Der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris), auch Gewürzbeifuß oder Gewöhnlicher Beifuß, kurz auch Beifuß, genannt, ist eine Pflanzenart aus der GattungArtemisia in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen, Band 3, 1898Detailaufnahme von BeifußblätternBeifuß im HerbstGesamtblütenstand mit mehreren Körben, welche jeweils zahlreiche gelbliche Röhrenblüten enthalten.
Die ausdauerndekrautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 60Zentimeter bis zu 2Meter. Die meist aufrechten Stängel sind höchstens spärlich behaart. Die fiederteiligen Laubblätter sind derb, meist 2,5 bis 5(selten bis zu 10)Zentimeter lang und 2 bis 3Zentimeter breit. Die Blattoberseite ist grün, die Unterseite weißfilzig.
In endständigen, rispigenBlütenständen stehen viele körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die unscheinbaren, weißlich-grauen, gelblichen oder rotbraunen Blütenkörbchen weisen eine Höhe von 2,5 bis 3,8Millimeter und einen Durchmesser von 2 bis 3Millimeter auf. Die Blütenkörbchen enthalten nur fertile, radiärsymmetrischeRöhrenblüten, außen sieben bis zehn weibliche und innen (selten fünf bis) acht bis 20zwittrige. Die eiförmigen Hüllblätter sind filzig behaart. Die gelblichen bis rötlich-braunen Röhrenblüten sind 1 bis 3Millimeter lang.
Die glatten, dunkelbraunen bis schwarzen, ellipsoiden Achänen sind 0,5 bis 1Millimeter lang und 0,1 bis 0,3Millimeter breit.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Die Fruchtreife beginnt ab September.
Die Blätter des hochgiftigen Blauen Eisenhuts weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf. Im Gegensatz zu den Beifußblättern sind sie an der Unterseite allerdings nicht weißfilzig. Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) ähnelt ebenfalls dem Beifuß. Der sehr ähnliche Verlotsche Beifuß riecht eher kampferartig und blüht erst ab September/Oktober.
Ökologie
Der Beifuß ist ein ausdauernder, kurzlebiger Hemikryptophyt, er wurzelt 60 bis 155mm tief.
Die Blüten unterliegen der Windbestäubung, die Pollenfreisetzung erfolgt morgens zwischen 6 und 11Uhr; er blüht schon im ersten Lebensjahr.
Die Früchte sind nur 1,5Millimeter lange und 0,1mg schwere, kahle Achänen ohne Pappus, ihre Hüllblätter bilden eine Kapsel, die sich bei Trockenheit öffnet und durch den Wind ausgestreut wird. Daneben erfolgt eine Bearbeitungsausbreitung z.B. durch Kleinvögel. Die ganze Pflanze kann pro Jahr bis zu 500.000 Früchte produzieren. Die Samen sind langlebige Lichtkeimer.
Der blühende Beifuß ist ein bedeutender Auslöser für Heuschnupfen.
Die Pflanze dient zahlreichen mehr oder weniger spezialisierten Insektenarten als Nahrung. Darunter befinden sich der Gefleckte Langrüssler (Cyphocleonus dealbatus), der Wermut-Zahnrüssler (Baris artemisiae) und der Beifuß-Mönch (Cucullia absinthii).
Auf stark mit potenziell toxischen Elementen belasteten Auenböden zeigte A. vulgaris in einem zweijährigen Topfexperiment eine besonders hohe Aufnahme von Zink und Cadmium und verhielt sich wie ein Hyperakkumulator, wobei auch Kupfer und Nickel in erhöhten Mengen aufgenommen wurden. Für Cadmium wurde modelliert, dass eine Halbierung der Bodenkonzentration theoretisch bereits nach etwa acht Ernten von A. vulgaris erreichbar wäre, was die Art für Phytoextraktionskonzepte interessant macht.
Vorkommen
Artemisia vulgaris kommt vermutlich wild in Europa, den gemäßigten Gebieten Asiens und in Nordafrika vor. In Nordamerika und Grönland ist Artemisia vulgaris ein Neophyt. Nach POWO kam die Art ursprünglich in fast allen Ländern Eurasiens und dazu in Algerien und Tunesien vor.
