben. Im Jahr 252, unter Volusianus (251–253) trug sie laut einer Inschrift den Ehrennamen Chrysopolis (Goldstadt).
“Imp(eratori) Caes(ari) C(aio) Vibio / Afinio Gallo Vel/dumniano Volu/siano P(io) F(elici) Aug(usto) pon/tif(ici) max(imo) trib(unicia) pot(estate) / II patr[i pa]triae / co(n)s(uli) II proco(n)s(uli) / ordo col(oniae) Aur(eliae) Ap(ulensis) Chr/ysop(olis) Numini eius / d(edicavit)”
„Dem Kaiser Gaius Vibius Afinius Gallus Veldumnianus Volusianus Pius Felix Augustus, oberster Priester, zum zweiten Mal im Besitz der tribuzinischen Gewalt, Vater des Vaterlands, zum zweiten Mal Konsul, Prokonsul, hat der Verwaltung der Colonia Aurelia Apulensis Chrysopolis (dies) in seinem Namen geweiht.“
Die antiken Ruinen von Apulum I wurden Jahrhunderte lang systematisch geplündert und zerstört und dienten vom Mittelalter bis in die Neuzeit als Baumaterial. Heute befinden sich die Reste der Ruinen unter den modernen Gebäuden oder auf den landwirtschaftlichen Flächen der Umgebung. Im Gelände selbst ist nichts mehr zu sehen.
Die Stadt respektive ihre Ummauerung weisen drei Bauphasen auf. Eine Holz-Erde-Mauer war die früheste Befestigungsanlage. Diese Anlage war 400 m breit und 1000 m lang, besaß also eine Grundfläche von 40 Hektar und beherbergte in ihrem Inneren 100 m lange Insulae. In einer zweiten Phase wurde eine Reorganisation des Stadtgebiets vorgenommen. Ein neuer Cardo wurde angelegt und halbe Insulae wurden hinzugefügt. Nun erstreckte sich die Stadt über 500 m mal 1500 m (= 75 Hektar) nach Süden zum Ufer des Flusses Mureș hin, wo es auch einen Hafen gab. Dies geschah vermutlich mit der Erhebung der Stadt zur Colonia. In einer dritten Phase wird auch diese Fläche von einer, diesmal steinernen Mauer umschlossen. Die Stadtmauer konnte an zwei Stellen nachgewiesen werden:

Alle Befunde und Funde im nordöstlichen Quadranten befinden/befanden sich längs der Strada Geminilor (an deren nördlichem, in NS-Richtung verlaufenden Abschnitt).
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac insgesamt 133 Fundmünzen aus dem Bereich des/der Municipium Aurelium Apulense/Colonia Aurelia Apulensis analysiert. Die Münzreihe verteilt sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Vespasian auch für Domitianus Caesar |
75 - 78 | 4 | 1 As, 3 Denare |
| Domitian | 81 - 96 | 1 | As |
| Trajan | 98–117 | 4 | 1 As, 1 Sesterz, 2 Denare |
| Hadrian | 117–138 | 17 | 1 provinziales Aes, 5 Asse, 2 Dupondii, 2 Sesterzen, 7 Denare |
| Antoninus Pius auch für Marcus Aurelius Caesar auch für Faustina die Ältere bzw. Diva Faustina auch für Faustina die Jüngere |
138–161 | 26 | 1 Quadrans, 3 Dupondii, 11 Sesterzen, 11 Denare |
| Mark Aurel auch für Faustina die Jüngere |
161–175 | 11 | 1 provinziales Aes, 1 As, 3 Sesterzen, 6 Denare |
| Lucius Verus | 168 | 1 | Denar |
| Commodus auch für Bruttia Crispina |
177–187 | 5 | 1 As, 4 Denare |
| Pertinax | 193 | 1 | Denar |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla auch für Geta Caesar bzw. Geta Augustus |
193–211 | 22 | 2 provinziale Aes, 1 As, 19 Denare |
| Caracalla | 210–217 | 5 | 1 As, 1 Sesterz, 3 Denare |
| Macrinus | 217–218 | 1 | As |
| Elagabal auch für Iulia Paula auch für Julia Maesa |
218–222 | 8 | Denare |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea |
222–235 | 16 | 1 provinziales Aes, 1 Sesterz, 14 Denare |
| Maximinus Thrax | 235–238 | 1 | Denar |
| Gordian III. | 238–244 | 5 | 1 provinziales Aes, 1 Sesterz, 3 Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa |
247–248 | 3 | 2 Sesterzen, 1 Antoninian |
| Constantius II. | 351–355 | 1 | Aes 2 |
| nicht identifiziert | 1. bis 3. Jahrh. | 1 | Aes |
| Summe | 133 | ||
|---|---|---|---|
In der römischen Kultur wurden die Gräber sichtbar entlang der Ausfallstraßen außerhalb der Siedlungsbereiche resp. Stadtmauern angelegt, da schon das Zwölftafelgesetz aus dem 5. Jahrhundert v. u. Z. es untersagte, Tote innerhalb der Stadtgrenzen zu bestatten oder zu verbrennen. Wie bei der komplexen Siedlungsstruktur und der Größe Apulums zu erwarten, konnten mehrere verschiedene Gräberfelder rund um die Siedlungsbereiche identifiziert werden: ein nördliches, zu Apulum II gehörendes und drei, räumlich voneinander getrennte, zu Apulum I gehörende, südliche Gräberfelder.
