Ashtyako Poorkarim

Ashtyako Poorkarim (kurdisch ئاشتیاکۆ پوورکەریم, persisch آشتیاکو پورکریم; geboren am 23. August 1977 in Mahabad, Iran), früher öffentlich als Jamal Poorkarim (kurdisch: جەماڵ پوورکەریم, persisch: جمال پورکریم) bekannt, ist ein kurdischer Journalist, Schriftsteller und politischer Aktivist mit Wohnsitz in Frankreich. Ein Bericht des UN-Menschenrechtsrats aus dem Jahr 2014 bezeichnete ihn als Journalisten und kurdischen Menschenrechtsaktivisten.

Poorkarim war zunächst in der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran aktiv und leitete später die Kurdistan Independence Movement. Im Januar 2022 wurde er für ein Jahr zum Vorsitzenden eines Bündnisses aus vier kurdischen, für die Unabhängigkeit eintretenden Organisationen gewählt. Nach dem Zusammenschluss der Bewegung mit der Independence Party of Kurdistan im März 2026 bezeichneten ihn parteieigene Veröffentlichungen als Generalsekretär.

Leben und Ausbildung

Nach einer von seiner späteren Organisation veröffentlichten Biografie wurde Poorkarim in Mahabad geboren. Demnach erwarb er 1994 einen Abschluss in Literatur und Geisteswissenschaften und studierte anschließend persische Literatur an der Mahabad-Zweigstelle der Islamischen Azad-Universität. Dieselbe Quelle gibt an, dass er später Politikwissenschaft an der Universität Paris VIII studierte.

Ältere Quellen nennen ihn überwiegend Jamal Poorkarim. Am 14. Mai 2023 erklärte er, für seine öffentlichen und politischen Aktivitäten den kurdischen Vornamen „Ashtyako“ zu verwenden.

Journalistische und kulturelle Tätigkeit

Der Bericht des UN-Sonderberichterstatters von 2014 enthält eine Falldarstellung zu „Hassan (Jamal) Poorkarim“. Darin heißt es, er habe für eine Wochenzeitung gearbeitet, die auf Persisch Nedayeh Jameh und auf Kurdisch Dengi Komelga hieß. Zudem sei er an einem Zentrum für kurdischen Sprachunterricht beteiligt gewesen, bei dem sich mehr als 1000 Lernende einschrieben. Nach zwei Jahren bei der Wochenzeitung sei er 45 Tage lang inhaftiert, gegen Kaution freigelassen und anschließend aus dem Iran in die Autonome Region Kurdistan im Irak gegangen.

Die organisationsnahe Biografie nennt das Sprachzentrum „Soma“ und datiert seine Gründung in Baneh auf das Jahr 2001. Nach dieser Quelle arbeitete Poorkarim später für mehrere kurdische Medien in der Autonomen Region Kurdistan, zog 2010 nach Frankreich und war von 2011 bis 2016 bei Tishk TV als Nachrichtensprecher, Redakteur und Moderator politischer Sendungen tätig. Al-Arabiya bezeichnete ihn 2014 als kurdischen politischen Aktivisten, der sich an einer Kampagne für muttersprachlichen Unterricht im Iran beteiligte.

Poorkarim veröffentlichte politische Kommentare auf Persisch. Al-Arabiya publizierte 2017 mehrere seiner Beiträge und stellte ihn auf der Autorenseite als kurdischen Schriftsteller und politischen Aktivisten vor.

Politische Tätigkeit

Nach der von seiner Organisation veröffentlichten Biografie begann Poorkarim 1996 seine politische Tätigkeit in einem Untergrundnetzwerk der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran und wurde nach seinem Wechsel in die Autonome Region Kurdistan formelles Mitglied. Im Dezember 2018 trat er aus der Partei aus. Kurdische Websites, die seine Rücktrittserklärung wiedergaben, führten als Begründung seine Unterstützung für die Unabhängigkeit Kurdistans und seine Ablehnung einer Begrenzung kurdischer politischer Ziele auf den Rahmen des iranischen Staates an.

Dokumente der Bewegung geben an, dass Poorkarim und mehrere Mitstreiter am 5. Januar 2019 die Kurdistan Independence Movement gründeten. Im Januar 2022 bildeten die Bewegung und drei weitere Organisationen die Kurdistan Independence Alliance. Rudaw berichtete, der Führungsrat habe Poorkarim einstimmig für ein Jahr zum Vorsitzenden gewählt. Im September 2022 bezeichnete Rudaw ihn im Zusammenhang mit einem Aufruf zu einem Generalstreik in kurdischen Gebieten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini als Vorsitzenden des Bündnisses.

Am 11. März 2026 gaben die Kurdistan Independence Movement und die Independence Party of Kurdistan ihren Zusammenschluss bekannt. SharPress berichtete, die vereinigte Organisation werde ihre Arbeit unter dem Namen Independence Party of Kurdistan fortsetzen. Nach dem Zusammenschluss bezeichneten Parteiveröffentlichungen Poorkarim als Generalsekretär.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen: Report of the Special Rapporteur on the Situation of Human Rights in the Islamic Republic of Iran, Dokument A/HRC/25/61, 18. März 2014.
  2. 1 2 „Vier Organisationen aus Ostkurdistan gründen ein Bündnis“, Rudaw, 8. Januar 2022 (soranisch).
  3. 1 2 „Zwei Parteien aus Ostkurdistan schließen sich zusammen“, SharPress, 11. März 2026 (soranisch).
  4. 1 2 „Rede des Generalsekretärs der Independence Party of Kurdistan“, KurdNation, 22. Juni 2026. Parteinahe Quelle.
  5. 1 2 3 „Informationen über den Leiter der Kurdistan Independence Movement“, KurdNation, 21. März 2023. Organisationsnahe Quelle.
  6. ↑ „Ashtyako Poorkarims Erklärung zur Namensänderung“, KurdNation, 14. Mai 2023 (soranisch). Organisationsnahe Quelle.
  7. ↑ „Kampagne für muttersprachlichen Unterricht als Reaktion auf die iranische Sprachakademie“, Al-Arabiya Persian, 13. Februar 2014.
  8. ↑ „Jamal Poorkarim“, Autorenseite von Al-Arabiya Persian.
  9. ↑ „Jamal Poorkarim tritt aus der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran aus“, Yari Kurd, 30. Dezember 2018; archivierte Fassung vom 19. April 2022.
  10. ↑ „Befreiungsmanifest: von der Bewegung zur Independence Party of Kurdistan“, KurdNation, 7. März 2026 (soranisch). Parteinahe Quelle.
  11. ↑ Sirwan Abbas: „Nach Jinas Tod ruft die Kurdistan Independence Alliance zum Generalstreik auf“, Rudaw, 17. September 2022 (soranisch).
  12. ↑ „Bûke Çînî (Kindergedichte)“, Nosa-Books-Katalog.
  13. ↑ „Kurdistan and Israel / Ashtyako Poorkarim“, Bibliothek des Kurdischen Instituts Paris, 2025.
Personendaten
NAME Poorkarim, Ashtyako
ALTERNATIVNAMEN ئاشتیاکۆ پوورکەریم; Poorkarim, Jamal
KURZBESCHREIBUNG kurdischer Journalist, Schriftsteller und politischer Aktivist
GEBURTSDATUM 23. August 1977
GEBURTSORT Mahabad, Iran