Der Beifuß ist ein typisches „Hackfrucht-Unkraut“ und verbreitete sich vermutlich zusammen mit dem neolithischen Ackerbau. In Mitteleuropa findet er sich seit der Bandkeramik. Die ursprüngliche Verbreitung des Beifußes ist heute nicht mehr zu bestimmen, nachdem er durch den Menschen über fast alle nördlichen Gebiete der Erde verbreitet wurde.
Der Beifuß ist in allen Bundesländern Österreichs und Deutschlands häufig anzutreffen. In den Allgäuer Alpen steigt er auf der Haldenwanger Alpe beim Geißhorn in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1650 Metern auf.
Auf nährstoffreichen Böden, vor allem Ruderalfluren kommt der Beifuß wild vor. Artemisia vulgaris ist eine Charakterart der Klasse Artemisietea. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landoltet al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Vom Beifuß gibt es eine europäische (Artemisia vulgaris var. vulgaris) und eine asiatische Varietät (Artemisia vulgaris var. indica), die sich in der Zusammensetzung des ätherischen Öls unterscheiden. Die Zusammensetzung variiert jedoch auch schon lokal stark.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Kraut des Beifußes sind die Sesquiterpenlactone, die für den bitteren Geschmack verantwortlich sind, und bis zu 0,2% komplex zusammengesetztes ätherisches Öl. Der Beifuß enthält folgende Stoffklassen/Stoffe:
Aus einem chloroformischen Extrakt wurden die Sesquiterpenlactone Yomogin und 1,2,3,4-Diepoxy-11(13)-eudesmen-12,8-olid isoliert. HPLC/UV/DAD-Analysen hydroalkoholischer Extrakte belegten darüber hinaus hohe Anteile des Flavonoids Rutin sowie einen hohen Gehalt an Kaffeesäurederivaten.
Nutzung
Die Erntezeit reicht von Juli bis Oktober. Solange die Blütenkörbchen noch geschlossen sind, schneidet man die oberen Triebspitzen ab. Sobald die Blüten sich öffnen, werden die Blätter bitter und eignen sich nicht mehr zum Würzen. Die Erntezeit für die Wurzel ist der Spätherbst.
Beifuß wird auch phytotherapeutisch eingesetzt. Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt. Die Droge nennt man Artemisiae herba oder Herba Artemisiae, es sind die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Stängelspitzen mit den Blütenkörbchen. In der traditionellen chinesischen Medizin findet er Verwendung in der Moxa-Therapie.
In einem Mausmodell zeigte ein wässrig-methanolischer Extrakt der oberirdischen Teile einen deutlichen hepatoprotektiven Effekt gegen D-Galactosamin/LPS-induzierte Hepatitis, belegt durch signifikant reduzierte ALT/AST-Werte und verbesserte Leberhistologie. Hydroalkoholische Extrakte erzielten in der Essigsäure-Writhing-Methode eine signifikante periphere antinozizeptive Wirkung, ohne die Leistung im Hot-Plate-Test oder die Motorik zu beeinträchtigen; analytisch wurden dabei u. a. Rutin und Kaffeesäurederivate als prägende Komponenten nachgewiesen. Pharmakologisch zeigten chloroformische und methanolische Extrakte eine spezifische, kompetitive Antagonisierung von Histamin-H1-Rezeptoren an Meerschweinchen-Ileum und -Trachea; das isolierte Sesquiterpenlacton Yomogin trug maßgeblich zu diesem Effekt bei, was einen möglichen Erklärungsansatz für traditionelle Anwendungen bei Asthma und Darmkrämpfen liefert. Aufgrund ihrer hohen Aufnahme von Zink und Cadmium auf belasteten Standorten wird die Art als Kandidatin für Phytoextraktion diskutiert; dabei ist ein sachgerechter Umgang mit der kontaminierten Biomasse, etwa über kontrollierte energetische Verwertung, zu berücksichtigen.
Name
Der deutsche Name Beifuß (älter auch Beyfuß; althochdeutsch pīpōʒ, bībōʒ; mittelhochdeutsch bībuoʒ, bībōz) wird von dem althochdeutschen Verb bōʒen „stoßen, schlagen“ abgeleitet. Der Zusammenhang ist unklar, gegebenenfalls besteht er darin, dass die Blätter zur Verwendung gestoßen wurden oder aufgrund der ihnen nachgesagten abstoßenden (apotropäischen) Wirkung auf sogenannte dunkle Mächte. Verwandt ist auch Amboss.
