| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 26′ N, 7° 50′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Westerwaldkreis | |
| Verbandsgemeinde: | Montabaur | |
| Höhe: | 230 m ü. NHN | |
| Fläche: | 33,77 km² | |
| Einwohner: | 14.937 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 442 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56410 | |
| Vorwahlen: | 02602, 06439 (Ettersdorf) | |
| Kfz-Kennzeichen: | WW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 43 048 | |
| LOCODE: | DE MON | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsbezirke | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Konrad-Adenauer-Platz 8 56410 Montabaur | |
| Website: | www.montabaur.de | |
| Stadtbürgermeisterin: | Melanie Leicher (FWG) | |
| Lage der Stadt Montabaur im Westerwaldkreis | ||

Montabaur [] ist die Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz. Sie ist gleichzeitig Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Montabaur, der weitere 24 Ortsgemeinden angehören. Gemäß Landesplanung ist Montabaur als Mittelzentrum ausgewiesen. Überregional bekannt sind das Schloss Montabaur, das Fashion-Outlet-Center und der Bahnhof Montabaur mit ICE-Anbindung an die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Montabaur liegt im Niederwesterwald in der Montabaurer Senke, östlich der Montabaurer Höhe, etwa 18 Kilometer nordöstlich von Koblenz, auf der anderen Rheinseite.
Die Stadt hat neben der Alt- bzw. Innenstadt sieben Stadtteile, die zugleich Ortsbezirke sind. Zur Alt- bzw. Innenstadt gehören auch die Wohnplätze Frinksmühle, Hallen- und Freibad, Hof Beulfeld, Kläranlage, Marauermühle, Roßberger Hof und Stendebachs-Mühle.
| Ortsbezirk | zugehörende Wohnplätze | Einwohner | Fläche in ha |
|---|---|---|---|
| Bladernheim | 151 | 102,23 | |
| Elgendorf | 1271 | 259,92 | |
| Eschelbach | Bahlsmühle, Hillhof, Hüttenmühle | 627 | 300,28 |
| Ettersdorf | Heckenmühle | 186 | 109,95 |
| Horressen | Grubenfeld | 1759 | 282,18 |
| Reckenthal | Kurhotel Waldesruhe | 114 | 151,34 |
| Wirzenborn | Grubenhaus, Wirzenborner Mühle | 62 | 142,87 |
Einwohner mit Hauptwohnsitz, Stand 1. August 2018
Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend: Dernbach, Staudt, Heiligenroth, Großholbach, Girod, Steinefrenz, Heilberscheid, Nomborn, Daubach, Stahlhofen, Untershausen, Holler, Niederelbert, Arzbach, Kadenbach, Neuhäusel und Hillscheid
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Temperatur von 17,5 °C, der kälteste der Januar mit 0,4 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 703 mm. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni und Juli. Im Juni und Juli fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im April.
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Montabaur
Quelle: de.climate-data.org | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Montabaur hat eine Geschichte, die sich bis ins Jahr 959 nachweisen lässt, als das Kastell Humbach, castellum Humbacense, das heutige Schloss, erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied, um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, ließ die zerstörte Burg humbacense wieder aufbauen. Er nannte sie wegen der Ähnlichkeit des Humbacher Hügels mit dem Berg Tabor im heutigen Israel, der als Ort der Verklärung Christi gilt, Mons Tabor. Daraus wurde Montabaur. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Montabaur zusammen mit Welschbillig, Mayen, Bernkastel und Saarburg die Stadtrechte.
Montabaur war bis 1968 Verwaltungssitz eines der fünf Regierungsbezirke, in die sich das neu gebildete Land Rheinland-Pfalz 1946 gliederte. Durch die Eingemeindung von sieben Umlandgemeinden (Bladernheim, Elgendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Horressen, Reckenthal und Wirzenborn) erreichte Montabaur am 22. April 1972 im Wesentlichen seine heutige Größe.

