Arthur Reber

Arthur Samuel Reber (* 11. März 1940 in Philadelphia; † 2. September 2025 in Point Roberts) war ein US-amerikanischer Kognitiver Psychologe und emeritierter Broeklundian Professor für Psychologie am Brooklyn College sowie am Graduate Center der City University of New York.

Leben

Er wurde als Sohn des aschkenasisch-jüdischen Jacob Reber und der Yetta Gluchowsky geboren. Er erwarb 1961 seinen Bachelor-Abschluss in Psychologie an der University of Pennsylvania, wo er mit Justin Aronfreed und Richard L. Solomon zusammenarbeitete. Sein Studium hat er für ein Semester unterbrochen, während dessen er für einen Wanderzirkus in Kalifornien arbeitete. Seinen Master-Abschluss erlangte er 1965 und er promovierte 1967 unter der Leitung von Richard B. Millward zum Ph.D. an der Brown University.

Von 1966 bis 1970 lehrte er als Assistenzprofessor an der University of British Columbia, danach wechselte er an das Brooklyn College und das Graduate Center der City University of New York. 1998 wurde er hier zum Broeklundian-Professor für Psychologie ernannt. Er ging 2005 in den Ruhestand, arbeitete danach aber als Gastprofessor an seiner früheren Universität, der University of British Columbia in Vancouver.

Werk

Er prägte in den 1960er-Jahren den Begriff des Impliziten Lernens. Er konnte nachweisen, dass Menschen komplexe Muster und Strukturen aufnehmen können, ohne sich des Lernprozesses oder der gelernten Regeln bewusst zu sein. In seinen frühen Arbeiten nutzte er dabei das Paradigma der „künstlichen Grammatik“ (Artificial Grammar Learning), um die Natur des impliziten Lernens zu untersuchen. Dabei lernen Testpersonen unbewusst die strukturellen Regeln einer erfundenen, buchstabenbasierten Sprache. Seine späteren Forschungen umfassten so unterschiedliche Themen wie den impliziten Erwerb von Affektzuschreibungen, die Beurteilung impliziten und expliziten Lernens und des Gedächtnisses, die Psychologie von Risiko und Glücksspiel, stillschweigendes Wissen in Psychologie und Soziologie, die evolutionären Ursprünge des Bewusstseins und mögliche biochemische Mechanismen für die Entstehung von Empfindungsfähigkeit. Mit seiner Cellular Basis of Consciousness (CBC)-Theorie argumentierte er, dass biologisches Bewusstsein und subjektives Empfinden bereits auf der Ebene von Einzellern beginnen.

Ehrungen/Positionen

Privates

Er war in erster Ehe verheiratet mit Kathy Reber. Nach der Scheidung heiratete er Rhiannon Allen, Ph.D. in Psychologie 1983, Absolventin des Graduate Center der CUNY und ehemalige Psychologieprofessorin an der Long Island University. Er hatte drei Kinder, den Sohn Paul, seine Tochter Emily und seine Stieftochter Hafina. Mit Rhiannon Allen und seiner Tochter Emily Reber verfasste er das „Penguin Dictionary of Psychology“, das zwischen 1985 und 2009 in vier Ausgaben erschien. Neben seinen wissenschaftlichen Verpflichtungen war er ein Experte für Vollblutpferde und passionierter Pokerspieler. Als aktives Mitglied der Poker Players' Alliance setzte er sich für die Legalisierung von Online-Poker in seinem Heimatstaat Washington und die Einführung bundesweiter Regulierungen ein und entwarf auch einen neuartigen Rahmen zur Bewertung ethischer, rechtlicher und legislativer Fragen im Zusammenhang mit Glücksspiel und Poker. Er wurde am 11. Oktober 2025 nach jüdischer Tradition im Friedhof von Point Roberts begraben.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaften
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ Obituary: Arthur Samuel Reber auf The Northern Light vom 26. September 2025, abgerufen am 13. Juli 2026.
  2. ↑ In Memoriam: Arthur S. Reber auf CUNY vom 25. September 2025, abgerufen am 12. Juli 2026.
  3. ↑ Arthur Reber IN MEMORIAM auf University of British Columbia, abgerufen am 13. Juli 2026.
Personendaten
NAME Reber, Arthur
ALTERNATIVNAMEN Reber, Arthur Samuel (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Kognitiver Psychologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 11. März 1940
GEBURTSORT Philadelphia
STERBEDATUM 2. September 2025
STERBEORT Point Roberts