Astert

Wappen Deutschlandkarte
Astert
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Astert hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 42′ N, 7° 47′ OKoordinaten: 50° 42′ N, 7° 47′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 2,39 km²
Einwohner: 261 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57627
Vorwahl: 02688
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 204
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Website: www.astert.de
Ortsbürgermeister: Florian Schwan
Lage der Ortsgemeinde Astert im Westerwaldkreis
Karte

Astert ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen in der Kroppacher Schweiz, die ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Nistertal ist. Durch den Ort fließt die Große Nister. Die Gemarkung umfasst 239 ha, davon sind etwa 50 % Wald und 37 % landwirtschaftliche Nutzfläche (Stand 2021). Nachbarorte sind Limbach im Norden, Atzelgift im Osten, das Kloster Marienstatt im Südosten und Müschenbach im Süden des Ortes. Im Westen von Astert liegt der Aßberg (327 m).

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde sind Oberdorf und Unterdorf.

Geschichte

1282 wurde Astert erstmals in einer Urkunde des Klosters Marienstatt als Asterode erwähnt. Als Rodungsdorf dürfte es schon im 10. Jahrhundert oder davor entstanden sein. Im 18. Jahrhundert hat sich der Ortsname Asterode auf „Astert“ abgeschliffen. Bedingt durch die vielen Dachschiefergruben waren in Astert vom 16. bis 18. Jahrhundert etliche Leyendecker ansässig. Eine ehemalige Dachschiefergrube (Hardt) bestand bis etwa 1911 und wurde nach 1945 endgültig aufgegeben. 1739 ist erstmals eine Winterschule im Ort nachgewiesen.

Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn, zu der Astert zählte, erst lutherisch und später reformiert. Spannungen gab es im Ort durch zugewanderte Katholiken aus dem Bergischen und Wildenburger Land, die vom Kloster Marienstatt und dem katholischen Grafen Salentin Ernst von Manderscheid als Landesherr der Grafschaft Sayn-Hachenburg begünstigt wurden, zu der Astert seit dem 17. Jahrhundert gehörte. Erst nach Jahrzehnten, meist durch Heirat, wurden sie voll berechtigte Bürger. Ein Prozess beim Reichskammergericht in Wetzlar 1732 brachte ihnen die völlige Religionsfreiheit. Die dauernden Streitigkeiten der Religionsgruppen drückten sich auch in einer räumlichen Trennung aus, während man Katholiken fast ausschließlich im Unterdorf fand, siedelten sich die Reformierten im nun entstehenden Oberdorf an. 1793 hatte der gesamte Ort 20 Häuser mit 125 Einwohnern. Nach den Koalitionskriegen verarmte die Bevölkerung, die Armut hielt auch in der nassauischen Zeit seit 1799 an. 1866 kam der Ort an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau und zum Oberwesterwaldkreis. 1926 entstand die erste Schule in Astert. Wirtschaftlich bedeutsam waren die Schiefergruben, die von 1730 bis 1760 und von 1840 bis 1860 in Betrieb waren. Vom beginnenden Wohlstand des Ortes zeugt die 1894 entstandene Brücke über die Nister.

1985 wurde Astert in dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden zum schönsten Ort in Rheinland-Pfalz gewählt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Astert, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

JahrEinwohner
157913 Häuser
162411 Feuerstätten
166915 Räuche
171430 Mann, 1 Witwe
176091
1815152
1835150
1871175
1905200
JahrEinwohner
1939225
1950220
1961199
1970206
1987214
1997259
2005249
2025261

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Astert besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Ortsbürgermeister

Florian Schwan wurde am 2. August 2024 Ortsbürgermeister von Astert. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit 90,5 % der Stimmen ohne Gegenkandidat für fünf Jahre zum Ortsbürgermeister gewählt worden.

Schwans Vorgänger Erich Wagner hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war mit einem Stimmenanteil von 81,29 % in seinem Amt bestätigt worden. Bei der Wahl 2024 trat er nicht erneut als Ortsbürgermeister an.

Wappen

Wappen von Astert
Wappen von Astert
Blasonierung: „Wappen durch silbernen schräglinken Wellenbalken geteilt, oben in Rot schräggekreuzt, silberner Dachdeckerhammer und Rodehacke, unten in Blau drei goldene Ähren aus dem Schildrand wachsend.“
Wappenbegründung: Die Ähren symbolisieren die Bedeutung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten, die Rodehacke deutet auf den alten Ortsnamen Asterode als Rodungsdorf hin und der Dachdeckerhammer auf die hier im 16. und 17. Jahrhundert zahlreich ansässigen Leyendecker und die Schiefergruben in der Gemarkung.

Das blaue Feld verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Nassau (1806–1866), das rote Feld auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Grafschaft Sayn und zu Sayn-Hachenburg (bis 1799). Das silberne Wellenband symbolisiert die Große Nister.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gebäude

Die Nisterbrücke von 1894

Zu den bemerkenswerten Häusern zählen:

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Astert

Naturobjekte

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Astert

Verkehr

Literatur

Commons: Astert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt: Astert. In: Regional. Abgerufen am 15. Oktober 2022.
  3. 1 2 3 Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hrsg.): Westerwälder Beiträge 1. 1981, S. 38ff.
  4. ↑ Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  5. ↑ Dieter Trautmann: Die Geschichte der Schule zu Astert und ihrer Lehrer bis zur Auflösung im Jahre 1966, Astert 2013.
  6. ↑ Dieter Trautmann: 700 Jahre Astert, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 25 (1982), S. 160–163.
  7. ↑ Erich Wagner (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses zur Wahl des Gemeinderates Astert am 9. Juni 2024. In: Inform – Wochenzeitung der Verbandsgemeinde Hachenburg, Ausgabe 25/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 14. Juni 2024, abgerufen am 20. September 2025.
  8. 1 2 3 Florian Schwan (Ortsbürgermeister): Aus der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 02.08.2024 im Feuerwehr-Gemeindehaus Astert. In: Inform – Wochenzeitung der Verbandsgemeinde Hachenburg, Ausgabe 32/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 20. September 2025.
  9. ↑ Astert, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 13. Juli 2024.
  10. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Hachenburg, Verbandsgemeinde, zweite Ergebniszeile. Abgerufen am 6. Juni 2020.
  11. ↑ In Astert juckten die Groschen. In: WW-Kurier. MVV Medienverlag Westerwald-Sieg UG & Co. KG, Wissen, 13. September 2015, abgerufen am 6. Juni 2020.
  12. ↑ Das Asterter Wappen. Ortsgemeinde Astert, abgerufen am 15. Oktober 2022.