Die volksetymologische Umdeutung zu Fuß (sichtbar bereits an der mittelhochdeutschen Nebenform bīvuoʒ) steht in Zusammenhang mit einem Aberglauben, wonach Beifuß beim Laufen Ausdauer und Geschwindigkeit verleihen würde, wie bereits Plinius berichtete.
Trivialnamen
Weitere deutschsprachige Trivialnamen sind Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Wilder Wermut oder Wisch. Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die folgenden weiteren Trivialnamen verwandt: Beifess (Siebenbürgen), Beipes (Erzgebirge), Beiposs (mittelhochdeutsch), Beiras (mittelhochdeutsch), Beivoss, Beiweich (mittelhochdeutsch), Biboess (mittelhochdeutsch), Bibot (Altmark), Biboz, Bibs (Inselsberg), Bibus (mittelhochdeutsch), Biefes (Eifel, Altenahr), Bifaut (Pommern), Bifood (Holstein), Bifoss (mittelniederdeutsch), Bifot (Pommern, Mecklenburg), Bigfood (Holstein), Bivoet, Bivuz (mittelhochdeutsch), Biwes (Ruhla), Bletechan (mittelhochdeutsch), Buchen (mittelhochdeutsch), Buck, Buckela (Bern), Bucken, Budschen, Bugel (mittelhochdeutsch), Bugga (mittelhochdeutsch), Bugge (mittelhochdeutsch), Buggel (mittelhochdeutsch), Buggila (mittelhochdeutsch), Bybot (mittelniederdeutsch), Byfas (mittelniederdeutsch), Byfass (mittelniederdeutsch), Byfoss (mittelniederdeutsch), Byfus, Byssmolte (mittelhochdeutsch), Byvoet (mittelniederdeutsch), Bywt, Flegenkraut (Altmark), Gänsekraut (Schlesien), Gurtelkraut (mittelhochdeutsch), Hermalter (mittelhochdeutsch), Himmelker (mittelhochdeutsch, bereits um 1519 erwähnt), Himmelskehr, St. Johannisgürtel (Österreich, Schweiz), St. Johanniskraut (Vorarlberg), Jungfernkraut (Altmark), Männerkrieg, Magert (Bremen), Melcherstengel (Augsburg), Müggerk (Ostfriesland, Oldenburg), Muggart, Muggerk (Oldenburg), Muggert (Ostfriesland), Mugwurz, Muterkraut, Muzwut, Peifos, Peipoz, Pesenmalten (mittelhochdeutsch), Pesmalten, Pipoz (althochdeutsch), Puckel (mittelhochdeutsch), Puggel (mittelhochdeutsch), Gross Reinfarn (mittelhochdeutsch), Reynber (mittelhochdeutsch), Rotbuggele (Schweiz), Siosmelta (althochdeutsch), Schossmalten (Salzburg, Linz), Sonnenwendel, Sonnenwendgürtel, Sunbentgürtel, Sunibentgürtel (mittelhochdeutsch), Suniwendgürtel (mittelhochdeutsch), Sunnenwendelgürtel, Weiberkraut, Weibpass (mittelhochdeutsch), Wermet (Bern), Wermut (mittelhochdeutsch), Wipose (mittelhochdeutsch), Wisch (Eifel) und Wil Wurmbiok (Wangerooge).
Die ukrainische Bezeichnung von Beifuß ist Tschornobyl oder Tschornobylnyk (Чорнобиль, Чорнобильник), nach der eine dortige Stadt und das havarierte Atomkraftwerk benannt wurden.
Geschichte
Unklar bleibt zuweilen, welche Pflanzen-Arten in den Heilpflanzen-Büchern der antiken und mittelalterlichen Autoren mit den Namen „Artemisia“ (gelegentlich auch Arthemisia geschrieben), „Biboz“, „Peipoz“, „Peyfues“ (auch Byfuß und Beyfuß) und „Bucken“ bzw. (ostmitteldeutsch) Bukke gemeint waren. In Frage kommen neben Artemisia vulgaris in der Antike vor allem Artemisia campestris und Artemisia arborescens sowie Artemisia maritima. Durch Abbildung und Beschreibung wurde diesen Namen erst ab der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert die Pflanzen-Art Beifuß (Artemisia vulgaris) sicher zugeordnet.
