Das Straßendorf Bergmoor liegt drei Kilometer nordwestlich von Diesdorf in der Altmark. Das Gebiet nördlich des Dorfes wird vom Graben Reddigauer Vorfluter zur Salzwedeler Dumme entwässert. Östlich liegt der etwa 108Meter hohe Schwabenberg. Das Dorf liegt im Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf.
Bergmoor wurde erstmals im Jahre 1160 als Berchmere in einer Schenkung an das Kloster Diesdorf erwähnt. 1178 gehörten dem Kloster Hamersleben in Bermere 8 Hufen, 1242 heißt der Ort Beremere, 1254 gingen die Anteile des Klosters Hamersleben an minus berekmere an das Kloster Diesdorf. Wilhelm Zahn leitet daraus ab, dass es zu der Zeit noch zwei Dörfer, Klein und Groß Bergmoor gab. Im Jahre 1375 gehörte Berkmer dem Landbuch der Mark Brandenburg zufolge dem Kloster Diesdorf. 1458 war das Dorf möglicherweise schon wüst, 1585 war vom Berckmor die Rede.
1776 wurde das Kolonistendorf Berckmohr angelegt. 1804 heiß es Kolonie Bergmoor oder Berkemore. 1872 gab es eine Ziegelei im Dorf.
Wilhelm Zahn berichtete 1909: 500 Meter westlich des Dorfes Schadewohl am Weg zum jetzigen Dorf Bergmoor liegen die Bergmoorstücken. Hier hat eins der beiden Bergmoor, wahrscheinlich das kleinere, gelegen.
Auf dem Schwabenberg wurde im Jahr 1971 von den sowjetischen Streitkräften ein 71 Meter hoher Aufklärungsturm errichtet, im Volksmund „Café Moskau“ genannt. Er diente der Aufklärung des UKW-Funks, des Flugfunks der NATO sowie der Funk- und Satellitentelefone und ist 1998 gesprengt worden.
Am 1. Oktober 1936 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Bergmoor und Schadewohl im Landkreis Salzwedel zu einer Gemeinde mit dem Namen Schadewohl.
Der Ortsteil Bergmoor kam am 20. Juli 1950 durch den Zusammenschluss von Schadewohl und Dülseberg zu Schadeberg. Seit dem 1.November 1992 (Eingemeindung von Schadeberg in Diesdorf) gehört der Ortsteil Bergmoor zur Gemeinde Diesdorf.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1789
31
1798
28
1801
28
1818
37
1840
55
1864
60
Jahr
Einwohner
1871
75
1885
[00]69
1895
70
1900
[00]62
1905
66
1910
[00]66
Jahr
Einwohner
1925
70
2006
28
2015
[00]24
2018
[00]21
2020
[00]19
2021
[00]19
Jahr
Einwohner
2022
[00]21
2023
[0]22
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1925:
Religion
Die evangelischen Christen aus Bergmoor gehören zu Kirchengemeinde Diesdorf, die früher zur Pfarrei Diesdorf gehörte und die jetzt betreut wird vom Pfarrbereich Diesdorf im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Wilhelm Zahn:Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC614308966, S.140 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen& Constanze Gliege).
J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes:Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W.Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC1071081004, S.326, 14. Bergmoor (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
12Wilhelm Zahn:Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band43. Hendel, Halle a.S. 1909, S.11–12, Nr. 11, 12 (uni-jena.de).
↑Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.):Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1936, ZDB-ID3766-7, S.169.
↑Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 1950, S.278, Abs. 6 (PDF).
↑Anke Pelczarski:Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14.Januar 2023, DNB1047268213, S.17.
↑Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID551010-7, S.97 (genealogy.net [Volltext und Scan]).