Das Nördliche Gräberfeld befindet sich nordwestlich der Canabae Insgesamt sind dort inzwischen 1076 Gräber bekannt, wovon alleine 161 zwischen 1981 und 1985 von George V. Bounegru entdeckt wurden. Teilweise sind die römischen Gräber von mittelalterlichen Bestattungen des 8. bis 11. Jahrhunderts überlagert. Zusammen mit diesen umfasst das Gräberfeld über 1700 Begräbnisplätze.
2002 wurden an der Kreuzung Bulevardul Victoriei/Strada Calea Moților unter Aurel Dragotă im Rahmen einer Rettungsgrabung 212 Gräber freigelegt. Körperbestattungen, Brandbestattungen, Doppel- oder Dreifachgräber für rituelle Bestattungen und Kenotaphgräber konnten dabei differenziert werden. Bei den Körpergräbern ließen sich Gräber mit römischen Ziegelsarkophagen, Gräber mit einfachen, rechteckigen oder ovalen Gruben, Gräber mit Holzsärgen und Schädelbestattungen unterscheiden. Die Grabbeigaben setzen sich aus Bronzemünzen, Perlen, Fibeln, beinernen Würfeln, Öllampen, Gürtelapplikationen, Glasfragmenten, einem bleigefassten Glasspiegel, einer Gürtelschnalle, einem Ring mit Edelstein, einem Ziegel mit dem Stempel LEG XIII GEM, einem Dolch und zahlreichen Keramikgefäßen (Teller, Schalen, Krüge mit Henkeln) zusammen und konnten auf das 2. und 3. Jahrhundert datiert werden.
An einer Stelle des Gräberfeldes, unweit des heutigen Olympischen Schwimmstadions, wurden unvollendete Grabsteine geborgen. Dort hatte sich die Werkstatt eines Steinmetzen befunden. Unter den Grabbeigaben befanden sich (Stand 1985) insgesamt 90 Münzen, wovon alleine 44 von Bounegru geborgen wurden. 2009 analysierten Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac ebenfalls die Münzen. Die Münzreihe, die von Caligula (37–41) bis Philippus Arabs (244–249) reicht, setzt sich wie folgt zusammen:
| Prägung | Zeitraum | Grabungen 1981–1985 durch Bounegru |
Grabungen insgesamt (nach Bounegru) |
Grabungen insgesamt (nach Găzdac) |
| Gaius Agrippa | 37 - 41 | -- | -- | 1 |
| Julisch-Claudische Dynastie | 1. Hälfte 1. Jahrh. | -- | -- | 1 |
| Caligula | 37 - 41 | -- | 1 | -- |
| Nero | 54 - 68 | -- | 1 | 1 |
| Vespasian | 69 - 79 | -- | 1 | 1 |
| Nerva | 96 - 96 | -- | -- | 3 |
| Trajan | 98–117 | 3 | 5 | 4 |
| Hadrian | 117–138 | 5 | 14 | 18 |
| Antoninus Pius | 138–161 | 7 | 15 | 17 |
| Mark Aurel | 161–175 | 1 | 10 | 9 |
| Lucius Verus | 166–167 | -- | -- | 1 |
| Commodus | 166–167 | -- | -- | 1 |
| Septimius Severus | 193–211 | 2 | 7 | 16 |
| Caracalla | 211–217 | 1 | 4 | 5 |
| Elagabal | 218–222 | -- | -- | 3 |
| Severus Alexander | 222–235 | 2 | 5 | 11 |
| Philippus Arabs | 244–249 | 1 | 3 | 4 |
| Licinius | 313–316 | -- | -- | 1 |
| nicht identifiziert | 22 | 24 | 3 | |
| Summe | 44 | 90 | 100 | |
|---|---|---|---|---|
Die südlichen Gräberfelder befinden sich zwischen den beiden Städten Apulum I und Apulum II.
Die Hauptnekropole im Süden ist das Gräberfeld Dealul Furcilor. Es liegt zwischen Apulum I und Apulum II und wird zum Teil von römischer Bebauung überschnitten. Insgesamt sind dort bislang 1243 Gräber bekannt geworden. Die ersten Untersuchungen fanden 1956 bis 1958 und 1970/1971 unter der Leitung von Dumitru Protase statt.