Als „Mutter der Kräuter“ (mater herbarum) (Macer floridus 11. Jahrhundert) bzw. herbarum mater und später muter aller wuorze bezeichnet, galt der Beifuß als Hauptmittel zur Behandlung von Frauenkrankheiten. In zweiter Linie sollte er Verdauungsstörungen und Harnstauung heilen.
Beifuß sowie mit Beifuß gewürztes Bier galten im späten 18. Jahrhundert als der weiblichen Gesundheit in Bezug auf Fruchtbarkeit, Menstruation und Geburt förderlich. Auch sollte es bei Nieren- und Blasensteinen Heilung verschaffen.
Beifuß in Ritus und Mythologie
Nach Plinius sollten Wanderer, die „Artemisia“ bei sich tragen, auf der Reise nicht müde werden.
Das erste Kräuterbuch in deutscher Sprache, das in der ersten Hälfte des 12. Jh. geschriebene Prüller Kräuterbuch, beschrieb die rituelle Verwendung von Beifußkraut in der Geburtshilfe:
„Biboz … iſt dem wib zediu gŏt. da ſi da geniſit. bint irz uf den buch. ſi geniſet ſa zeſtunte. nim iz ab scire. daz daz ineider iht nahcge.“ („… Beifuß ist gut für die Frau, die sich von der Geburt erholt. Binde ihr Beifuß auf den Bauch und sie erholt sich schnell. Nimm es alsbald wieder weg, damit es keinen Vorfall von inneren Organen gebe.“)
Im Deutschen Macer (13.Jahrhundert) wurde zwischen einem Beifuß mit rotem Stiel und einem Beifuß mit weißem Stiel unterschieden. Die Blätter des rotstieligen Beifuß, nach unten abgestreift, sollten bei verspäteter Menstruation helfen, die des weißstieligen, nach oben abgestreift, bei zu lange dauernder Menstruation.
Besondere Beziehung sollte der Beifuß zur Sommer-Sonnenwende haben. Daher rühren seine Benennungen „Sunbent Gürtel“, „Sant Johans Kraut“ und „Himmelker“. Umgürtet mit einem Kranz aus Beifuß wurde das Johannisfeuer umtanzt. Dieser Kranz wurde anschließend „zusammen mit allen Anfeindungen“ ins Feuer geworfen.
Das Beifuß-Kraut wurde in früheren Zeiten in Mitteleuropa zur Sommer- und Wintersonnenwende (vor allem in den zwölf Rauhnächten) zusammen mit anderen getrocknetenen Kräutern zur Abwehr von bösen Geistern in Häusern und Ställen als Räuchermittel genutzt. Der Ursprung dieses Brauchtums liegt vermutlich in alten kultischen Handlungen der Germanen.
Der Beifuß ist das erste der neun Kräuter in dem altenglischen Text Nine Herbs Charm, Näheres siehe dort.
Beifuß galt im Mittelalter als sehr wirksames Mittel gegen und für Hexerei. Beigemischt war es Bestandteil vieler sogenannter magischer Rezepturen. Am Dachfirst mit den Spitzen nach unten geheftet, wehrt Beifuß angeblich Blitze ab und hält Seuchen fern. Ähnliches gilt für die Thorellensteine oder auch Narrenkohle genannt, die man dem Glauben nach am Johannestag an den Wurzeln der Pflanze findet.
Beifußwurzeln gegen Epilepsie
„Beyfůssz: oder Buck. … Die magi graben diße wurtzel vff S. Johanns abent / ſo die ſonn vndergadt / ſo finden ſye darbey ſchwartze köenlin an der wurtzelen hangen. Vnnd das dem alſo / hab ich ſelb geſehen / iſt ein ſonderlich geheymnuſſz was damit gehandlet würt. …“
– Otto Brunfels:Kräuterbuch. Straßburg 1532, S. 237.
