Assawas (auch: Asawas, Assaouas, Assawass, Assouas) ist ein Dorf in der Landgemeinde Ingall in Niger.
Geographie
Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund 56 Kilometer östlich des Hauptorts Ingall der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Ingall, das zur Region Agadez gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Assawas zählen Tiguindan Adar im Nordwesten, Tiguirwit im Süden und Kokari im Südwesten.
Assawas liegt am rechten Ufer des Trockentals Irhazer wan Agadez in der Landschaft Irhazer. Es herrscht das Klima der Sahara vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von unter 200mm.
Geschichte
Die 558 Kilometer lange Piste zwischen den Orten Agadez und Birni-N’Konni, die durch Assawas führte, galt in den 1920er Jahren als einer der Hauptverkehrswege in der damaligen französischen Kolonie Niger. In diesem Abschnitt war sie auf Reisen mit Kamelen ausgerichtet. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Nomadenkinder in Assawas.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Assawas 143 Einwohner, die in 26 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 985 in 182 Haushalten.
Am Brunnen von Assawas leben die Fulbe-Gruppen Bikorawa und Bingawa. Auch Angehörige der Tuareg-Gruppe Igdalen lassen ihr Vieh dort weiden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das Dorf liegt an einer Transhumanz-Route, die von Akadané im Süden über Mazababou, Amataltal und Tiguirwit nach Assawas im Norden verläuft. Die Thermalquelle von Assawas wird regelmäßig von Nomaden aufgesucht. Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist ein Gesundheitszentrum im Ort vorhanden. Es gibt eine Schule. Durch Assawas verläuft die 156,2 Kilometer lange Nationalstraße 26 zwischen Agadez und Mararaba. Es handelt sich in diesem Abschnitt um eine einfache Erdstraße. Von der Nationalstraße 26 zweigt die Route103 nach Tegguida-n-Tessoum ab, eine 110 Kilometer lange einfache Piste.
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 18.Oktober 2026]).
↑Maurice Abadié:La Colonie du Niger. Mit einem Vorwort von Maurice Delafosse. Société d’Editions Géographiques, Maritimes et Coloniales, Paris 1927, S.428.
↑Arrêté n°276/MEN/DAF/2445/IV du 21 octobre 1996, portant création de cantines scolaires en milieu nomade et transhumant. Ministère de l’Education Nationale, République du Niger, 21.Oktober 1996 (web.archive.org[abgerufen am 18.Oktober 2026]).
↑Niger DSS.In:Systeme Nationale d’Information Sanitaire (SNIS).Ministère de la Santé Publique, République du Niger,archiviertvomOriginalam8.Januar 2023;abgerufen am 18.Oktober 2026(französisch).