| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 51′ N, 9° 45′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Ravensburg | |
| Höhe: | 606 m ü. NHN | |
| Fläche: | 23,17 km² | |
| Einwohner: | 3176 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88368 | |
| Vorwahl: | 07527 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RV, SLG, ÜB, WG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 36 014 | |
| LOCODE: | DE B2R | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Ravensburger Straße 20 88368 Bergatreute | |
| Website: | www.bergatreute.de | |
| Bürgermeister: | Helmfried Schäfer | |
| Lage der Gemeinde Bergatreute im Landkreis Ravensburg | ||
Bergatreute ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.
Bergatreute liegt in Oberschwaben, am Ostrand des Altdorfer Walds auf einer Höhe von 505 bis 660 m ü. NHN in unmittelbarer Nähe der Heilbäder Bad Waldsee und Bad Wurzach. Die Kreisstadt Ravensburg liegt rund 15 Kilometer (Luftlinie) südwestlich.
Neben dem Hauptort Bergatreute besteht die Gemeinde aus den Ortsteilen Bolanden, Gwigg und Witschwende sowie aus den Weilern Abetsweiler, Engenreute, Engetweiler, Furt, Gambach, Giesenweiler, Oberstocken, Tal und Unterstocken. Hinzu kommen die Einzelsiedlungen und Gehöfte Dobelmühle, Eckhäusle, Forst, Furtmühle, Giras, Klösterle, Löffelmühle, Mühlholz, Neuforst, Riedhof, Siegenwieden, Sommers und Talmühle.
Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Bergatreute (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Bad Waldsee, Wolfegg, Schlier, Baienfurt und Baindt.
Der Name Bergatreute lässt auf eine Besiedlung im ersten nachchristlichen Jahrtausend schließen. Der Name dürfte von einem Berengar heißenden Sippenoberhaupt herrühren, der in einer Rodung eine Siedlung gründete. Eine erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1147 als „Berngartruti“ benennt den Ort als Eigentum der Abtei Weingarten. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Schwaben. Seit 1268 gehörte das Dorf zur Landvogtei Schwaben, die 1486 an Vorderösterreich fiel. Größter Grundherr am Ort war die Abtei Weingarten.
Von 1268 bis 1805 bildete Bergatreute das siebte Amt der Landvogtei Schwaben mit Sitz in Altdorf. Der erste Ortsgeistliche, Hainricus Rector ecclesiae de Berngartruiti, wird 1275 erwähnt. Um 1500 wurde auf dem Kirchplatz erste Kirche im gotischen Stil erbaut. Das Gefecht bei Gaisbeuren des Bauernkrieges (1525) und der Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) hinterließen ihre Spuren. 1634 dezimierte die Pest die Bevölkerung Bergatreutes bis auf zwanzig Personen im Kernort. In der Folgezeit siedelten sich Familien aus der Schweiz, Südtirol und Österreich an.
Im Jahr 1686 gelangte das Gnadenbild Maria vom Blut nach Bergatreute, was zu einem stark zunehmenden Wallfahrerzustrom führte. Dies machte den Neubau einer größeren Kirche (1694–1697) notwendig, die heutige Barockkirche St. Philippus und Jakobus mit Zwiebelturm ist bis heute Ortsbildprägend. Bergatreute war ab dem 16. Jahrhundert auch eine wichtige Post-, Übernachtungs- und Pferdewechselstation der Postlinie von Thurn und Taxis von Wien nach Paris.
Im Rahmen des Preßburger Friedens kam das Gebiet 1805 an Württemberg. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg wurde Bergatreute dem Oberamt Waldsee zugeordnet. Der Oberamt Waldsee gehörte der Ort durchgehend bis 1806 bis 1934, danach Kreis Waldsee von 1934 bis 1938 umbenannt, an. Mit der größeren Kreisreform von 1938 kam Bergatreute zum Landkreis Ravensburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Teil der französischen Besatzungszone und erfuhr somit die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1900 | ca. 900 |
| 1939 | 1404 |
| 1950 | 1628 |
| 1970 | ca. 2200 |
| 1991 | 2681 |
| 1995 | 2876 |
| 2005 | 3186 |
| 2010 | 3145 |
| 2015 | 3108 |
| 2020 | 3197 |
(Quelle unter)
Bergatreute ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Eine Pfarrkirche ist seit 1143 nachweisbar. Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Philippus und Jakobus in Bergatreute, die zur Seelsorgeeinheit Oberes Achtal gehört. Früher gehörte die Kirchengemeinde zum Dekanat Waldsee, das 2008 im Dekanat Allgäu-Oberschwaben der Diözese Rottenburg-Stuttgart aufging.
Ein wesentliches örtliches Fest der katholischen Kirchengemeinde ist das Fest "Maria vom Blute" am 2. Juli, das auf eine Tradition von über 300 Jahren zurückblicken kann.
Die evangelischen Christen in Bergatreute sind Mitglieder der Kirchengemeinde Alttann, die zum Kirchenbezirk Ravensburg der Württembergischen Landeskirche gehört.
Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl aus einer Einheitsliste gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern, zusätzlich ist der Bürgermeister im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung betrug 69,2 %.
| Blasonierung: „In Blau auf grünem Dreiberg drei goldene (gelbe) Ähren.“ | |
| Wappenbegründung: Für das Jahr 1923 ist ein Farbdruckstempel der Gemeinde belegt, der in einem Wappenschild mit der für die Zeit um 1820 charakteristischen Form einen mittels Schraffur als grün ausgewiesenen Hügel zeigt, aus dem vier Ähren wachsen. Dieses auf Anregung der Archivdirektion Stuttgart im Jahre 1938 in die jetzige Form gebrachte Wappen weist auf die hügelige Lage der Gemeinde sowie auf deren Ursprung, eine landwirtschaftliche Rodungssiedlung (Reute), hin. |
Bergatreute unterhält seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen zu der Gemeinde Leubnitz (Vogtland) in Sachsen.
Bergatreute liegt an folgenden touristischen Straßen und Wanderwegen:



Wahrzeichen und kunstgeschichtlich bedeutendstes Bauwerk von Bergatreute ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Philippus und Jacobus. Der Bau der barocken Kirche wurde 1730 vollendet, nachdem die vorherige Pfarrkirche für die Aufnahme der Wallfahrer zum wundertätigen Gnadenbild „Maria vom Blut“ nicht mehr ausreichte. Dieses Gnadenbild wird seit 1686 in Bergatreute gezeigt; es ist eine Kopie des Gnadenbilds von Re im Piemont.
Auf dem Gemeindegebiet stehen sechs römisch-katholische Kapellen, die auch als „Bergatreuter Kapellenkranz“ bekannt sind:
Weiterhin befindet sich in Bergatreute mit dem Gasthaus Adler ein Zeugnis des Postwesens in Oberschwaben. Ab 1530 verkehrte der vorderösterreichische Kurs von Innsbruck über Füssen, Bergatreute, Markdorf, Stockach, Neustadt (Schwarzwald), Freiburg, ins Elsass nach Ensisheim. Das Denkmal war zudem Sitz des vorderösterreichischen Regierungskollegiums.
Die örtliche Wirtschaft wird vor allem durch lokal tätige Unternehmen aus Landwirtschaft und Handwerk, Gastronomie sowie Automobilhandel und -reparatur geprägt. Im Ortsteil Bonlanden existierte seit dem 19. Jahrhundert bis 1975 eine Nudelfabrik, die eine Zeitlang Produktionsstätte von überregional bekannten "Gaggli-Eiernudeln" war.
Bergatreute liegt an der L 314 (Baienfurt–Bad Wurzach–Aitrach). Die Stadt ist mit einigen Buslinien unter anderem mit Bad Waldsee, Weingarten und Ravensburg verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund an.
Durch Bergatreute führt der Donau-Bodensee-Radweg. Er führt von Ulm zum Bodensee nach Kressbronn und verläuft dabei von Bad Waldsee nach Bergatreute und weiter über Wolfegg und Kißlegg nach Wangen im Allgäu.
In Bergatreute gibt es eine Gemeinschaftsschule und zwei Kindergärten, erstens den Kindergarten Mariä-Heimsuchung mit drei Regelgruppen und einer betreuten Spielgruppe ab dem zweiten Lebensjahr und den Kindergarten Wunderland mit zwei Regelgruppen. Beide Kindergärten werden von der katholischen Kirchengemeinde St. Philippus und Jakobus in Bergatreute geleitet. Neu ist die kommunale Großtagespflegestelle für Kleinkinder, in der bis zu 12 Kinder ab 1 Jahr von geschulten Tagesmüttern, teilweise mit pädagogischer Ausbildung betreut werden. Auch für die Berufsanfänger gibt es ein spezielles Angebot in der Gemeinde. Eine Berufseinstiegs- und Karrierebegleitung unterstützt bei der Berufsorientierung, bei allen anfallenden Formalitäten bei Bewerbungen und bei Problemen während der Ausbildung.
Die Gemeinde Bergatreute verfügt über sieben Spielplätze:
Bergatreute bietet diverse Sportanlagen für die Bevölkerung:
An der Waldgasse befindet sich eine Skateranlage.
Die Katholische öffentliche Bücherei St. Philippus und Jakobus in Bergatreute befindet sich in der Ravensburger Straße, zentral gelegen zwischen dem Pfarrgemeindehaus und dem Waldkindergarten Sonnenschein.
Die Freizeitanlage Bierkeller in Bergatreute wurde in den Jahren 1997/1998 zu einer umfassenden Freizeitanlage ausgebaut. Sie bietet unter anderem eine Grillstelle mit festem Bau, die auch bei Regenwetter nutzbar ist.
Der Sportverein Bergatreute bietet Freizeitaktivitäten im Bereich Fußball, Tischtennis und Breitensport. Ebenso gibt es den Tennisclub TC 99 Bergatreute e. V. sowie die Sportschützen- und Kyffhäuserkameradschaft.
Laut Daten des Marktstammdatenregisters vom 6. Juni 2025 verfügen die insgesamt 473 für Bergatreute gemeldeten Stromerzeugenden Anlagen über eine Gesamtnettoleistung von rund 6.166.082 kW.
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Östliche Route: Meckenbeuren | Tettnang | Gießenbrücke | Heiligenhof | Atlashofen | Hüttmannsberg | Gattnau | Arensweiler | Selmnau | Hattnau | Nonnenhorn
Westliche Route: Rammetshofen | Unterteuringen | Hepbach | Leimbach | Möggenweiler | Markdorf | Meersburg | Bodensee | Staad | Konstanz | Konstanzer Münster