| Bacteroidota | ||||||||||
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Bacteroides fragilis im Grampräparat | ||||||||||
| Systematik | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Bacteroidota | ||||||||||
| Krieg et al. 2021 |
Die Bacteroidota (früher Bacteroidetes) bilden einen eigenen Stamm (äquivalent: Abteilung, englisch division, lateinisch divisio, allgemein auch Phylum genannt) innerhalb der Domäne der Bakterien. In diesem Phylum findet sich eine breite Vielfalt von Stoffwechsel, Ökologie und Morphologie.
Der Gram-Test ist negativ. Die Zellen der meisten Arten sind stäbchenförmig und bilden keine Sporen. Es sind aerobe, also auf Sauerstoff angewiesene, wie auch anaerobe Vertreter vorhanden. Mehrere Arten, wie z. B. von der Klasse der Flavobakterien und Cytophagen, sind durch Gleitbewegungen motil (beweglich).
Innerhalb der Bacteroidota (Bacteroidetes) sind auch einige für Tiere und Menschen krankheitserregende (pathogene) Arten vorhanden. In der Familie Flavobacteriaceae sind u. a. einige Arten für Vögel pathogen. Capnocytophaga gehört zu der normalen Bakterienflora des Menschen, kann aber unter bestimmten Umständen auch pathogen wirken. Auch Bacteroides fragilis und Bacteroides thetaiotaomicron sind opportunistische Krankheitserreger des Menschen. Für Fische sind z. B. Arten von Cytophaga pathogen.
Die Abteilung Bacteroidota (synonym Bacteroidetes) enthält aufgrund von 16s-rRNA-Gensequenzen die Klassen Bacteroidia, Cytophagia, Flavobacteriia und Sphingobacteriia.
Die hier angegebene Systematik basiert mit Stand 15. August 2024 auf den folgenden Quellen:
Die GTDB versteht abweichend von LPSN und NCBI das Phylum Bacteroidota im weiteren Sinne, d. h. dem Umfang nach identisch mit der Bacteroidota–Chlorobiota-Gruppe (Bacteroidetes–Chlorobi); die in dieser Klade enthaltenen Phyla (entsprechend LPSN/NCBI) beinhalten (bis auf Bacteroidota selbst) jeweils nur eine einzige Klasse und sind in der GTDB auf diese Rangstufe herabgestuft.
Man beachte, dass unterschiedliche Taxa teilweise sehr ähnliche Namen haben, etwa ‚-bacteria‘ versus ‚-bacteriia‘, das doppelte ‚i‘ drückt im Allgemeinen eine Ähnlichkeit (sensu lato oder Schwestertaxon) aus. Die Systematik im Einzelnen:
Phylum Bacteroidota Krieg et al. 2021 (L,N), mit Synonymen Bacteroidetes Krieg et al. 2012 (L,N), „Sphingobacteria“ Cavalier-Smith 2002 (L)
Verschoben in ein eigenes Phylum:
Phylum Rhodothermota Munoz et al. 2021
Verschoben in bestehendes Phylum:
Phylum Pseudomonadota Garrity et al. 2021 (L)
Unsichere Mitglieder:
Es sind aerobe (auf Sauerstoff angewiesene) wie auch anaerobe Vertreter vorhanden. Einige sind pathogen. Zu den anaeroben Bacteroidetes zählt z. B. die Gattung Bacteroides, die im menschlichen Darm die mit 1011 Zellen pro Gramm häufigsten Bakterien sind. Die Klasse der Flavobacteriia enthält einige Kommensalen und opportunistisch pathogene Bakterien. Die Arten sind in verschiedenen Habitaten zu finden, z. B. im Boden, Süßwasser und Meerwasser, innerhalb von verschiedenen Arten von Fischen, Amphibien, Insekten, Weichtieren, Krebstieren und in Pflanzen. Arten von Blattabacterium (Familie Blattabacteriaceae) wurden in Termiten und Schaben gefunden. Auch die Mitglieder der Klasse Sphingobacteria besiedeln ein breites Spektrum von Habitaten, so z. B. Böden, Grund-, Frisch- und Meerwasser. Auch einige psychrophile (kälteliebende) Arten sind vorhanden, wie z. B. Flavobacterium psychrophilum und Psychroflexus. Beide Gattungen zählen zu der Familie Flavobacteriaceae.