| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 39′ N, 11° 23′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Altmarkkreis Salzwedel | |
| Höhe: | 31 m ü. NHN | |
| Fläche: | 272,84 km² | |
| Einwohner: | 6922 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 25 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 39624 | |
| Vorwahlen: | 039080, 039009, 039030, 039081, 039085 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SAW, GA, KLZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 81 240 | |
| LOCODE: | DE KLB | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schulstraße 11 39624 Kalbe/Milde | |
| Website: | www.stadt-kalbe-milde.de | |
| Bürgermeister: | Andreas Pietsch (parteilos) | |
| Lage der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel | ||
Kalbe (Milde) (bis 1951 Calbe an der Milde) ist eine Stadt und ein staatlich anerkannter Erholungsort im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Kalbe (Milde) liegt zentral in der Altmark am Fluss Milde etwa sechs Kilometer östlich der Bundesstraße 71.

Die Stadt ist in 16 Ortschaften (ehemalige Gemeinden) gegliedert. Zu ihnen gehören gleichnamige und andere Ortsteile mit Wohnplätzen.
Bereits am Ende der letzten Eiszeit hinterließen spätpaläolithische und mesolithische Jäger und Sammler zahlreiche Artefakte aus Stein, Knochen und Geweih im Moor von Kalbe.
Ausgehend von den Nennungen 1012/18 Calwa, Calwo, 1207 de Calue, 1453 Calve uppe der Milde wird der Ortsname abgeleitet vom urgermanischen Wort *kalwǭ, dem altsächsischen *kalwa und dem mittelniederdeutschen kalwe für „kahle Stelle“ oder vom mittelniederdeutschen kalewe für „Kahlheit“, motiviert durch die Lage des Ortes auf einer Talsandinsel in der Mildeniederung.
Zur Unterscheidung von Calbe (Saale) wird Kalbe seit 1951 mit einem „K“ geschrieben. Am 27. Oktober 1951 war die amtliche Schreibweise „Kalbe (Milde), Kreis Gardelegen“ festgelegt worden.
Erstmals wurde die Stadt Kalbe im Jahr 983 urkundlich als urbe, quae Calwo erwähnt. In der Chronik des Bischofs und Geschichtsschreibers Thietmar von Merseburg wurde der Ort bei der Schilderung der Zerstörung des Laurentiusklosters durch aufständische Slawen genannt.
Die Stadt ist planmäßig auf einer ovalen Talsandinsel angelegt worden, die zu allen Seiten von der Milde umflossen ist und durch ein sumpfiges Gelände geschützt war. Eine Stadtmauer oder Wallanlagen gab es nicht. Im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen war Kalbe denkbar schlecht geschützt. Auf künstlich angelegten Dämmen durch die Niederung führte die Straße von Gardelegen nach Salzwedel durch die Stadt. Die beiden Zugänge in den Ort, an denen jeweils ein Wachhaus stand, wurden Salzwedeler Tor (im Norden) und Gardelegener Tor (im Süden) genannt.
Bis 1807 gehörte die Stadt zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag sie bis 1813 im Kanton Kalbe auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehört die Stadt zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel in der preußischen Provinz Sachsen.
Kalbe wurde 1952 im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR zur Kreisstadt des Kreises Kalbe (Milde) im neu gegründeten Bezirk Magdeburg. Der Kreis wurde 1988 aufgelöst und die Stadt in den Kreis Gardelegen (bis 1990 im Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt) eingegliedert. Seit der Kreisreform 1994 gehört sie zum Altmarkkreis Salzwedel.
Seit Dezember 2007 trägt Kalbe (Milde) das Prädikat als „staatlich anerkannter Erholungsort“.
Durch eine Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde), Altmersleben, Güssefeld, Kahrstedt, Neuendorf am Damm und Karritz, Wernstedt und Winkelstedt, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft. Die Stadtfläche vergrößerte sich dadurch von 30,4 km² auf 113,4 km².
Durch eine Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde), Brunau, Engersen, Jeetze, Kakerbeck, Packebusch und Vienau, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.
Nach Umsetzung der Vereinigungsvereinbarung der bisher selbstständigen Stadt Kalbe (Milde) wurden Bühne, Kalbe (Milde) und Vahrholz Ortsteile der neuen Stadt Kalbe (Milde). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung des Landes Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Kalbe (Milde) und die künftigen Ortsteile Bühne, Kalbe (Milde) und Vahrholz wurden zur Ortschaft der neuen Stadt Kalbe (Milde). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kalbe (Milde) wurde ein Ortschaftsrat mit sieben Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet. Das Stadtgebiet vergrößerte sich auf 222,9 km².
Am 1. Januar 2011 wurden schließlich noch die Gemeinden Badel, Jeggeleben und Zethlingen per Landesgesetz Ortsteile von Kalbe (Milde). Dadurch hat sich die Stadtfläche innerhalb von zwei Jahren fast verneunfacht.
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Quelle, wenn nicht angegeben:
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2015 | 2339 |
| 2016 | 2293 |
| 2017 | 2255 |
| 2018 | 2243 |
Quelle 2015 bis 2018:
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Die Volkszählung in Deutschland 2022 zeigte, dass von den 7.209 Einwohnern der Stadt 23,0 % der evangelischen und 2,3 % der katholischen Kirche angehörten.
Der Stadtrat von Kalbe (Milde) besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,6 % zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019 | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| AfD | – | – | 19,3 % | 4 | |
| CDU | 26,0 % | 5 | 15,6 % | 3 | |
| SPD | 11,0 % | 2 | 10,1 % | 2 | |
| Wählergemeinschaft Badel/Jeggeleben/Zethlingen | . | 2 | 8,4 % | 2 | |
| Wählergemeinschaft Unternehmer für Kalbe | – | – | 7,0 % | 1 | |
| Die Linke | 14,4 % | 3 | 6,6 % | 1 | |
| Freie Liste | . | 2 | 5,0 % | 1 | |
| Einzelbewerber Christopher Koke | – | – | 4,7 % | 1 | |
| Wählergemeinschaft Packebusch/Hagenau | . | 2 | 4,2 % | 1 | |
| Bündnis lebenswertes Land | – | – | 3,8 % | 1 | |
| Wählergemeinschaft Jeetze | . | 1 | 3,5 % | 1 | |
| Wählergemeinschaft Vienau | – | – | 3,5 % | 1 | |
| Bündnis 90/Die Grünen | 8,1 % | 2 | 2,8 % | 1 | |
| Wählergemeinschaft Altmersleben | . | 1 | 2,8 % | – | |
| Einzelbewerberin Nicole Wernecke | – | – | 1,6 % | – | |
| Einzelbewerber Thomas Kusch | – | – | 1,3 % | – | |
| Insgesamt | 100 % | 20 | 100 % | 20 |
Ruth wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. September 2016 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Pietsch wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2023 mit 70,8 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.
Das Wappen wurde am 7. Juni 2010 durch den Landkreis genehmigt.
| Blasonierung: „Gespalten von Silber und Gold, vorn am Spalt ein halber roter Adler mit goldener Bewehrung, hinten aus dem Schildrand hervorbrechend ein rotes Kalb.“ | |
| Wappenbegründung: Das Wappen geht auf ein Siegel aus dem 17. Jahrhundert mit der Umschrift SIGILLVM OPIDI CALBENSIS zurück. Es zeigte bereits den halben brandenburgischen Adler mit einer Rose darunter, die Teil des Wappens der Familie von Alvensleben, der einstigen Besitzer der Burg, war, doch entfiel die Rose später wieder. Während der Adler auf die Zugehörigkeit des Ortes zu Brandenburg hinweist, ist das Kalb eine Anspielung auf den Namen der Stadt. |
Die Flagge wurde am 3. März 2014 durch den Landkreis genehmigt.
Die Flagge ist rot – gelb (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Die Burg Kalbe, früher Burg Calbe, wurde im 9. und 10. Jahrhundert erbaut. Ihre Ruinen prägen noch heute den östlichen Rand des Stadtbilds. Sie befand sich von 1324 bis 1945 im Besitz der Familie von Alvensleben.