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac 13 Fundmünzen aus dem Bereich Dealul Furcilor analysiert. Die Münzreihen verteilen sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Vespasian | 76 | 2 | Asse |
| Domitian | 85 - 96 | 1 | As |
| Trajan | 98–117 | 2 | Asse |
| Hadrian | 117–138 | 6 | 1 provinziales Aes, 5 Asse |
| Antoninus Pius für Diva Faustina die Ältere | nach 141 | 2 | Asse |
| Mark Aurel | 161–180 | 1 | Dupondius |
| Lucius Verus | 163–164 | 2 | Asse |
| Septimius Severus auch für Geta Caesar und Geta Augustus auch für Julia Domna |
193–211 | 4 | 2 provinziale Aes, 2 Denare |
| Severus Alexander | 228 | 4 | 2 Asse, 2 Denare |
| Philippus Arabs | 246–247 | 1 | As |
| nicht identifiziert | 1. bis 3. Jahrh. | 1 | Aes |
| Summe | 26 | ||
|---|---|---|---|
Das Gräberfeld Izvorul Împăratului befindet sich ein wenig westlich des Gräberfelds Dealul Furcilor. Die nur sehr wenigen römischen Brandbestattungen dort werden in großen Teilen von früh- und hochmittelalterlichen Körpergräbern überschnitten, so dass das Gräberfeld als mittelalterliches anzusprechen ist. Mihai Blăjan legte dort zwischen 2001 und 2008 insgesamt 211 Körpergräber frei. 2014 wurden die Untersuchungen von Aurel Dragotă fortgesetzt, der weitere 24 Gräber entdeckte.
Auf dem Gelände der Kläranlage von Alba Iulia (Stația de Epurare Alba Iulia), an der Strada Rogozului, westlich der Colonia Aurelia Apulensis wurde 2013 ein weiteres, kleines Gräberfeld entdeckt, dessen Bestattungen durchgängig römisch sind. Bislang wurden dort elf Steinkistengräber geborgen.
Die bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts sehr tolerante römische Religionspolitik spiegelte sich in der Besatzungszeit auch in Dakien und damit in Apulum wider. Vielfältige Kulte wurden von Militär- wie Zivilpersonen ausgeübt und zahlreiche Kultstätten errichtet. Über 600 Votivsteine konnten auf dem Gebiet der Stadt geborgen werden, von denen viele sekundär verwendet worden waren. Daher sind die ursprünglichen Plätze für Religionsausübung, magische Praktiken, Prozessionen und religiöse Festivitäten zum Teil nur schwer nachzuvollziehen. Im Statthalterpalast wurden fünf Stätten lokalisiert, an denen möglicherweise die Kapitolinische Trias, Mithras, Nemesis, Epona und Serapis verehrt wurden. Darüber hinaus fanden sich dort einzelne Funde, die Fortuna, Mercurius, Apollon, Diana, Sol Invictus und dem Thrakischen Reiter zugeschrieben werden konnten. Im Fahnenheiligtum der Principia konnten ein Serapisaltar und eine Votivsäule für Iupiter geborgen werden, ferner Weiheinschriften für Iulia Domna und Caracalla, was für die Ausübung des Kaiserkults spricht.
In der trajanischen Zeit war der Kult des Mithras bereits bei den Legionen sehr beliebt und verbreitete sich mit diesen insbesondere in den Rhein- und Donauprovinzen. Aus Dakien sind rund 180 Mithras-Reliefs bekannt. Vier Mithraeen wurden in der Provinz ausgegraben, die Existenz von 15 weiteren wird vermutet. In Apulum (sowohl im Municipium Septimium Apulense als auch in der Colonia Aurelia Apulensis), wo insgesamt mindestens 50 Mithras-Monumente (plus 20 weitere Funde, die möglicherweise der Mithrasverehrung zugeschrieben werden können) gefunden worden sind, war der Mithras-Kult einer der beliebtesten Kulte. Die Mithras-Gemeinschaft von Apulum war in Dakien die zweitstärkste nach der von Sarmizegetusa.
Im nordwestlichen Bereich der Colonia Aurelia Apulensis konnte ein großer Kultbezirk des Liber pater lokalisiert werden. Liber pater war der römische Gott der vegetativen und der animalischen Befruchtung, der auch als Gott des Weines verehrt wurde und von daher dem Bacchus gleichgesetzt war. Alljährlich am 17. März wurden ihm zu Ehren die Liberalia gefeiert. Zu diesem Anlass wurde den älteren Jünglingen als Zeichen der Volljährigkeit erstmals die Toga virilis (Männertoga) angelegt. Der Tempel in Apulum war ein vielräumiger, rechteckiges, 20 m mal 43 m (= 860 m²) messendes Gebäude. Das Zentrum bildete eine ungefähr 23,5 m mal 8,5 m (≈ 174 m²) messende Halle. Aus dem Bereich dieser Halle stammt auch der bemerkenswerteste Fund der Grabungen, eine Statuengruppe, die Bacchus/Dionysos mit einem Panther und Pan/Faunus darstellt. Sie befindet sich heute im Muzeul Național al Unirii. Der gesamte Tempelbezirk war von einer Mauer umschlossen. Zahlreiche Votivsteine des Liber pater konnten im Raum Alba Iulia geborgen werden, davon einige im Bereich des Tempels oder zumindest in relativer Nähe im Stadtteil Partoş, viele andere haben eine nicht mehr bestimmbare Herkunft oder stammen aus anderen Bereichen des Stadtgebiets. Auf dem Gelände des Heiligtums, zum größten Teil unter der Halle, wurden auch insgesamt fünf Kultgruben (favissae) identifiziert (vier davon unter der Halle), deren Inhalte auf die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert werden konnten. Die Gruben dienten offenbar zwei verschiedenen Zwecken. Zum einen wurden in den Gruben Opfer niedergelegt, zum anderen wurden dort große Mengen fehlerhaften oder zerbrochenen Geschirrs entsorgt. Typisch ist eine absichtliche, rituelle Zerstörung der Gefäße. Die unterschiedlichen Konzentrationen der Keramikfunde deuten auf zwei verschiedene Opfervorgänge, einige Opfer scheinen von einzelnen Personen, andere von größeren Gruppen dargebracht worden zu sein. Ferner fand sich Keramik, die von Kultfeiern, die im Liber Pater-Heiligtum stattgefunden hatten, übergeblieben zu sein schien. Über einzelne Aspekte des Liber Pater Tempels wurde zwar schon viel publiziert, aber nach wie vor wäre eine Gesamtdarstellung ein Desiderat.
