Frankfurt-Berkersheim

Wappen von Berkersheim
Wappen von Berkersheim
Wappen von Frankfurt am Main
Wappen von Frankfurt am Main
Berkersheim
32. Stadtteil von Frankfurt am Main
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Karte
Koordinaten 50° 10′ 20″ N, 8° 41′ 51″ OKoordinaten: 50° 10′ 20″ N, 8° 41′ 51″ O
Fläche 3,185 km²
Einwohner 3834 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte 1204 Einwohner/km²
Postleitzahl 60389, 60433, 60435
Vorwahl 069
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 10 – Nord-Ost
Stadtbezirke
  • 500 – Berkersheim
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B3
S-Bahn S6
Bus 25 27 39 63 66
Quelle: Demographische Kennzahlen (Stadtteile). In: frankfurt STATISTIK.PORTAL. Abgerufen am 16. August 2026.

Berkersheim ist seit dem 1. April 1910 ein Stadtteil von Frankfurt am Main im Nordosten der Stadt.

Berkersheim ist nach den Stadtteilen Flughafen und Bahnhofsviertel mit 3.834 Einwohnern Frankfurts drittkleinster Stadtteil und war bis in die 2000er Jahre der letzte verbliebene Stadtteil ohne eine Verkehrsampel. Sein eher dörflicher Charakter ist sehr untypisch für die Großstadt.

Geografische Lage

Ansicht vom Nidda-Uferweg

Berkersheim liegt auf dem Nordhang des Berger Rückens, dessen höchste Erhebung der Lohrberg ist, und erstreckt sich bis zum Niddatal, wo es über einem Knie der Nidda, ca. 7 km nordöstlich des Stadtzentrums und im Frankfurter Grüngürtel liegt. Seit dem Bau der Main-Weser-Bahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts liegt die Bahntrasse zwischen Dorf und Niddatal.

Auf dem Berger Rücken liegen viele Streuobstwiesen, vor allem Apfelbäume, aus deren Saft die regionale Spezialität Apfelwein hergestellt wird. In Berkersheim befindet sich weiter die Azur-Quelle, deren Quellwasser als Mineralwasser abgefüllt und vertrieben wird.

Berkersheim grenzt an die Frankfurter Stadtteile Bonames, Frankfurter Berg, Preungesheim einschließlich Frankfurter Bogen, Harheim und im Osten an den Bad Vilbeler Stadtteil Heilsberg.

Geschichte

Urgeschichte

Nidda bei Berkersheim

Die Gemarkung Berkersheim war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Im ersten Jahrhundert n. Chr. gehörte sie zum Gebiet der römischen Stadt Nida. Dies wurde durch den Limesfall und die Rücknahme der Grenze des Römischen Reichs an den Rhein in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts beendet.

Mittelalter

Die älteste erhaltene Erwähnung von Berkersheim stammt von 795: „Berchgisisheim im Niddagau“ Der Name könnte von einem Ortsgründer, einem Franken, namens Berthgisil abgeleitet sein, was so viel wie „prächtiger Junker“ bedeutet. Ab dem 15. Jahrhundert genossen die Einwohner Berkersheims Burgrecht in der Stadt Frankfurt am Main: Sie durften sich bei Gefahr hinter die Frankfurter Stadtmauern zurückziehen. Kirchlich gehörte das Dorf zur Pfarrei Preungesheim. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Eschborn.

Historische Namensformen waren:

Ursprünglich lag Berkersheim in einem umfassenden Reichsbesitz, dem Amt Bornheimerberg, das ab 1320 als Pfand, ab 1434 als Lehen an die Herren von Hanau vergeben wurde. Verschiedene deutsche Herrscher verpfändeten den Bornheimerberg – und damit auch Berkersheim – sowie Rechte an diesem Territorium im 14. und frühen 15. Jahrhundert aber sowohl an Hanau als auch an die Reichsstadt Frankfurt. Dieses widersprüchliche Verhalten führte selbstverständlich zum Streit, zumal Frankfurt sich so von Hanauer Gebiet „umzingelt“ sah. Alle Versuche Frankfurts, dies zu verhindern, scheiterten. So kam es 1481 schließlich zu einem Vergleich. Drei Dörfer des Amtes erhielt Frankfurt exklusiv, die übrigen behielt Hanau. Berkersheim kam so endgültig zur Grafschaft Hanau-Münzenberg. Die Grafen von Hanau konnten dann 1485 das Reichslehen in Eigentum umwandeln. Die Herren und Grafen von Hanau gaben das Dorf als Lehen weiter an die Schelme von Bergen. Auch der Deutsche Orden, die Grafen von Solms und die Familien Falkenstein und Cronberg hatten hier Besitz und Rechte.

Neuzeit

Die Reformation setzte sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg in der Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst in ihrer lutherischen Ausprägung durch. In einer „zweiten Reformation“ wurde die Konfession der Grafschaft erneut gewechselt: Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi Gebrauch, seinem Recht als Landesherr, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte das reformierte Bekenntnis für die Grafschaft weitgehend als verbindlich durch.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch den Bornheimerberg und Berkersheim.