Die Kalbenser Wassermühle nahe der Burg lässt sich auf eine Mühle im Mittelalter zurückführen. Zuletzt diente der Komplex, zu dem ein heute baufälliges Wohnhaus im Stil eines Herrenhauses gehört, als Futtermittelwerk. Es wurde 1991 stillgelegt. Das Wehr wurde 1999 erneuert; eine Restaurierung der Wassermühlenanlage ist geplant.
1928 wurde das Postamt Kalbe (Milde) eingeweiht, 1956 erfolgte die Eröffnung des Kulturhauses Kalbe (Milde).

Das Haus Marktstraße 9 wurde 1775 erbaut und ist das älteste Geschäftsgebäude in der Stadt. Nach einer umfangreichen Sanierung wird es heute von mehreren Firmen und einem Hotel genutzt.
Der Stadtrat beschloss im Juni 2026 die dauerhafte Schließung der Stadtbibliothek in Kalbe.
Der alte von der Milde umschlossene und planmäßig angelegte Ortskern, in dem zahlreiche Fachwerkhäuser erhalten sind, besteht im Wesentlichen aus der Rathausstraße und der Gerichtsstraße – zwei geraden, parallel verlaufenden Straßen, die durch die Marktstraße verbunden sind. Kalbe verfügt ganz im Gegensatz zu vergleichbaren Orten mit offiziellem Stadtrecht nicht über einen offiziellen Marktplatz mit einem als „Rathaus“ bezeichneten Gebäude. Möglicherweise diente die Marktstraße, an der sich auch die Nikolaikirche befindet, zeitweise als ein länglicher Straßenmarkt. Als Rathaus dienten im Laufe der Jahrhunderte verschiedene einfache, einstöckige umgewidmete Wohnhäuser im Ortskern. Das heutige Rathaus befindet sich in einem 1913 als Vereinshaus errichteten Gebäude, das später erweitert wurde. Als Mittelpunkt der Stadt gilt heute der 2021 neu gestaltete Denkmalsplatz mit mehreren Gebäuden aus der Gründerzeit und einem Friedensdenkmal. Er liegt an der Ernst-Thälmann-Straße, der Hauptstraße des Ortes, in der sich Geschäfte und Büros befinden.