Im Jahr 2009 wurden von Cristian Găzdac, Viorica Suciu und Ágnes Alföldy-Găzdac insgesamt 87 Fundmünzen aus dem Liber Pater Heiligtum untersucht. Die Münzreihe verteilte sich wie folgt:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| Julisch-Claudische Dynastie | 1. Hälfte 1. Jahrh. | 1 | As |
| Nero | 54 - 68 | 1 | As |
| Trajan | 98–117 | 11 | 6 Asse, 1 Dupondius, 1 Sesterz, 3 Denare |
| Hadrian | 117–138 | 6 | 2 Asse, 1 Dupondius, 1 Sesterz, 2 Denare |
| Antoninus Pius auch für Faustina die Ältere |
138–161 | 10 | 5 Asse, 3 Dupondii, 1 Sesterz, 1 Denar |
| Mark Aurel auch für Divus Lucius Verus auch für Faustina die Jüngere |
161–179 | 4 | 2 Dupondii, 1 Sesterz, 1 Denar |
| Commodus für Divus Marcus Aurelius | nach 180 | 2 | 2 Denare |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla und Geta |
193–211 | 12 | 1 Sesterz, 11 Denare |
| Caracalla | 211–217 | 5 | 1 As, 4 Denare |
| Elagabal | 218–222 | 5 | 4 Denare, 1 Antoninian |
| Severus Alexander | 222–235 | 14 | 2 provinziale Aes, 1 Dupondius, 1 Sesterz, 10 Denare |
| Gordian III. | 240 oder später | 1 | Antoninian |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa auch für Philippus Caesar |
244–248 | 8 | 2 Asse, 2 Dupondii, 3 Sesterze, 1 Antoninian |
| nicht identifiziert | 7 | ||
| Summe | 87 | ||
|---|---|---|---|
Zwischen der nördlichen Stadtmauer und dem Gräberfeld Dealul Furcilor, knapp 100 m westlich des Bulevardul Ferdinand I konnte eines der größten und reichhaltigsten Aesculapia der Provinz lokalisiert werden. Ein Aesculapium war ein Heiligtum des Heilgottes Aesculāpius, das zumeist auch einen Sanatoriumsbetrieb umfasste. Die Lokalisierung stützt sich ausschließlich auf die Einzelfunde zahlreicher Inschriften, aufgrund derer jedoch die Struktur des Tempelbezirks halbswegs rekonstruiert werden konnte. Er setzte sich vermutlich aus dem Aesculapius-Tempel selbst mit Portiken und drei Cellae, der vielleicht drei Bauphasen aufwies, sowie einem Tempel des Apollo Salutaris, einem Schrein der Diana mit Brunnen sowie aus einer Brücke, die den Bezirk mit der nach Apulum II führenden Hauptstraße verband, zusammen. Möglich erscheint auch ein Schrein des Libers und der Liberia, mit Portikus und Krypta. Die meisten Inschriften aus dem Tempelbezirk beziehen sich auf Aesculapius und Hygieia, darüber hinaus wurden aber auch Votivaltäre gefunden, die Iupiter Conservator, Iupiter Dolichenus, Venus, Nemesis und Silvanus gewidmet waren. Der gesamte Komplex war von einer Mauer umgeben.

Unsicher ist die Existenz der folgenden Kultstätten, die nur aufgrund einzelner Inschriften vermutet, aber nicht sicher lokalisiert oder befundmäßig nicht zureichend dokumentiert werden konnten/worden sind.
Der IOM Bussumarius war eine ursprünglich keltische Gottheit, die in von den Römern mit IOM oder Sol gleichgesetzt wurde. Für den Kult liegen drei epigraphische Zeugnisse vor, von denen eins explizit das architektonische Merkmal einer Exedra nennt. Die Lage der Exedra und des Heiligtums, zu dem sie gehört, ist nicht bekannt.
Der IOM Cimistenus findet sich epigraphisch zweimal. Es soll sich möglicherweise nahe dem Mithraeum Oancea auf dem Bulevardul Încoronării 10 befinden oder aber im Bereich des Bulevardul 1 Decembrie 1918, was aber beides archäologisch nicht gesichert ist.