Ab Mitte der 1960er Jahre bis Anfang 2004 war Montabaur mit der Westerwaldkaserne ein Bundeswehrstandort, an dem von 1966 bis 1993 auch das Raketenartilleriebataillon 350 und später Instandsetzungseinheiten stationiert waren.
Das RakArtBtl 350 war das Raketen-Artillerie-Bataillon des III. (GE) Korps und ausgerüstet mit der ballistischen Kurzstreckenrakete Sergeant bzw. ab Mitte der 1970er Jahre der Kurzstreckenrakete Lance.
Die nukleare Sondermunition lagerte im Sondermunitionslager Horressen und bei Bellersdorf, sie unterstand dem 83rd US Army Missile Detachment.
Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 58,2 % katholisch, 20,3 % evangelisch und 21,5 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende September 2026 hatten 36,2 % der Einwohner die katholische Konfession und 13,7 % Einwohner die evangelische. 50 % gehörten anderen Glaubensgemeinschaften an, waren ohne Angabe oder konfessionslos.
| Montabaur: Einwohnerzahlen von 2012 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 2012 | 12.444 | |||
| 2015 | 12.911 | |||
| 2020 | 14.213 | |||
| 2024 | 14.884 | |||
| Quelle(n): statistik.rlp.de | ||||

Der Stadtrat in Montabaur besteht aus 32 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzender. Bis zur Wahl 2024 hatte der Stadtrat 28 Ratsmitglieder, die Erhöhung auf 32 Sitze war nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die gestiegene Einwohnerzahl von Montabaur notwendig geworden.
Die Sitzverteilung im Stadtrat:
| Wahl | SPD | CDU | Grüne | FDP | FWG | BfM | WG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 3 | 12 | 4 | 2 | 11 | – | – | 32 Sitze |
| 2019 | 4 | 11 | 2 | 2 | 8 | – | 1 | 28 Sitze |
| 2014 | 6 | 14 | 2 | – | 4 | 2 | – | 28 Sitze |
| 2009 | 6 | 13 | 2 | 2 | 3 | 2 | – | 28 Sitze |
| 2004 | 5 | 15 | – | – | 8 | – | – | 28 Sitze |
Melanie Leicher (FWG) wurde am 10. Juli 2024 Stadtbürgermeisterin von Montabaur. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte sie sich bei einer Wahlbeteiligung von 62,0 % mit 52,9 % der Stimmen gegen Susanne Görg (CDU) durchgesetzt.
Leichers Vorgängerin Gabriele Wieland (CDU) hatte das Amt am 2. Juli 2014 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 73,42 % für weitere fünf Jahre bestätigt, bei der Wahl 2024 trat sie nicht mehr an.
Die Stadt führt als Wappen das sogenannte Petrus-Wappen. Die Flagge der Stadt trägt in Längsstreifen die Farben Blau, Rot und Weiß, in dieser Reihenfolge.
| Blasonierung: „In Blau hinter einer aus dem unteren Schildrand wachsenden silbernen gezinnten Stadtmauer in einem von zwei rotbedachten und goldbeknauften fünfgeschossigen schwarzgefensterten und schwarzportaligen silbernen Türmen, je begleitet von einem silbernen Schildchen, darin ein rotes durchgehendes Balkenkreuz, flankierten und von einem silbernen Wimperg bekrönten Spitzbogenportal, von einem wachsenden gezinnten rotbedachten und goldbeknauften silbernen Mittelturm mit zentralem, goldenem, sechszackigem Stern überragt, ein sitzender golden nimbierter Heiliger in rotem Gewand und goldenem Untergewand mit goldenem Schlüssel mit innengewandtem Bart in der Rechten sowie goldenem Kreuzstab in der Linken, an beiden Flankentürmen je ein außen angesetzter halber, mit jeweils vier Zinnen und einem rotbedachten, silbernen Gebäude besetzter flacher Mauerbogen zum Schildrand.“ | |
| Wappenbegründung: Türme und Mauer repräsentieren die mittelalterliche Stadtbefestigung und die Wehrhaftigkeit Montabaurs, der Heilige stellt Simon Petrus dar, und die Wappenschildchen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit der Stadt zu Kurtrier bis 1803. Das Wappen wurde 1906 genehmigt und geht auf ein Stadtsiegel aus dem Jahre 1300 zurück. |
Montabaur unterhält Partnerschaften zur französischen Stadt Tonnerre, zur britischen Stadt Brackley, zur deutschen Stadt Sebnitz und zur ukrainischen Stadt Trostjanez. Außerdem ist das US-amerikanische Fredericksburg Partnerstadt der Verbandsgemeinde Montabaur.
Die CDU dominiert bei Wahlen in Montabaur seit 1990. Allein bei der Bundestagswahl 2021 wurde die SPD sehr knapp stärkste Kraft. Die FDP schneidet im Vergleich zu Landes- und Bundesdurchschnitt oft überdurchschnittlich stark ab. Bei der Bundestagswahl 2009 konnte sie sogar den zweiten Platz belegen.
Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.
| Ergebnisse im Detail | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. |


