Benjamin Rinnert (* 1965 in Istanbul; † 2005) war ein deutscher Komponist, Musiker und Sänger der Berliner Rockband The Benjamins.
Benjamin Rinnert wurde 1965 in Istanbul geboren und lebte ab 1971 in West-Berlin. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Mechanikerlehre, studierte ab 1987 an der Hochschule der Künste Berlin im Hauptfach Schlagzeug (in den Nebenfächern unter anderem Tonsatz und Musikgeschichte) und schloss das Studium 1991 mit Note „sehr gut“ ab. Für das Jahr 1992 ist dokumentiert, dass er Mitglied der evangelischen Gemeinde in Schlachtensee war. 1993 absolvierte er ein Aufbaustudium am New Yorker Drummers Collective. Im Mai 1994 gründete er mit Andreas Peer Kähler das Kammerorchester Unter den Linden.
Im Sommer 2005 starb Rinnert. Das Theater Dortmund widmete ihm die jeweils letzten Aufführungen der Stücke fünfter sein und Ferdinand der Stier, beide inszeniert mit seinen Kompositionen.
Zwischen 1988 und 1995 trat Rinnert als Sänger und Schlagzeuger des Rock-Trios The Benjamins mehrfach in Berlin auf, u. a. im Quartier Latin, SO36, Quasimodo, Knaack-Klub und Franz-Club. Die Band spielte im Zuge des ersten internationalen Popkomm-Festival 1990 in Köln. Im Jahr 1988 gewann sie den Berliner Senatsrockwettbewerb und veröffentlichte 1991 das Album Chameleon Show beim Bochumer Label Sound Factory. Bei Konzerten setzte die Band zunächst auf mehrstimmigen Gesang und minimalistische Instrumentierung. Thomas Groß bezeichnet sie als „eine Art Art-School-Band, die das Akademische hinter sich lassen will“ und verglich ihren Stil mit Prefab Sprout und Steely Dan. Peter E. Müller sah in Chameolon Show eine Reverenz an Crosby, Stills and Nash. Laut Rinnert wurde Chameleon Show ohne Synthesizer produziert. Der FU-Professor Theodor Ebert notierte in seinem Tagebucheintrag vom 28. September 1992 anekdotisch, Rinnert und die Band seien kurz zuvor nach einem Konzert in Halle bei einem rechtsextremen Überfall geschlagen und ihr Equipment „zertrümmert“ worden. Aufmerksamkeit erregte die Band erneut mit einem Auftritt in siebenköpfiger „Idealbesetzung“ (so Der Tagesspiegel) im Franz-Club 1993 mit Rinnert als Front-Sänger und Gitarrist. Kurz darauf veröffentlichte die Band ihr zweites und letztes Album Shanghaimehome.
Ab 1994 wendete sich Rinnert Auftragskompositionen für Rundfunk, Bühne und Film zu. Erste Aufmerksamkeit erzielte das Musical Im Schatten der Hochbahn. In der Presse wurde 1997 Rinnerts Einkaufsoperette aufgrund der Bestplatzierung beim deutschlandweit ausgeschriebenen, ersten Berliner Opernpreis vielfach besprochen. In der Jury waren Deutsche Oper, Komische Oper und Neuköllner Oper vertreten; ihr gehörte neben anderen die Opernsängerin Catherine Gayer an. Für den Opernpreis waren ausschließlich Stücke unter 15 Minuten Spieldauer ohne elektronische Instrumente von Komponisten bis 35 Jahre zugelassen. Jürgen Otten hob die kompositorische Fertigkeit Rinnerts hervor und Kevin Clarke kürte Rinnerts Operette zum „Hit des Abends“. (Neben Rinnert wurde gleichrangig auch der Komponist René Arnold ausgezeichnet.) Im Jahr 1998 komponierte Rinnert erstmals Filmmusik für einen Kinofilm, Rudolf Thomes schwarze Komödie Just Married. Von 1996 bis 2001 pflegte Rinnert eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Hörspielregisseur Joachim Staritz. Viele der daraus entstandenen Rundfunk-Sendungen und Hörbücher wurden von der Fachpresse mit Preisen ausgezeichnet (siehe Abschnitt Auszeichnungen). Von 1997 bis zu seinem Tod 2005 komponierte Rinnert vielfach für Theaterproduktionen des Kinder- und Jugendtheater Dortmund, sowie für das Junge Nationaltheater Mannheim (Schnawwl).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rinnert, Benjamin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist, Musiker und Sänger |
| GEBURTSDATUM | 1965 |
| GEBURTSORT | Istanbul |
| STERBEDATUM | 2005 |