Das Dolichenum wird aufgrund eines Inschriftenfundes nur vermutet. Auf diesem Inschriftenstein, der sekundär verwendet worden war, wird beschrieben, wie ein Priester des Kultes, der Veteran Aelius Valentinus den Tempel auf eigene Kosten wiederherstellen ließ. Der Stein ist auf die Zeit zwischen 231 und 270 datiert. Die Lokalität des Tempels wird irgendwo am westlichen Rand von Apulum II und dem Legionslager vermutet, vielleicht im Bereich des Bulevardul 1 Decembrie 1918.
Die Stelle des Heiligtums wird in erster Linie auf Grund eines Inschriftensteins, der schon im frühen 18. gefunden worden war, vermutet. Darauf wird beschrieben wie C. Caerellius Sabinus, ein Legat der Legio XIII Gemina, die Aedes (deutsch etwa: Kapelle) wiederherstellen ließ. Die Lokalität ist ungeklärt, ihre Existenz wird aber durch drei weitere epigraphische Zeugnisse erhärtet und ist vermutlich ebenfalls westlich von Apulum II und des Legionslager zu suchen. Der Architekt der Zitadelle Alba Carolina, Giuseppe Ariosti, will dort zwischen 1715 und 1722 noch stehende Ruinen eines Tempels gesehen haben, aus dem die erstgenannte Inschrift stammen soll.
Es gibt in Apulum etliche Inschriftensteine, die den Deus Aeternus nennen. Dieser scheint eine synkretistische Figur gewesen zu sein, bei der die höchste Gottheit einen Anteil hatte. Die Funde verteilen sich über das Gebiet der ganzen Stadt, aber die höchste Konzentration findet sich in einer Lăbuţ genannten Flur, unmittelbar vor dem östlichen Rand von Apulum I, wo in einem Fundkontext zwei Votivsäulen und über 200 Öllampen gefunden wurden.
Es werden insgesamt drei Nemesistempel vermutet, sie können aber nicht lokasiert werden und wurden auch nicht ausgegraben. Die Fundmenge von insgesamt rund 40 Inschriften und einigen Statuetten/Statuenlässt aber auf mindestens drei Fundbereiche schließen. Die Vermutungen stützen sich auf unterschiedlich Fundkonzentrationen, die sich im Legionslager, im Statthalterpalast und im Norden der Colonia (Apulum I) zeigen. Mindestens eine dieser Stellen (die in der Colonia) sollte sich dort befinden, wo sich auch das vermutete und bis in die Gegenwart nicht lokalisierte Amphitheater befunden hat.
Der altägyptische Isiskulte fand schon im Hellenismus des 4. Jahrhunderts v. u. Z. Eingang in die antike Welt, und gelangte so auch ins Imperium Romanum. In Apulum war er vielfach vertreten, ist aber in diesem Kontext nur durch eine Quelle bedeutsam. Ein Tempel ist archäologisch nicht ganz sicher fassbar, vermutet wird er in Ufernähe des südlichen Bereichs der Colonia, wo auch 1958 der Inschriftenstein im Fundkontext mit Gebäudestrukturen, Ziegelsteinen, Mörtel, Keramik, und zwei hadrianischen (117–138) Münzen geborgen wurde.
Die Magna Mater ist phrygischen Ursprungs und gelangte Ende des 3. Jahrhunderts v. u. Z. in den religiösen römischen Kosmos, wo sie mit der Kybele des Kybele- und Attiskults assoziiert wurde. In Apulum ist sie mehrfach epigraphisch belegt, aber nur zwei der Steine können sicher Apulum I zugewiesen werden. Vage vermutet wird der Standort am nördlichen Rand der Colonia oder am südlichen Rand der Canabae, aber nichts ist davon archäologisch gesichert.
Bei dem Fanum Dominae handelt es sich um eine Art Schrein oder kleineres Heiligtum mit kleinem Garten oder einer natürlichen Umgebung, in dem keltische oder gallo-romanische Gottheiten verehrt wurden. Die Inschrift des Fanums wurde schon im 16. Jahrhundert erwähnt, es ist damit eine der frühesten Entdeckungen in Apulum. Es ist nur durch diese eine Quelle epigraphisch bezeugt, seine Lage wurde nie lokalisiert.
Sabasius war ein Gott des Ackerbaus und der Geburtshilfe. Er war kleinasiatischen oder phönizischen Ursprungs. Die Römer hatten ihn adaptiert und mit Zagreus kombiniert, der getötet und als Bacchus wiedergeboren wird. Sabazius wird auf einer Inschriftentafel genannt, auf der das Wort fecit (deutsch: er hat gemacht) auf ein denkbares Bauwerk deutet. Eine Lokalität dieses Gebäudes konnte nie ermittelt werden.
Der Yarhibol kommt ursprünglich aus Syrien, genauer gesagt aus Palmyra. Er galt dort als Schutzgott der Wasserquelle. In Apulum ist er epigrafisch zweimal bezeugt, wobei ein Inschriftenfund schon im 16. Jahrhundert bekannt war. Über die Lokalisierung eines möglichen Heiligtums kann nur spekuliert werden kann nur spekuliert werden.