Montabaurs Altstadt zeichnet sich durch den neugotischen Rathausbau Roter Löwe, durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die große spätgotische katholische Pfarrkirche aus. Die mittelalterliche Stadtmauer ist in Resten erhalten, darunter auch der so genannte Wolfsturm.
Der historische Wolfsturm steht den Einwohnern der Stadt Montabaur zur Verfügung und kann für eigene Zwecke gemietet werden.
Die Stadthalle ist für verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Konzerte, Theater und Events geeignet.
Nach dem zweiten großen Stadtbrand in Montabaur, der 1534 die Stadt mit Ausnahme der Burg und massiver Teile der Kirche fast völlig zerstört hatte, wurde das Rathaus am Großen Markt in den Jahren 1536 bis 1542 wieder aufgebaut. Bis 1802 war es Versammlungs- und Tagungsort des Stadtgerichts, des Stadtrates und der Bürgerschaft wie auch Veranstaltungsort für Feste. Um 1860 wurde dieses Gebäude abgerissen und an seiner Stelle von 1866 bis 1868 das heutige Rathaus in neugotischem Stil errichtet. Architekt war der nassauische Hochbaumeister Adam Mäurer. Die Bezeichnung „Roter Löwe“ für das Haus, entstand angeblich in der Zeit, als die Gerichtsverhandlungen im Rathaus unter dem Standbild eines roten Löwen abgehalten wurden.
In nordöstlicher Richtung gegenüber vom Rathaus steht an der Stelle eines früheren Brunnens seit 1989 der Marktbrunnen. Er ist ein Werk des Bildhauers Hans-Bernhard Olleck aus Niederfischbach in Zusammenarbeit mit Bell Natursteinhandel in Selters. Die Bildmotive zeigen die ehemaligen 13 Stadttore und Symbole der 13 mittelalterlichen Gilden. Die Zahlen nennen Daten der Stadtgeschichte, unter anderem 1291, das Jahr der Verleihung der Stadtrechte, darunter ein Bild des Rathauses. Am Rand des Brunnenbeckens sind die Wappen der Stadt und der Stadtteile eingearbeitet.
Hans-Bernhard Olleck schuf auch das 2013 errichtete Mahnmal am Rathaus zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger von Montabaur. Zur Wahl des Standortes sagte Stadtbürgermeister Klaus Mies zu Beginn der Einweihungsfeier am 10. November 2013: „Die in Montabaur lebenden Juden wurden vor das Rathaus getrieben und von hier aus in das Sammellager Kirchähr gebracht.“
Das Mahnmal besteht aus drei unterschiedlich hohen, sechseckigen Stelen aus Weidenhahner Trachyt auf einem flachen Sockel; 42, 105 und 170 Zentimeter hoch. Die beiden größeren Stelen haben abgeschrägte Schnittflächen, auf denen jeweils ein Davidsstern aus Bronze mit der Inschrift „seligen Angedenkens“ in Hebräisch angebracht ist. An der größten Stele ist eine Bronzetafel mit den Namen der 25 jüdischen NS-Opfer angebracht. Die kleinste Stele ist oben waagrecht, um darauf Kerzen oder Blumen abstellen zu können.
Das Schloss Montabaur, bis 1945 Sitz des Landratsamtes des Unterwesterwaldkreises, dann Sitz der Bezirksregierung Montabaur, ist heute im Besitz der Akademie Deutscher Genossenschaften, die es als Tagungshotel und Schulungszentrum der Raiffeisen- und Volksbanken ausgebaut hat. Es liegt gut sichtbar in der Mitte der Stadt auf dem Schlossberg (321 m ü. NN).


Seit 2008 hat die Integrierte Leitstelle Montabaur ihren Sitz am Ort. Sie wird von der ebenfalls dort ansässigen DRK Rettungsdienst Rhein-Lahn Westerwald gGmbH betrieben und betreut die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald.
Im 18. und 19. Jahrhundert war Montabaur für die Schuhmacherei bekannt, weshalb die Bürger auch viele Jahrzehnte später mitunter scherzhaft „Schuster“ genannt werden. In den Jahren 1864 bis 1866 waren 66 Schuhmacher in Montabaur aktiv, die ihre Schuhe und Stiefel in der Umgebung bis in den Westerwald verkauften. Danach ging die Zahl zurück, und 1898 waren es nur noch neun. An die große Zeit der Schuhmacherhandwerks in Montabaur erinnert seit Juni 1985 die Skulptur des Schusterjungen von Ernemann Sander an der Ecke eines Hauses auf dem Konrad-Adenauer-Platz, die viertelstündlich in Richtung des gegenüberliegenden Rathauses „den Vogel zeigt“.
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