| Ascory Bank AG | |
|---|---|
| Staat | |
| Sitz | Hamburg |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000A40ZUV2 |
| Gründung | 1995 |
| Website | www.ascory-bank.de |
| Geschäftsdaten 2025 | |
| Bilanzsumme | 1.064,9 Mio. EUR |
| Mitarbeiter | ca. 120 (Stand 04/2026) |
| Geschäftsstellen | Hamburg und Sofia (Bulgarien) |
| Leitung | |
| Vorstand | Matthias Wargers (Vors.) Daniel Piatek Kai Friedrichs |
| Aufsichtsrat | Dirk Auerbach (Vors.), Vasil Stefanov, Tobias Weitzel |
Die Ascory Bank AG (bis Februar 2026 „Varengold Bank AG“) ist ein deutsches Kreditinstitut mit Sitz in Hamburg und einer Zweigniederlassung in Sofia (Bulgarien). Nach dem Geschäftsbericht 2025 konzentriert sich die Bank auf strukturierte Finanzierungen in den Bereichen Fintech, Energy Transition und Leveraged Finance sowie auf das Einlagengeschäft. Die Bank war in illegale Dividendenstrippinggeschäfte verwickelt. Ihr Gründer Yasin Sebastian Qureshi und einer ihrer Hauptanteilseigner, Sanjay Shah, wurden hierfür zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Varengold wurde 1995 von Yasin Sebastian Qureshi und Steffen Fix als Asset Management Boutique gegründet. Im Zentrum der Geschäftstätigkeit stand seit Gründung des Unternehmens das Derivate-Brokerage sowie Dienstleistungen aus dem Bereich der Alternative Investments. Beide Bereiche betreibt die Bank heute nicht mehr.
1998 erhielt Varengold die Kreditinstitut-Erlaubnis durch das damalige Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Die Bank ist seit 2003 bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht registriert; im Juni 2013 wurde Varengold die Lizenz als Einlagenkreditinstitut erteilt.
Seit dem 20. März 2007 war die Varengold-Aktie im Freiverkehr der Deutschen Börse Frankfurt im Marktsegment Entry Standard gelistet. Mit Einstellung des Entry Standards am 1. März 2017 wechselte sie in das Basic Board.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein vollständiger Wechsel in der Geschäftsleitung vollzogen, die Bank reorganisiert und auf ein neues Geschäftsmodell ausgerichtet. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Oktober 2025 wurde die Änderung der Firma von Varengold Bank AG in Ascory Bank AG beschlossen; mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Februar 2026 wurde die Umfirmierung wirksam.
Die Bank konzentriert sich nach dem Geschäftsbericht 2025 auf strukturierte Finanzierungen in den Bereichen Fintech, Energy Transition und Leveraged Finance.
Im Bereich Fintech finanziert sie europäische Fintech-Unternehmen und alternative Lending-Plattformen. Im Bereich Energy Transition finanziert sie mittelständische Unternehmen sowie projektbezogene Vorhaben der Energiewende. Im Bereich Leveraged Finance adressiert sie Small- und Mid-Cap-Transaktionen, insbesondere Nachfolgeregelungen und private-equity-finanzierte Übernahmen.
Die Refinanzierung erfolgt überwiegend über das Einlagengeschäft mit deutschen Privatkunden (Tages- und Festgelder) sowie über institutionelle Einlagen.
Die Bank ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter der Nr. 109520 registriert und ist an die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) angebunden. Die Aktie (ISIN DE000A40ZUV2) notiert im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Jerusalem Post berichtete im Oktober 2018, dass Varengold zu diesem Zeitpunkt trotz US-Sanktionen noch Geschäfte mit Iran betrieben haben soll.
Presseberichten zufolge war die Varengold-Investmenttochter an Cum-Ex-Geschäften beteiligt. Gegen die früheren Varengold-Verantwortlichen ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln daher wegen Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall. In einem Wertpapierprospekt aus dem Jahr 2018 schrieb die Varengold Bank AG – inzwischen unter neuer Führung –, dass aufgrund der „Cum-Ex“-Geschäfte noch Forderungen in hoher zweistelliger Millionenhöhe auf die Bank zukommen könnten, ebenso wie eine Verbandsbuße von bis zu zehn Millionen Euro.
Im August 2020 wurde das Kredithaus aufgrund der Cum-Ex-Ermittlungen von Fahndern durchsucht.
Am 27. Juni 2023 hat die BaFin der Varengold Bank AG wegen hoher Geldwäscherisiken und gravierender Defizite in der Geldwäscheprävention untersagt, Transaktionen mit „Payment Agents“ und sonstigen Dritten mit Iran-Bezug durchzuführen. Einem Bericht von Politico zufolge, sind iranische Scheinfirmen in Verbindung mit Quds-Einheit Kunden von Varengold Bank AG gewesen. Varengold bestreitet jegliches Fehlverhalten und beharrt darauf, dass sich seine Geschäfte mit dem Iran auf die Lieferung von humanitärer Hilfe, einschließlich medizinischer Ausrüstung und Lebensmitteln, beschränkten.
Im April 2024 verurteilte das Landgericht Bonn den Varengold-Mitgründer Qureshi aufgrund seiner Beteiligung an den Cum-Ex-Steuerhinterziehungen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten sowie Einziehung der damit von ihm unrechtmäßig erlangten 1,5 Millionen Euro.
Im Oktober 2025 beendete die BaFin ihre Sonderprüfung bei der Varengold Bank AG und ordnete Maßnahmen zur Mängelbeseitigung im Bereich Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung an. In diesem Zusammenhang wurde eine Geldbuße von 3,3 Millionen Euro sowie ein Zwangsgeld von 500.000 Euro verhängt.
Koordinaten: 53° 32′ 39,7″ N, 9° 57′ 1″ O