Die Quadruviae waren vier Göttinnen des Weges mit keltischem Ursprungs. Die Vermutung eines Heiligtums der Quadruviae basiert auf dem Fund von insgesamt drei Inschriftensteinen, von denen zwei gesichert aus der Colonia stammen, aber heute nicht mehr lokalisiert werden können.
Silvanus ist eine Gottheit originär römischer Herkunft. Er galt als Gott der Hirten und der Wälder. In Apulum ist er durch zahlreiche Inschriften belegt. Sein Heiligtum konnte jedoch bislang nicht lokalisiert werden. Mit einigem Recht wird es im Bereich der früheren Ziegelei und heutigen Porzellanfabrik vermutet, was aber archäologisch nicht bestätigt ist, da die 1847 beschriebenen Befunde längst durch die Fabrik überbaut sind.
Der Bonus Puer, der möglicherweise mit Azisos identisch ist (was aber umstritten ist) und auch schon mal als Phosphorus benannt wird, ist eine arabische Gottheit aus Edessa in Mesopotamien. Dort galt er als Gott des der Sonne vorausgehenden Morgensterns. In Apulum gibt es zahlreiche epigraphische Zeugnisse von ihm. Die hohe Anzahl der Votivsteine deutet auf ein Heiligtum hin. Da die meisten Steine beim Bau der römisch-katholischen Michaelskathedrale sekundär verwendet wurden kann man mit Vorsicht darauf schließen, dass sich der Standort des Tempels in der Nähe befunden hat. Archäologische Beweise stehen jedoch aus.
Ungewöhnlich ist der Umstand, dass bislang in Apulum kein Amphitheater sicher identifiziert werden konnte. Amphitheater gehörten bei Legionslagern und größeren Städten des Imperiums quasi zur „Grundausstattung“. Sie waren so unverzichtbar wie Wein, Weizen, Wasserleitungen und Thermen.
Es gibt einige Hinweise, die seine Existenz auch in Apulum sehr wahrscheinlich machen. Das älteste Indiz ist eine merkwürdige kreisförmige Markierung auf einer Zeichnung von Luigi Ferdinando Marsigli aus dem frühen 18. Jahrhundert. Sodann gibt es die Karikatur eines Retiarius namens Herculanus, die vor dem Brennen in einen frisch gestrichenen Ziegel gekritzelt worden war, sowie das Relief mit der Inschrift eines Aurelius Martianus, der Gladiatorentrainer gewesen sein könnte. Einen letzten Hinweis schließlich stellt der Fund einer Statuette der Göttin Nemesis dar, die als Schutzpatronin der Gladiatoren galt und deren Heiligtümer bei vielen Amphitheatern gefunden worden sind.
Inzwischen wird das gesuchte Amphitheater mit hoher Wahrscheinlichkeit außerhalb der Stadtmauern, im nördlichen Bereich des Municipiums Apurelium Apulense vermutet, eine genauere Lokalisierung oder gar ein greifbarer Befund stehen aber nach wie vor aus.
Zwei Inschriften verweisen auf die Wasserversorgung. Die erste stammt aus dem Jahr 158 und lautet:
“I(ovi) O(ptimo) M(aximo) / et Consessui deo/rum dearumque / pro salute imperii / Romani et virtute leg(ionis) XIII G(eminae) sub M(arco) Statio / Prisco consule de/signato demonstr(antibus) / ipsis aquas aperien/das per L(ucium) Aurelium / Trophimum po/nente[m] signum Io/vis et aram p(ecunia) s(ua) f(ecit)”
„An Jupiter den Besten und Größten und an die Versammlung der Götter und Göttinnen, zum Heil des Römischen Reiches und zur Tugend der 13. Legion Gemina, unter Marcus Statius Priscus als designiertem Konsul.
[Die Götter] selbst zeigten, dass die Wasser geöffnet werden [müssen], von Lucius Aurelius Trophimus, der das Symbol des Jupiter aufstellte und mit seinem eigenen Geld diesen Altar erbaute.“
Die zweite Inschrift entstand in der Zeit des Gordian III.:
“Ex iussu dei / Apollinis fon/tem Aeterni Ulp(ius) / Proculinus / speculator leg(ionis) XIII G(eminae) Gordia/nae a solo resti/tuit”
„Unter dem Schutz des Gottes Apollo errichtete Ulpius Proculinus, Speculator der 13. Legion Gemina, der Gordianischen, den Brunnen des Deus Aeternus neu.“
Das Trink- und Brauchwasser zur Versorgung von Apulum, bestehend aus einer militärischen Großanlage, zwei Zivilstädten und einer großen Verwaltungseinheit, mit einer Bevölkerung von immerhin bis zu 20.000 Menschen, kam vermutlich von verschiedenen Quellen an den Hängen des Dealul Mamut (Mammutberg, 773 m) im östlichsten Ausläufer des Trascău-Gebirges. Vereinzelte Funde von Rohrstücken lassen zwar auf ihrer Existenz schließen, sind aber so vereinzelt und verstreut, dass die Rekonstruktion des Verlaufs eines Aquäduktes (oder mehrerer Aquädukte wie im benachbarten Potaissa) nicht möglich ist.