„Diß erwürdig kraut Beifůß / oder Bucken / S. Johans kraut vnnd gurtel / iſt auch in die ſuperſtition vnnd zauberey kommen / alſo das etlich diß kraut / auff gewiſſen tag vnd ſtund graben wie Verbenam / ſůchen kolen vnd narren ſteyn darunder / für febres …“
– Hieronymus Bock:Kräuterbuch. Straßburg 1539, Teil I, Kapitel 113.
„Artemisia … Die Wurzel wird selten gebraucht, einige machen viel Weſens von den Beyfußkohlen, welche nichts anders sind, als die alten, abgestorbenen schwarzen Wurzeln davon, sie sollen ein zuverlässig Mittel wider die fallende Krankheit ſein, und im Sommer um Johannistag geſammelt werden. …“
Im 19. Jh. (1824 – ca. 1900) wurden Beifußwurzeln im deutschsprachigen Raum zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt.
Im Bundesanzeiger Nr. 122 vom 6. Juli 1988 veröffentlichte die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes eine (Negativ-)Monographie über Beifuß-Kraut und Beifuß-Wurzel. Darin wird eine therapeutische Anwendung nicht empfohlen.
Leila M. Shultz: Artemisia. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.):Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York / Oxford u.a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, Artemisia vulgaris, S.533 (englisch, online). (Abschnitt Beschreibung)
M. Qaiser: Flora of Pakistan 207: Asteraceae (1) – Anthemideae. University of Karachi u.a., Karachi u.a. 2002, S. 123, Artemisia vulgaris, online. (Abschnitt Beschreibung)
Anne Iburg (Hrsg.): Dumonts kleines Gewürzlexikon. Edition Dörfler im Nebel Verlag, Eggolsheim 2004, ISBN 3-89555-202-X.
Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute: Porträts, Rezepturen, Anwendung. Sonderausgabe der 1. Auflage von 2007, Urban & Fischer, München 2010, ISBN 978-3-437-57271-5.
Christoph Jänicke, Jörg Grünwald, Thomas Brendler: Handbuch Phytotherapie: Indikationen – Anwendungen – Wirksamkeit – Präparate. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2003, ISBN 3-8047-1950-3.
Einzelnachweise
123Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg:Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1, S.117–118.
123Vasileios Antoniadis, Sabry M. Shaheen, Hans-Joachim Stärk, Rainer Wennrich, Efi Levizou, Ines Merbach, Jörg Rinklebe:Phytoremediation potential of twelve wild plant species for toxic elements in a contaminated soil. In: Environment International. Band146, 1.Januar 2021, ISSN0160-4120, S.106233, doi:10.1016/j.envint.2020.106233.
↑Artemisiavulgarisim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 18. Februar 2018.
↑
Leila M. Shultz: Artemisia Linnaeus.Artemisia vulgaris. S. 533 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9.
↑Artemisia vulgaris. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science,abgerufen am 25.Mai 2026.
↑Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler:Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S.924.
↑Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
↑Artemisia vulgaris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.Abgerufen am 25. Mai 2026.
12Ursel Bühring:Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde Grundlagen – Anwendung – Therapie. Georg Thieme Verlag, 2014, ISBN 978-3-8304-7750-1, S.244 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
12Gaudencio M. Natividad, Kenneth J. Broadley, Benson Kariuki, Emma J. Kidd, William R. Ford, Claire Simons:Actions of Artemisia vulgaris extracts and isolated sesquiterpene lactones against receptors mediating contraction of guinea pig ileum and trachea. In: Journal of Ethnopharmacology. Band137, Nr.1, 1.September 2011, ISSN0378-8741, S.808–816, doi:10.1016/j.jep.2011.06.042.
12Júlia Movilla Pires, Fúlvio R. Mendes, Giuseppina Negri, Joaquim M. Duarte-Almeida, Elisaldo A. Carlini:Antinociceptive peripheral effect of Achillea millefolium L. and Artemisia vulgaris L.: both plants known popularly by brand names of analgesic drugs. In: Phytotherapy Research. Band23, Nr.2, 2009, ISSN1099-1573, S.212–219, doi:10.1002/ptr.2589 (wiley.com[abgerufen am 9.August 2025]).
↑Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 44–45 (online).
↑
Friedrich Staub, Ludwig Tobler: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Hrsg. von Albert Bachmann, Otto Gröger u.a., Frauenfeld 1881 ff., Band IV, S. 1091.