Die Nicolaikirche wurde um 1170 als romanische Basilika aus Feldsteinen an der höchsten Stelle der Stadt errichtet, um 1575 erweitert und 1755 im barocken Stil umgebaut. Sie ist benannt nach Nikolaus von Myra und gehört heute zum Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Eine Beschreibung von Grabsteinen und Epitaphien der Kirche wurde 1868 von Adolf Matthias Hildebrandt veröffentlicht.

Die ehemalige katholische St.-Petrus-Kirche ist nach dem Apostel Simon Petrus benannt. 1946 wurde die katholische Kirchengemeinde Kalbe gegründet, zunächst unter dem Patrozinium St. Hedwig. 1963 wurde unter großer Eigenleistung der Gemeindemitglieder die St.-Petrus-Kirche erbaut. Die Kirche befindet sich an der Ostpromenade und gehört heute zur Pfarrei St. Hildegard mit Sitz in Gardelegen. Die Kirche wurde 2024 profaniert.
Die neuapostolische Gemeinde Kalbe/Milde bestand bis 2012, sie gehörte zum Kirchenbezirk Stendal. Ihre Kirche befand sich im nördlichen Bereich der Ostpromenade.
Der Verein „Künstlerstadt Kalbe e. V.“, gegründet am 13. Juni 2013, fördert das kulturelle Leben in der Stadt und ihrer Umgebung durch Veranstaltungen, wie den Sommer- und den Wintercampus aber durch Workshops, Ausstellungen von Freizeitkünstlern der Altmark und Stipendien oder Praktika für Künstler, damit sie vor Ort tätig sein können.

Der Bahnhof Kalbe (Milde) war jahrzehntelang der Betriebsmittelpunkt des rund 127 Kilometer umfassenden Streckennetzes der Altmärkischen Eisenbahn-AG und ihrer Vorgänger-Gesellschaften (siehe auch Altmärkische Kleinbahn AG). Im Juni 2001 wurde als letzte Strecke der Verkehr auf der Verbindung Hohenwulsch–Kalbe eingestellt. Als ein Relikt blieb der Lokschuppen Kalbe (Milde) erhalten.
2025 wurde auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Kalbe und Bismark ein 2,5 m breiter betonierter Weg eröffnet, der vornehmlich dem Rad- und Fußverkehr dienen soll. Er bietet im weiteren Verlauf Anschluss an den nächstgelegenen Bahnhof Hohenwulsch.
Seit etwa 2008 ist Kalbe in das neue ÖPNV-Konzept des Altmarkkreises Salzwedel eingebunden. Dieses besteht unter anderem aus dem Landesbus 100 (Salzwedel–Kalbe–Gardelegen–Magdeburg) und der Buslinie 500 (Kalbe–Brunau–Salzwedel). Die kleinen Dörfer werden meist durch Rufbusse bedient, deren Fahrpläne auf die Buslinien abgestimmt sind. Grundtakt ist werktags alle zwei Stunden, am Wochenende gibt es vor allem vormittags Lücken im Fahrplan.
Auf einem 263 Hektar großen Gelände nordöstlich von Calbe an der Milde betrieb die Kriegsmarine von 1943 bis 1945 den Längstwellensender Goliath zur Übermittlung von Befehlen an getauchte U-Boote. Die Antenne dieses Senders, der mit einer Sendeleistung von 1000 Kilowatt der damals stärkste Sender der Welt gewesen sein dürfte, bestand aus einer Schirmantenne, die an 15 abgespannten, geerdeten Gittermasten von 170 Metern Höhe und an drei gegen Erde isolierten Rohrmasten von 204 Meter Höhe aufgehängt war. Nach 1945 diente die Anlage anfangs als Kriegsgefangenenlager, bevor sie 1946 demontiert wurde. Das Fundament von Mast Nummer 8 ist noch erhalten. Nach Demontage wurde der Längstwellensender als erster Sender dieser Art in der Sowjetunion in der Nähe von Nischni Nowgorod in der Siedlung Druschny wieder aufgebaut. Er ist bis heute in Betrieb.
Kalbe gehört zu den Altmärkischen Wandernestern, die im Altmärkischen Wanderverein organisiert sind.
in der Reihenfolge des Erscheinens