Dasselbe gilt auch für die Wasserverteilungs- und Entwässerungssysteme innerhalb der einzelnen Komplexe. Wir wissen zwar, dass es sie gegeben hat; Thermen sind nachgewiesen und einzelne Funde von Ziegel-, Ton- und Bleirohren, Kanälen mit Sickergruben und Überlaufvorrichtungen sind vorhanden, aber derartig selten, dass keine signifikanten Aussagen über ihre Strukturen getroffen werden können.
Zur Klärung dieser archäologisch unbefriedigenden Situation können nur künftige Untersuchungen beitragen.
Bedingt durch seine Position an einem alten Handels- und Verkehrsknotenpunkt und seine relativ nahe Lage zu den Salz- und Edelmetallvorkommen rund um die Bergbaustadt Alburnus Maior besaß Apulum alle Vorteile zur Entwicklung eines blühenden, auch im großen Stil produzierenden Handwerks (siehe auch weiter oben unter Lage, Etymologie und Quellen). So wurden die im Raum Alburnus Maior gewonnenen Erze in der Stadt weiterverarbeitet. Aber auch eine blühende Keramikproduktion siedelte sich dort an. Die Lage an einem Gabelungspunkt römischer Fernstraßen kombiniert mit einem schiffbaren Fluss bot Händlern alle denkbaren Standortvorteile, zumal von zahlreichen Villae rusticae nördlich der Siedlung auch noch viele landwirtschaftliche Produkte Apulum erreichten. Und auch der Sklavenhandel mit Alburnus Maior spielte eine nicht unbedeutende Rolle, wie die dort gefundenen Wachstafeln zeigen. So gelangte viel Geld in die Stadt und dort in Fluss.
2009 publizierte Cristian Găzdac ihm zu diesem Zeitpunkt vorliegende rund 2100 Münzen aus Apulum, von denen 1582 in eine detailliertere Auswertung eingingen. Auffällig war unter anderem, dass davon nur rund 3 % aus dem Legionslager stammten. Auf die Canabae legionis und das Municipium Septimium Apulense entfielen 18 %, auf die Colonia Aurelia Apulensis 25 %; im Bereich des Statthalterpalastes fanden sich einschließlich zweier Hortfunde 54 %. Sofern sich die Münzfunde eindeutig bestimmten Bereichen (Legionslager, Canabae, Praetorium etc. zuordnen ließen, sind ihre Münzreihen bereits in den jeweiligen Abschnitten oben dargestellt. Alle anderen 551 Münzen (285 Streufunde, 252 aus Schenkungen und 14 aus einer Sammlung) seien jetzt hier zusammengefasst:
| Prägung | Zeitraum | Anzahl | Anmerkungen |
| republikanisch | 130 - 42 v. u. Z. | 6 | Denare |
| Augustus | 22 - 30 [sic!] | 1 | Denar |
| Tiberius für Drusus | 22 - 23 | 1 | As |
| Julisch-Claudische Dynastie | 1. Hälfte 1. Jahrh. | 7 | Asse |
| Nero | 54 - 68 | 1 | As |
| Galba | 68 - 69 | 1 | 1 Dupondius |
| Vespasian auch für Domitianus Caesar |
69 - 79 | 7 | 3 Asse, 4 Denare |
| Domitian | 81 - 96 | 4 | 3 Asse, 1 Dupondius |
| Nerva | 96 - 98 | 4 | Asse |
| Trajan | 98–117 | 29 | 2 provinziale Aes, 1 Semis, 12 Asse, 3 Dupondii, 6 Sesterzen, 5 Denare |
| Hadrian auch für Vibia Sabina auch für Lucius Aelius Caesar |
117–138 | 47 | 2 provinziale Aes, 30 Asse, 2 Dupondii, 4 Sesterzen, 9 Denare |
| Antoninus Pius auch für Marcus Aurelius Caesar auch für Diva Faustina die Ältere auch für Faustina die Jüngere |
138–161 | 53 | 3 provinziale Aes, 22 Asse, 5 Dupondii, 12 Sesterzen, 11 Denare |
| Mark Aurel auch für Divus Antoninus Pius auch für Commodus Caesar auch für Faustina die Jüngere auch für Annia Aurelia Galeria Lucilla |
161–180 | 27 | 1 provinziales Aes, 9 Asse, 6 Dupondii, 7 Sesterzen, 4 Denare |
| Lucius Verus | 166–167 | 2 | Denare |
| Commodus auch für Bruttia Crispina |
183 | 6 | 1 provinziales Aes, 1 As, 1 Dupondius, 1 Sesterz, 2 Denare |
| Septimius Severus auch für Julia Domna auch für Caracalla Augustus auch für Geta Caesar |
193–211 | 49 | 2 provinziale Aes, 1 Dupondius, 1 As, 1 Sesterz, 44 Denare |
| Caracalla auch für Divus Severus auch für Julia Domna auch für Fulvia Plautilla |
211–217 | 20 | 1 provinziales Aes, 3 As, 3 Dupondii, 11 Denare, 2 Antoniniane |
| Macrinus | 217–218 | 1 | 1 Denar |
