August Ludwig Lua (* 31. Juli 1819 in Groß Neuendorf; † 28. September 1876 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Lied- und Bühnenautor.
August Ludwig Lua war der Sohn eines Büdners und Schlächters in Groß Neuendorf in der Gemeinde Letschin in Brandenburg.
In Berlin besuchte er die Präparandenanstalt, um sich als Volksschullehrer ausbilden zu lassen. 1839 wechselte Lua an das Berliner Seminar für Stadtschulen und wurde nach der Entlassungsprüfung zu Ostern 1842 für anstellungsfähig erklärt.
1846 gehörte er dem von Adolph Diesterweg, zu dessen Schülern Lua gehörte, geleiteten Jüngeren Berlinischen Lehrerverein an, wo er den Vortrag Über die gegenwärtigen Verhältnisse des Vereines hielt. Mindestens bis 1855 hat Lua vermutlich an Privatschulen unterrichtet. Als Pädagoge war er der Lehre Johann Heinrich Pestalozzis verpflichtet.
1840 veröffentlichte August Ludwig Lua erstmals eigene Gedichte, die auch ins Französische übersetzt wurden und vor allem durch Vertonungen populär wurden. Komponisten wie Louis Spohr, Giacomo Meyerbeer, Carl Loewe, Siegfried Saloman, Otto Nicolai sowie die Danziger Komponisten Friedrich Wilhelm Markull und Georg Haupt vertonten seine Lyrik. Seinerseits gab Lua 1845 unter dem Titel Sängergruß Lieder heraus, die vor allem für den Schulgebrauch gedacht waren.
Auch im dramatischen Fach blieb Lua die Anerkennung nicht versagt. Am 1. Juli 1849 führte das Berliner Concordia-Theater seine Tragödie Lorenzo, am 22. Dezember desselben Jahres die Posse Ein Heirathsgesuch auf.
1848 gab August Ludwig Lua die Zeitschrift Der Säemann. Eine Volksschrift zur Belehrung und Unterhaltung heraus, bemühte sich allerdings vergebens, sie in eine Deutsche Volks-Zeitung für Stadt und Land umzuwandeln und das Blatt ging ein. Für eine volkstümliche Buchreihe unter dem Titel Lesegarten gewann Lua namhafte Autoren wie Friedrich von Raumer, August Boeckh und Karl Ludwig Michelet. Daneben schrieb er für Tageszeitungen und war zeitweise Redakteur der Altpreußischen und der Elbinger Zeitung.
In den 1850er-Jahren verließ August Ludwig Lua Berlin und reiste durch Norddeutschland. In Lübeck hielt man ihn infolge einer Verwechslung für einen politischen Agenten; nach einem Verhör durch den Kriminal-Aktuar Friedrich Christian Avé-Lallemant kam er vorübergehend in Haft. Später hielt sich Lua im dänischen Altona auf. Sein Drama Der Bürgerssohn von Valencia, das er in Privatzirkeln rezitierte, wurde im Sommer 1857 am Hamburger Stadttheater aufgeführt.
1860 ging Lua nach Danzig, wo er für einige Jahre die Redaktion der Zeitschrift Danziger Dampfboot übernahm. Dessen Gründer Wilhelm Schumacher widmete er später eine Biographie. In dieser Zeitschrift erschienen auch mehrere Erzählungen aus Feder. Während seiner Redakteurstätigkeit wurde 1868 in Danzig Luas Theaterstück Ein Schwur aufgeführt. Das 1873 in Danzig aufgeführte Drama Thomasine wurde allerdings im Dampfboot verrissen. In Danzig trat Lua verschiedentlich mit Vorträgen über William Shakespeare und Festgedichten zu königlichen Geburtstagsfeiern auf.
1872 kehrte Lua wieder nach Berlin zurück. Am 1. Februar 1876 hielt er dort vor dem Frauenverein für Belehrung und Unterhaltung einen Vortrag über Goethes Faust, der mit Liedvorträgen begleitet wurde.
Im Herbst dieses Jahres erlag Lua einem Schlaganfall und starb am 28. September 1876 im St. Hedwig-Krankenhaus. Am 2. Oktober wurde er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lua, August Ludwig |
| ALTERNATIVNAMEN | Lua, August |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Lehrer und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 31. Juli 1819 |
| GEBURTSORT | Groß Neuendorf |
| STERBEDATUM | 28. September 1876 |
| STERBEORT | Berlin |