Während der napoleonischen Zeit stand Berkersheim von 1806 bis 1810 unter französischer Militärverwaltung und gehörte dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es an Hessen-Kassel, nunmehr „Kurfürstentum Hessen“ genannt, zurück. Hier kam es 1821 zu einer grundlegenden Verwaltungsreform: Der Bornheimerberg wurde dem neu gebildeten Landkreis Hanau zugeschlagen. 1886 wurde Berkersheim dann dem Landkreis Frankfurt zugeteilt und zum 1. April 1910 zur Stadt Frankfurt eingemeindet. Im Gegenzug erhielt Berkersheim dafür ein Schulgebäude, das noch heute existiert, aber nicht mehr als Schule genutzt wird.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon

Frankfurt-Berkersheim: Einwohnerzahlen von 1812 bis 1905
Jahr  Einwohner
1812
  
261
1834
  
234
1840
  
279
1846
  
284
1852
  
313
1858
  
321
1864
  
368
1871
  
347
1875
  
361
1885
  
361
1895
  
368
1905
  
399
Quelle(n): ; Stadt Frankfurt

Infrastruktur

Verkehr

S-Bahnhof Berkersheim

1850 erhielt Berkersheim Bahnanschluss durch die Main-Weser-Bahn, die nordwestlich des Stadtteils entlang der Nidda vom Frankfurter Hauptbahnhof über Friedberg nach Kassel führt, und einen eigenen Haltepunkt. Hier halten heute nur Züge der S-Bahn-Linie S6 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Nördlich davon befand sich bis 2022 einer der wenigen schienengleichen Bahnübergänge in Frankfurt, der beim Ausbau der Strecke auf vier Gleise geschlossen wurde. Künftig soll eine Omegabrücke gebaut werden.

Linie Verlauf Takt
S6 (Friedberg (Hess) – Bruchenbrücken – Nieder-Wöllstadt – Okarben –) Groß Karben – Dortelweil – Bad Vilbel – Bad Vilbel Süd – Frankfurt-Berkersheim – Frankfurt-Frankfurter Berg – Frankfurt-Eschersheim – Frankfurt-Ginnheim – Frankfurt (Main) West – Frankfurt am Main Messe – Frankfurt (Main) Galluswarte – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Lokalbahnhof – Frankfurt (Main) Süd – Frankfurt (Main) Stresemannallee – Frankfurt-Louisa – Neu-Isenburg – Dreieich-Buchschlag – Langen Flugsicherung – Langen (Hess) (– Egelsbach – Erzhausen – Darmstadt-Wixhausen – Darmstadt-Arheilgen – Darmstadt Hbf) 15 min (Groß Karben–Langen montags–freitags, Bad Vilbel–Langen samstags, Bad Vilbel–Frankfurt Süd sonn-/feiertags)
30 min (Friedberg–Groß Karben montags–freitags, Friedberg–Bad Vilbel samstags, sonn-/feiertags und Langen–Darmstadt werktags, Frankfurt Süd–Darmstadt sonn-/feiertags)
Bus der Omnibuslinie 25

Mehrere Omnibuslinien der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiQ binden Berkersheim an alle umliegenden Stadtteile an:

Bis 1978 führte auch die Linie 13 der Straßenbahn Frankfurt am Main in den Stadtteil.

Berkersheim ist im Süden und Osten von der Bundesautobahn 661 und der Bundesstraße 3 umgeben, hat jedoch keine eigene Anschlussstelle an diese als Stadtautobahn.

Schule

Die seit 1882 existierende Berkersheimer Grundschule befindet sich seit 2019 in der Straße In den Gräben, nahe des Stadtteils Frankfurter Berg. Davor befand sie sich an der Adresse Berkersheimer Untergasse 18 im alten Ortskern Berkersheims.

Sehenswertes und Kulturdenkmäler

Kultur und Freizeit

Im November 2011 hob sich erstmals der Vorhang des freien Theaters "Theater Lempenfieber" im historischen Saal der Traditionsgaststätte "Zum Lemp". Das Programm bietet vorrangig Eigenproduktionen mit professionellen Schauspielern unter der Leitung von Sven Eric Panitz und Sabine Koch im Bereich Komödie und Kabarett.

Feste und Veranstaltungen

Vereine

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Frankfurt-Berkersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kitti Pohl: Stadtteil-Serie in BILD – heute mit Wolfgang Diehl: Mein Berkersheim Regional BILD.de. Bild, 14. März 2013, abgerufen am 16. Oktober 2025.
  2. ↑ Codex Laureshamensis Band 3 Nr. 3400 = Heinrich Reimer: Hessisches Urkundenbuch. Abt. 2, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Band 1. 767-1300. Publikationen aus den königlich-preußischen Staatsarchiven, Hirzel, Leipzig 1891 Nr. 11.
  3. 1 2 Berkersheim, Stadt Frankfurt am Main. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. ↑ Stadt Frankfurt am Main, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, sog. "Stadtteilanalyse Preungesheim" (Memento des Originals vom 27. April 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., erschienen im Dez. 2014, PDF-Endfassung vom 19. Januar 2015; Abruf am 24. Juni 2017.
  5. ↑ Fabian Böker: Berkersheim: Neue Grundschule bietet Platz für mehr als 300 Schüler. Frankfurter Rundschau, 11. April 2019, abgerufen am 16. Oktober 2025.