↑Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. 5 Bände, Leipzig, ab Band 3 Stuttgart/Wiesbaden, Band I, S. 436 f.
↑Vgl. etwa Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 159.
↑Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 69–70 (Artemisia – Von dem biboze).
↑Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 159.
↑Vgl. etwa Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg (Druck: Bonitas-Bauer), Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 801: „Beÿfuß Arthemisia“, in Oeconomia von 1579.
↑Galgant-Gewürz-Traktat (14. / 15. Jh.) Heidelberg Cpg 620, Rezeptsammlung – Nordbayern um 1450, Blatt 85v: Arthemisia puggel (Digitalisat). Zur komplizierten Entstehungs- und Überlieferungs-Geschichte des Galgant-Gewürz-Traktats siehe: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Band III, Sp. 476–479: Gundolf Keil: Henrik Harpestraeng. und Band VI, Sp. 988–990: William C. Crossgrove: Niederdeutscher Gewürztraktat.
↑Gabriel von Lebenstein. (14. / 15. Jh.) Edition Eis / Vermeer 1965, S. 62–63: Pejppos, Peyfues. --- München. Bayerische Staatsbibliothek, Clm 5905, Bl. 55r: Peyfucs wasser(Digitalisat)
↑Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 250.
↑Heinrich Marzell: Unsere Heilpflanzen: Ihre Geschichte und ihre Stellung in der Volkskunde. 2. Auflage. (unter dem Titel Geschichte und Volkskunde der deutschen Heilpflanzen), Stuttgart 1938, 283–288.
↑Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 159 (dort auch Matricaria minor, matricaria und muter aller crude).
↑Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 68–70 (Artemisia, Artemisia – Von dem biboze).
↑Der vollkommene Bierbrauer oder kurzer Unterricht alle Arten Bier zu brauen. Frankfurt und Leipzig 1784. Reprint-Verlag Leipzig, Leipzig 1990, ISBN 3-8262-0201-5, S.106–107.
↑Eine ähnliche volkstümliche Anwendung des Beifuß wurde im 13. Jh. im Deutschen Macer beschrieben: „[…] Swelch wip mit einem kinde arbeitet, sudet si den bibos mit wine oder mit bire unde nutzet das: si geniset an der stunt. Oder bindet man ir das gesotene crůt an ir rechte dich [= an ihren rechten Oberschenkel], si geniset zuhant. Man sal is zuhant als das kint geborn ist abe nemen. Sumet man icht, is ist engestlich.“ (Universitätsbibliothek Heidelberg. Cpg226, Elsass 1459-1469, Blatt 179v/E) 1485 übernahm der Gart der Gesundheit diese Ausführung aus dem Deutschen Macer: „[…] Welche frauwe mit eynem kinde gait ader in arbeyt lyt eines kindes sudet sye den byfuß mit wyn ader mit bier vnd den also drincket sie geneset zů hant. ader bindet man ir daz gesotteinnn krut an ir rechtes diech sie geneset zů hant. Man sal auch zů hant wan daz kint geborn wirt daz krut abenemen. sumet man sich des das brecht grossen schaden.“ (Digitalisat)
↑Vgl. auch Dieter Beckmann, Barbara Beckmann: Alraun, Beifuß und andere Hexenkräuter: Alltagswissen vergangener Zeiten. Frankfurt am Main / New York 1990.
↑
Anne Iburg (Hrsg.): Dumonts kleines Gewürzlexikon. S. 51–52.
↑Christoph Wilhelm Hufeland. Die Kräfte der Artemisia vulgaris gegen die Epilepsie. Journal der practischen Heilkunde. 1824 LVIII. Band (IV. Stück, April 1824, S. 78–88) (Digitalisat)
↑Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte für Ärzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 2. Hälfte 1830, S. 1360–1363: Artemisia vulgaris(Digitalisat)
↑N. Anke. Dekan der medicinischen Facultät in Moskau. Rad. Artemisiae vulgaris. Eine pharmakologische Abhandlung. In: Medicinische Zeitung Russlands. 13. Jg. (1856), S. 17–20 (Digitalisat), S. 25–29 (Digitalisat)
↑Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt am Main Band 5/1 (1974), S. 133–135: Artemisia(Digitalisat)