Axel Arndt (* 9. März1941 in Berlin; † 4. Februar1998 in Waiblingen) war ein deutscher Zeichner, Maler und Bildhauer des magischen Realismus. Die Aussage des Regisseurs Norbert Beilharz: „Axel Arndt ist ein Buchhalter der Apokalypse“ bezieht sich auf seine monumentalen dystopischen Landschafts-Szenarios. Er beschäftigte sich in seinem gesamten Künstlerleben immer wieder mit seiner Geburtsstadt Berlin.
Leben
Axel Arndt wurde am 9. März 1941 in Berlin geboren und wuchs im Wrangelkiez im Stadtteil Kreuzberg auf. Schon als Zwölfjähriger zeichnete er leidenschaftlich. Im Alter von 15 Jahren meldete er sich vom Gymnasium ab und begann eine Lehre als Offsetdrucker. 1959 zog er nach Stuttgart, wo er als Drucker arbeitete und sich autodidaktisch im Zeichnen und Malen weiter ausbildete. Von 1962 bis 1963 studierte er an der Freien Kunstschule Stuttgart bei Gerd Neisser und von 1963 bis 1965 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Heinz Trökes. Danach folgte er Heinz Trökes nach Berlin an die Hochschule der Bildenden Künste Berlin. Von 1967 bis 1968 lebte und arbeitete er zuerst in Durango/Colorado und dann in Aspen/Colorado. Bei seinem USA-Aufenthalt entstanden wichtige Werke. 1969 zog er nach Korb bei Waiblingen im Großraum Stuttgart. Dort behielt er seinen Wohnsitz – ab 1986 im eigenen Haus – lebenslang. Nach dem Erhalt des Villa Massimo-Preises war er 1973–1974 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Weitere wichtige Schaffensorte waren ein 1978 eingerichtetes Atelier in seinem Geburtshaus in Berlin-Kreuzberg, Schlatt AI/Schweiz (im Hof von Jakob Manser), Puyvert bei Lourmarin im Luberon/Frankreich und Heilbronn, bedingt durch eine langjährige Freundschaft zur Familie Bruckmann. In den Städtischen Museen Heilbronn fanden auch bedeutende Einzelausstellungen seiner Werke statt. 1975 erhielt er einen Lehrauftrag an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim. Axel Arndt hat eine Tochter, die 1965 geboren wurde.
Er starb am 4. Februar 1998 in Waiblingen und wurde auf dem Friedhof in Korb beigesetzt.
Werke (Auswahl)
Signatur von Axel Arndt
Strange Coast 1963–1969 – WV G53
Küstenlandschaft 1964
Ibiza 1964
Verbrannter Felsen 1965 – WV G14
Griechisches Monument 1965 – WV G19
Einsamkeit 1965 – WV G22
Gestalten am Meer 1965 – WV G23
Einsame Gestalt 1965
Hafenstadt 1966 – WV G27
Stadt am Hang 1967 – WV G30
Stadt am Kanal 1967 – WV G34
Computer Memorial II 1968 – WV G45
Acid-Tank 1968
Rote Stadt 1970 – WV G56
Atlantis 1971 – WV G63
Die Straße zum Hause Usher 1974 – WV G86
Monument der Technik 1974 – WV G97
Die Taborkirche in Kreuzberg 1983 – WV G146 – 40,1 × 34,0 cm
Winternacht, Berlin 1983 – WV G148 – 35,5 × 27,0 cm
Haus in Kreuzberg 1984 – WV G149 – 32,0 × 39,0 cm
Heilbronn 1981 – WV G134 – 45,5 × 53,5 (Heilbronn, Städtische Museen der Stadt Heilbronn), 1981; Öl auf Leinwand
2 Zyklen Berlin-Gemälde 1984-87
Monument mit Vollmond 1988
Kafkas Haus in Berlin 1992 – 37,0 × 73,0 × 47,0 cm – Skulpturenobjekt
1982 – „Künstler aus Baden-Württemberg arbeiten in Rom – Deutsche Akademie Villa Massimo 1957–1982“, Vertretung des Landes Baden-Württemberg, Bonn / Städtische Museen Heilbronn
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis der Gemälde von Axel Arndt wurde von Dagmar Bruckmann von WV G235 bis WV G255 (Arndts letztem vollendeten Gemälde) fortgeführt. Diese Gemälde sind dokumentiert im Ausstellungskatalog „Axel Arndt, 1941–1998, Monumente und Bilder der letzten Jahre“ (Kreissparkasse Heilbronn in Zusammenarbeit mit den Städtischen Museen Heilbronn, 2001). Das von Dagmar Bruckmann erarbeitete Werkverzeichnis G1 bis G234, welches von G1 bis G71 auf der Erarbeitung von Dieter Hannemann im Jahr 1972 für den Ausstellungskatalog des Wilhelm-Lembruck Museums Duisburg basiert, ist in dem Ausstellungskatalog „Axel Arndt – Gemälde/Skulpturen 1963–94“ der Städtischen Museen Heilbronn von 1994 enthalten.
Zitate (Auswahl)
„Der Klang der Oberflächenverspannung, also die Distanz von einem Punkt zum anderen, müssen mit der illusionistischen Tiefenspannung, die durch Farbe und Perspektive entsteht, einen neuen Klang ergeben, dessen Harmonie eigene Qualitäten hat.“ Axel Arndt 1971 (Katalog Wilhelm Lehmbruck Museum)
„Meine Arbeit soll der schnellebigen oberflāchlichen Zeit widersprechen. Aus diesem Grunde habe ich eine der ältesten Techniken gewählt. Sie können das als einen konservativen Protest ansehen.“ Axel Arndt 1971 (Katalog Sammlung Wūrth 2011)
„Axel Arndt ist ein Buchhalter der Apokalypse“, Norbert Beilharz (Regisseur und Filmemacher)
Peter Härtling veröffentlichte 2000 in seinem Gedichtband „Ein Balkon aus Papier“ mehrere Gedichte und einen Nachtrag auf seinen Künstlerfreund Axel Arndt: „Mit Kinderhand Häuser malen. Da schaukelt ein Zimmer in der Luft und im Kanal treiben Fassaden. Berlin, sagt der Maler, es wächst sich mir aus: wo immer ich einziehe, bin ich schon gewesen. …“