| Elagabal auch für Julia Soaemias auch für Julia Maesa |
218–222 | 24 | 1 provinziales Aes, 22 Denare, 1 Antoninian |
| Severus Alexander auch für Julia Mamaea auch für Orbiana |
222–235 | 52 | 13 provinziale Aes, 1 Dupondius, 4 Sesterzen, 34 Denare |
| Maximinus Thrax | 235–238 | 4 | 2 Asse, 1 Sesterz, 1 Denar |
| Gordian III. | 238–244 | 20 | 5 provinziale Aes, 1 Dupondius, 3 Sesterz, 11 Antoniniane |
| Philippus Arabs auch für Marcia Otacilia Severa auch für Philippus Caesar |
244–247 | 23 | 4 Dupondii, 10 Sesterzen, 9 Antoniniane |
| Decius auch für Herennia Cupressenia Etruscilla |
249–251 | 8 | Antoniniane |
| Trebonianus Gallus auch für Volusianus Augustus |
251–253 | 10 | 1 Sesterz, 8 Antoniniane, 1 Aureus |
| Valerian auch für Gallienus auch für Salonina |
253–258 | 16 | 1 provinziales Aes, 15 Antoniniane |
| Gallienus | 260–268 | 3 | Antoniniane |
| Claudius Gothicus | 269 | 2 | Antoniniane |
| Divus Claudius | nach 270 | 4 | Denare |
| Aurelian | 270–275 | 2 | Antoniniane |
| Probus | 276–282 | 3 | Antoniniane |
| Maximian | 295 | 2 | Antoniniane |
| Constantius I. | 296 | 2 | 1 Denar, 1 Follis |
| Licinius | 312–313 | 1 | Follis |
| Konstantin I. auch für Crispus Caesar auch für Konstantin II. Caesar auch für Constantius II. Caesar |
320–337 | 12 | Follis |
| N.N. | 337–340 | 1 | Follis |
| Constans | 337–348 | 4 | 1 Aes2, 3 Follis |
| Constantius II. auch für Julianus Caesar auch für Constantius Gallus Caesar und Julianus Caesar |
337–361 | 15 | 2 Aes2, 8 Aes3, 1 Siliqua, 4 Follis |
| Magnentius | 351–352 | 1 | Follis |
| N.N. | 355–361 | 1 | Aes3 |
| Valens | 364–375 | 1 | Aes3 |
| Valentinian I. | 364–375 | 4 | Aes3 |
| Valentinian II. | 378–383 | 2 | 1 Aes3, 1 Aes4 |
| N.N. | 378–388 | 1 | Aes4 |
| N.N. | 388–393 | 1 | Aes4 |
| Theodosius II. | 408–420 | 1 | Aureus |
| nicht identifiziert | 1. bis 3. Jahrh. | 65 | 40 Aes, 21 Denare, 4 unbestimmte Silbermünzen |
| Summe | 551 | ||
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Die nachrömische Entwicklung Apulums ist weitgehend ungeklärt, obschon das Gebiet der Colonia wohl nur langsam verlassen worden ist und dort Spuren städtischen Lebens auch noch im frühen 4. Jahrhundert nachweisbar sind. Wie bei den weiter oben genannten Einzelbefunden skizziert, brachen die Siedlungsaktivitäten wohl nicht vollständig ab. Dies zeigen gepidische Gräber und awarische Befunde der Völkerwanderungszeit des 4. bis 6. Jahrhunderts sowie frühmittelalterliche Siedlungsschichten des 7./8. Jahrhunderts. Eine kontinuierliche mittelalterliche Bebauung setzte aber erst wieder ab dem 10. Jahrhundert ein und manifestierte sich unter anderem in dem Bau der ersten christlichen Kirche.
Das bedeutendste Museum für die römische Vergangenheit Alba Iulias ist das Muzeul Național al Unirii. Daneben gibt es noch das Muzeul Principia. Zahlreiche römische Relikte wurden konserviert und restauriert und sind so im Stadtbild erhalten. Seit 2013 findet jährlich im Sommer das mehrtägige Festivalul Roman Apulum statt.
Die römischen Anlagen von Alba Iulia sind nach dem 2001 verabschiedeten Gesetz Nr. 422/2001 als historische Denkmale unter Schutz gestellt. Die Bodendenkmäler sind mit verschiedenen LMI-Codes und RAN-Codes in der nationalen Liste der historischen Monumente (Lista Monumentelor Istorice) eingetragen. Zuständig ist das Ministerium für Kultur und nationales Erbe (Ministerul Culturii și Patrimoniului Național), insbesondere das Generaldirektorat für nationales Kulturerbe, die Abteilung für bildende Kunst und die Nationale Kommission für historische Denkmäler sowie weitere, dem Ministerium untergeordnete Institutionen. Ungenehmigte Ausgrabungen sowie die Ausfuhr von antiken Gegenständen sind in Rumänien verboten. 2024 wurde Apulum zusätzlich in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Die bedeutendsten geschützten Anlagen sind: